Überblick über die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer für Microsoft 365 Apps

Tipp

Die Informationen in diesem Artikel sind für Administratoren und IT-Experten bestimmt. Informationen zur Aktivierung einer persönlichen Kopie von Office finden Sie unter Office aktivieren.

Mithilfe der Aktivierung gemeinsam genutzter Computer können Sie Microsoft 365 Apps auf einem Computer in Ihrer Organisation bereitstellen, auf den mehrere Benutzer zugreifen. Hier sind einige Beispiele für unterstützte Szenarien:

  • Drei Arbeiter in einem Werk teilen sich denselben physischen Computer, wobei jeder auf diesem Computer Office während seiner acht-Stunden-Schicht nutzt.
  • Fünfzehn Krankenschwestern in einem Krankenhaus nutzen das Büro den ganzen Tag über an zehn verschiedenen Computern.
  • Fünf Mitarbeiter verbinden sich via Remote mit demselben Computer, um Office auszuführen.
  • Mehrere Mitarbeiter nutzen Office auf einem Computer, der sich in einem Konferenzraum oder an einem anderen öffentlichen Platz im Unternehmen befindet.
  • Mehrere Benutzer greifen auf eine Instanz von Office zu, die über Remote Desktop Dienste (Remote Desktop Services, RDS) gehostet wird.

Die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer wird benötigt, wenn sich mehrere Benutzer denselben Computer teilen und sich mit ihrem eigenen Konto anmelden. Normalerweise können Benutzer Microsoft 365 Apps nur auf einer begrenzten Anzahl von Geräten installieren und aktivieren, beispielsweise an 5 PCs. Die Aktivierung von Microsoft 365 Apps für die gemeinsame Computernutzung wirkt sich nicht auf diesen Grenzwert aus. Wenn Ihre Benutzer individuell zugewiesene Computer verwenden und keine anderen Benutzer an diesen Computern arbeiten, verwenden Sie die Product Key-Aktivierung für Microsoft 365 Apps.

Hinweis

Zum Aktivieren von Microsoft 365 Apps muss TLS 1.2 im Betriebssystem standardmäßig aktiviert sein. Bei einigen älteren Betriebssystemen, z. B. Windows 7 Service Pack 1 (SP1) und Windows Server 2012, muss ein Update angewendet werden, damit TLS 1.2 standardmäßig aktiviert wird. Weitere Informationen finden Sie unter Update zum Aktivieren von TLS 1.1 und TLS 1.2 als sichere Standardprotokolle in WinHTTP unter Windows. Die Ausführung von Microsoft 365 Apps unter diesen älteren Betriebssystemen wird jedoch nicht unterstützt. Weitere Informationen finden Sie unter Ablauf der Supportressourcen für Office.

Aktivieren gemeinsam genutzter Computer für Microsoft 365 Apps

Um die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer zu verwenden, benötigen Sie einen Office 365- bzw. Microsoft 365-Plan, der Microsoft 365 Apps umfasst und auch die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer unterstützt. Die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer ist für folgende Pläne verfügbar:

  • Jeder Plan, der Microsoft 365 Apps for Enterprise (bisher als Office 365 Plus bezeichnet) umfasst. Beispielsweise Office 365 E3 oder Microsoft 365 E5.
  • Jeder Plan, der die Desktop Version von Project oder Visio umfasst. Z. B. Project Plan 3 oder Visio Plan 2.
  • Microsoft 365 Business Premium-Plan, der Microsoft 365 Apps für Unternehmen enthält.

Hinweis

  • Der Microsoft 365 Business Premium-Plan ist der einzige Business-Plan, der die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer unterstützt. Es gibt weitere Business-Pläne, z. B. Microsoft 365 Business Standard, die Microsoft 365 Apps für Unternehmen enthalten, aber diese Geschäftspläne bieten keine Unterstützung für die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer.
  • Die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer ist für Education-Pläne verfügbar, die Microsoft 365 Apps for Enterprise enthalten. Beispielsweise Office 365 A3 oder Microsoft 365 A5.
  • Die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer ist für Office für Mac nicht verfügbar.

