Was ist Power BI Premium?

Sie können Power BI Premium für den Zugriff auf Features und Funktionen verwenden, die nur in Premium verfügbar sind, und so eine größere Skalierbarkeit und Leistung für Power BI-Inhalte in Ihrer Organisation bieten. Power BI Premium ermöglicht es mehr Benutzern in Ihrer Organisation, das Beste aus Power BI mithilfe von optimierter Leistung und Reaktionsfähigkeit herauszuholen. Beispielsweise können Sie und die Benutzer Ihrer Organisation mit Power BI Premium die folgenden Funktionen nutzen:

  • Bessere Skalierbarkeit und Leistung für Ihre Power BI-Berichte
  • Flexibilität bei der Lizenzierung nach Kapazität
  • Erstklassige Features für die Datenvisualisierung und die Extraktion von Erkenntnissen (z. B. KI-gesteuerte Analyse, zusammensetzbare und wiederverwendbare Dataflows und paginierte Berichte)
  • Vereinheitlichte Self-Service- und Unternehmens-BI mit einer Vielzahl von Funktionen zur Unterstützung von größeren Workloads, die nur im Premium-Tarif verfügbar sind und Skalierung auf Unternehmensniveau erfordern
  • Integrierte Lizenz zum Erweitern der lokalen BI mit dem Power BI-Berichtsserver
  • Unterstützung für die Datenresidenz nach Region (Multi-Geo) und für kundenseitig verwaltete Verschlüsselungsschlüssel für ruhende Daten (BYOK)
  • Die Möglichkeit, Power BI-Inhalte für beliebige Personen (auch außerhalb Ihrer Organisation) freizugeben, ohne eine benutzerspezifische Lizenz zu erwerben

Screenshot des Power BI-Verwaltungsportals

Dieser Artikel stellt wichtige Funktionen in Power BI Premium vor. Wo es erforderlich ist, bieten Links zu weiteren Artikeln ausführlichere Informationen. Weitere Informationen zu Power BI Pro und Power BI Premium finden Sie auf der Website Power BI – Preise im Abschnitt Vergleich der Power BI-Funktionen.

Power BI Premium Generation 2

Für Power BI Premium wurde vor kurzem eine neue Version von Power BI Premium veröffentlicht, Power BI Premium Generation 2, die der Einfachheit halber auch als Premium Gen2 bezeichnet wird.

Weitere Informationen über Premium Gen2 finden Sie unter Was ist Power BI Premium Gen2?.

Abonnements und Lizenzierung

Power BI Premium ist ein Microsoft 365-Abonnement auf Mandantenebene, das in zwei SKU-Familien (Stock Keeping Unit) erhältlich ist:

  • P-SKUs (P1–P5) für Einbettungs- und Unternehmensfunktionen, die eine monatliche oder jährliche Verpflichtung erfordern, monatlich abgerechnet werden und eine Lizenz zur lokalen Installation von Power BI-Berichtsserver beinhalten.

  • EM-SKUs (EM1–EM3) zum Einbetten für Organisationen, die eine jährliche Verpflichtung erfordern und monatlich abgerechnet werden. Die EM1- und EM2-SKUs sind nur über Volumenlizenzierungspläne erhältlich. Sie können sie nicht direkt erwerben.

Erwerb

Power BI-Premium-Abonnements werden von Administratoren im Microsoft 365 Admin Center gekauft. Genauer gesagt können nur globale Administratoren oder Abrechnungsadministratoren SKUs erwerben. Beim Kauf erhält der Mandant eine entsprechende Anzahl V-Kerne zur Zuweisung zu Kapazitäten, was als V-Kern-Pooling bezeichnet wird. Beispielsweise erhält der Mandant durch den Erwerb einer P3-SKU 32 V-Kerne. Weitere Informationen finden Sie unter How to purchase Power BI Premium (Erwerben von Power BI Premium).

Power BI Premium-Einzelbenutzerlizenz

Power BI Premium-Einzelbenutzerlizenzen ermöglichen Organisationen das Lizenzieren von Premium-Features auf Einzelbenutzerbasis. Die Premium-Einzelbenutzerlizenz (PPU) umfasst alle Funktionen der Power BI Pro-Lizenz und bietet Features wie paginierte Berichte, KI und andere Funktionen, die nur Premium-Abonnenten zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zur Premium-Einzelbenutzerlizenz, einschließlich eines Featurevergleichs und weiteren Informationen finden Sie im Artikel Power BI Premium pro Benutzer.

Reservierte Kapazitäten

Mit Power BI Premium erhalten Sie reservierte Kapazitäten. Im Gegensatz zu einer gemeinsam genutzten Kapazität, bei der die Verarbeitung von Workloadanalysen auf gemeinsam mit anderen Kunden genutzten Computerressourcen ausgeführt wird, ist eine reservierte Kapazität für die ausschließliche Verwendung durch eine Organisation bestimmt. Sie ist isoliert und verfügt über reservierte Computeressourcen, die verlässliche und konsistente Leistung für die gehosteten Inhalte zur Verfügung stellt. Beachten Sie, dass die Verarbeitung der folgenden Power BI-Inhaltstypen in einer gemeinsam genutzten Kapazität gespeichert wird, nicht in Ihrer reservierten Kapazität:

Arbeitsbereiche befinden sich innerhalb von Kapazitäten. Jeder Power BI-Benutzer verfügt über einen persönlichen Arbeitsbereich, der als Mein Arbeitsbereich bezeichnet wird. Zusätzliche Arbeitsbereiche, auch als Arbeitsbereiche bezeichnet, können erstellt werden, um die Zusammenarbeit zu ermöglichen. Standardmäßig werden Arbeitsbereiche (einschließlich persönlicher Arbeitsbereiche) in der gemeinsam genutzten Kapazität erstellt. Wenn Sie über Premium-Kapazitäten verfügen, können sowohl zu „Meine Arbeitsbereiche“ als auch zu Arbeitsbereichen Premium-Kapazitäten zugewiesen werden.

Die eigenen Arbeitsbereiche von Kapazitätsadministratoren werden automatisch den Premium-Kapazitäten zugewiesen.

Kapazitätsknoten

Wie im Abschnitt Abonnements und Lizenzierung beschrieben, gibt es zwei SKU-Familien bei Power BI Premium: EM und P. Alle Power BI Premium-SKUs sind als Kapazitätsknoten erhältlich, von denen jeder eine festgelegte Menge an Ressourcen in Form von Prozessor, Arbeitsspeicher und Speicherplatz darstellt. Über Ressourcen hinaus bestehen für jede SKU Grenzwerte im Betrieb hinsichtlich der Anzahl der DirectQuery- und Live Connection-Verbindungenpro Sekunde und der Anzahl der parallelen Modellaktualisierungen. Es gibt zwar viele Überschneidungen bei den Features für die beiden SKU-Familien, aber nur die P Premium-SKU gibt Benutzern der Free-Lizenz die Möglichkeit, Inhalte zu nutzen, die in der Premium-Kapazität gehostet werden. EM-SKUs werden zum Einbetten von Inhalten verwendet.

Die Verarbeitung erfolgt mithilfe einer festgelegten Anzahl V-Kerne, die zu gleichen Teilen zwischen Back-End und Front-End aufgeteilt werden.

Back-End-V-Kerne sind für die Kernfunktionalität von Power BI verantwortlich, einschließlich der Abfrageverarbeitung, der