Stellen Sie sicher, dass das Zuweisen einer Lizenz für jeden Benutzer für Microsoft 365 Apps erfolgt und dass sich Benutzer am gemeinsam genutzten Computer mit ihrem eigenen Benutzerkonto anmelden.

Wenn Sie die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer während der Erstinstallation von Microsoft 365-Apps aktivieren möchten, können Sie das Office-Bereitstellungstool anweisen, dies während der Installation zu tun.

Wenn Microsoft 365 Apps bereits installiert ist und Sie die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer aktivieren möchten, stehen Ihnen drei Optionen zur Auswahl. Eine Neuinstallation ist nicht erforderlich. Das Gerät muss neu gestartet werden, damit die Änderung angewendet werden kann.

  • Verwenden Sie Gruppenrichtlinien, indem Sie die neuesten administrativen Vorlagendateien (ADMX/ADML) für Office herunterladen und aktivieren Sie die Richtlinie „Aktivierung von gemeinsam genutzten Computern verwenden“. Diese Einstellung befindet sich unter Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Microsoft Office 2016 (Computer)\Lizenzierungseinstellungen.

  • Verwenden Sie den Registrierungseditor, um einen Zeichenfolgenwert (Reg_SZ) von „SharedComputerLicensing“ mit einer Einstellung von 1 unter „HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Office\ClickToRun\Configuration“ hinzuzufügen.

  • Laden Sie den Microsoft Support- und Wiederherstellungs-Assistent herunter und führen Sie ihn aus. Dies ist notwendig, um die Aktivierungsmethode von Abonnementmodus zu Freigabemodus zu ändern.

    Hinweis

    Microsoft 365 Apps für Unternehmen unterstützt die Verwendung von Gruppenrichtlinien. Deshalb müssen Sie eine andere Methode verwenden, um die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer zu ermöglichen. Wenn ein Benutzer die Microsoft 365-Apps aktiviert hat, bevor die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer aktiviert wurde, müssen Sie die Aktivierungs zurücksetzen, um die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer zu ermöglichen.

Nach der Installation von Microsoft 365 Apps können Sie prüfen, ob die Aktivierung gemeinsam genutzter Computer auf diesem Computer eingeschaltet ist.

Funktionsweise der Aktivierung gemeinsam genutzter Computer für Microsoft 365 Apps

Nun wollen wir erläutern, was passiert, wenn Microsoft 365 Apps auf einem Computer mit aktivierter gemeinsam genutzter Computernutzung installiert wird.

  1. Ein Benutzer meldet sich mit seinem Benutzerkonto am Computer an.

  2. Der Benutzer startet ein Office-Programm, wie z. B. Word.

  3. Microsoft 365 Apps kontaktiert den Office-Lizenzierungsdienst im Internet zum Abrufen eines Lizenzierungstokens für den Benutzer.

    Um zu bestimmen, ob der Benutzer eine Lizenz für die Nutzung von Microsoft 365 Apps hat, muss der Office-Lizenzierungsdienst das Konto des Benutzers für Office 365 kennen. Mitunter fordert Microsoft 365 Apps den Benutzer auf, die Informationen bereitzustellen. Ggf. wird dem Benutzer das Dialogfeld Office aktivieren angezeigt.

    Office aktivieren

    Wenn Ihre Umgebung zum Synchronisieren von Office 365- (Azure Active Directory) und lokalen Active Directory-Konten (AD) konfiguriert ist, werden dem Benutzer sehr wahrscheinlich keine Eingabeaufforderungen angezeigt. Microsoft 365 Apps sollte automatisch in der Lage sein, die erforderlichen Informationen zum Konto des Benutzers in Office 365 abzurufen.

  4. Wenn der Benutzer für Microsoft 365 Apps lizenziert ist, wird ein Lizenzierungstoken auf dem Computer im Profilordner des Benutzers gespeichert, und Microsoft 365 Apps wird aktiviert. Der Benutzer kann nun Microsoft 365 Apps verwenden.

Diese Schritte werden für jeden Benutzer wiederholt, der sich an dem gemeinsam genutzten Computer anmeldet. Jeder Benutzer erhält ein eigenes Lizenzierungstoken. Nur weil ein Benutzer Microsoft 365 Apps auf dem Computer aktiviert, heißt das nicht, dass Microsoft 365 Apps für alle anderen Benutzer aktiviert wird, die sich auf dem Computer anmelden.

Wenn ein Benutzer zu einem anderen Computer wechselt, bei dem auch die gemeinsame Computernutzung aktiviert ist, erfolgen dieselben Schritte. Es gibt ein unterschiedliches Lizenzierungstoken für alle Computer, an denen sich der Benutzer anmeldet.

Wenn sich ein Benutzer nochmals an einem gemeinsam genutzten Computer anmeldet, verwendet Microsoft 365 Apps dasselbe Lizenzierungstoken, sofern es noch gültig ist.

Weitere Informationen zur Aktivierung gemeinsam genutzter Computer für Microsoft 365 Apps

Verlängerung des Lizenzierungstokens Das auf dem gemeinsam genutzten Computer gespeicherte Lizenzierungstoken ist nur 30 Tage gültig. Wenn das Ablaufdatum für den Lizenztoken näher rückt, versucht Microsoft 365 Apps automatisch, den Lizenztoken zu verlängern, wenn der Benutzer am Computer angemeldet ist und Microsoft 365 Apps verwendet.

Wenn sich der Benutzer 30 Tage lang nicht auf dem gemeinsam genutzten Computer anmeldet, kann das Lizenzierungstoken ablaufen. Wenn der Benutzer versucht, Microsoft 365 Apps das nächste Mal zu nutzen, kontaktiert Microsoft 365 Apps den Office-Lizenzierungsdienst im Internet, um ein neues Lizenzierungstoken abzurufen.

Internetverbindung Da der gemeinsam genutzte Computer den Office-Lizenzierungsdienst im Internet kontaktieren muss, um ein Lizenzierungstoken abzurufen oder zu verlängern, ist eine zuverlässige Verbindung zwischen dem gemeinsam genutzten Computer und dem Internet erforderlich.

Modus mit reduzierter Funktionalität Wenn der Benutzer nicht für Microsoft 365 Apps lizenziert ist oder das Dialogfeld Office aktivieren geschlossen hat, wird kein Lizenzierungstoken abgerufen und Microsoft 365 Apps wird nicht aktiviert. Microsoft 365 Apps befindet sich nun im Modus mit eingeschränkter Funktionalität. Dies bedeutet, dass der Benutzer Office-Dokumente anzeigen und drucken, aber nicht erstellen oder bearbeiten kann. Dem Benutzer wird in dem Office-Programm zudem die Meldung angezeigt, dass die meisten Features deaktiviert sind.

Eingeschränkte Funktionalität

Aktivierungseinschränkungen Normalerweise können Benutzer Microsoft 365 Apps nur auf einer begrenzten Anzahl von Geräten installieren und aktivieren, beispielsweise an 5 PCs. Die Aktivierung von Microsoft 365 Apps für die gemeinsame Computernutzung wirkt sich nicht auf diesen Grenzwert aus.

Microsoft erlaubt einem einzelnen Benutzer die Aktivierung von Microsoft 365 Apps auf einer angemessenen Anzahl gemeinsam genutzter Computer in einem bestimmten Zeitraum. Im unwahrscheinlichen Fall des Überschreitens dieses Grenzwerts wird eine Fehlermeldung angezeigt.

Nachricht „Zu viele aktivierte Computer“

Einmaliges Anmelden empfohlen Die Verwendung von "Einmaliges Anmelden (SSO)" empfiehlt sich, um die Häufigkeit zu reduzieren, mit der Benutzer aufgefordert werden, sich zum Aktivieren anzumelden. Wenn das einmalige Anmelden konfiguriert ist, wird Microsoft 365 Apps mit den Anmeldeinformationen aktiviert, die der Benutzer bei der Windows-Anmeldung bereitstellt, sofern dem Benutzer eine Lizenz für Microsoft 365 Apps zugewiesen wurde. Weitere Informationen finden Sie unter Microsoft 365-Identitätsmodelle und Azure Active Directory.

Wenn Sie einmaliges Anmelden nicht verwenden, sollten Sie die Verwendung von Roamingprofilen in Betracht ziehen und die folgenden %localappdata%\Microsoft\Office\16.0\-Lizenzierungsordner als Teil des Roamingprofils hinzufügen.

Roaming des Lizenzierungstokens Ab Version 1704 von Microsoft 365 Apps können Sie das Lizenzierungstoken so konfigurieren, dass es entweder mit dem Benutzerprofil wandert (roam) oder sich in einem freigegebenen Ordner im Netzwerk befindet. Bisher wurde das Lizenzierungstoken immer in einem bestimmten Ordner auf dem lokalen Computer gespeichert und war diesem speziellen Computer zugeordnet. In diesen Fällen wurde der Benutzer, wenn er sich an einem anderen Computer anmeldete, aufgefordert, Microsoft 365 Apps auf diesem Computer zu aktivieren, um ein neues Lizenzierungstoken abzurufen. Die Möglichkeit für das Roaming des Lizenzierungstokens ist besonders hilfreich bei nicht beständigen VDI-Szenarien.

Um das Roaming des Lizenzierungstokens zu konfigurieren, können Sie entweder das Office-Bereitstellungstool oder eine Gruppenrichtlinie verwenden oder mithilfe des Registrierungs-Editors die Registrierung bearbeiten. Ungeachtet der ausgewählten Methode müssen Sie einen Speicherort für den Ordner bereitstellen, der für den Benutzer eindeutig ist. Der Ordnerspeicherort kann entweder Teil des Roamingprofils des Benutzers oder ein freigegebener Ordner im Netzwerk sein. Microsoft 365 Apps muss in diesen Ordner schreiben können. Wenn Sie einen freigegebenen Ordner im Netzwerk verwenden, sollten Sie sich bewusst sein, dass Probleme mit der Netzwerklatenz sich negativ auf die Zeit zum Öffnen von Office-Programmen auswirken können. Der Speicherort ist nur erforderlich, wenn Sie den Standardspeicherort (%localappdata%\Microsoft\Office\16.0\Licensing) lieber nicht verwenden möchten.

  • Wenn Sie Gruppenrichtlinien verwenden, laden Sie die neuesten administrativen Vorlagendateien (ADMX/ADML) für Office , herunter und aktivieren Sie die Richtlinieneinstellung „Geben Sie den Speicherort an, um das von der Aktivierung für gemeinsam genutzen Computer verwendete Lizenztoken zu speichern“. Diese Einstellung befindet sich unter Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Microsoft Office 2016 (Computer)\Lizenzierungseinstellungen.

  • Wenn Sie das Office-Bereitstellungstool verwenden, integrieren Sie SCLCacheOverride und SCLCacheOverrideDirectory im Property-Element Ihrer configuration.xml-Datei. Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurationsoptionen für das Office-Bereitstellungstool.

  • Wenn Sie die Registrierung bearbeiten möchten, wechseln Sie zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Office\Klick-und-Los\Konfiguration, fügen Sie einen Zeichenfolgenwert SCLCacheOverride hinzu, und legen Sie den Wert auf 1 fest. Fügen Sie außerdem einen Zeichenfolgenwert SCLCacheOverrideDirectory hinzu, und legen Sie den Wert auf den Pfad des Ordners fest, in dem das Lizenzierungstoken gespeichert werden soll.

    Hinweis

    Wenn Sie zum Bereitstellen von Microsoft 365 Apps Microsoft Application Virtualization (App-V) verwenden, lautet der Registrierungsspeicherort HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Office\16.0\Allgemein\Lizenzierung.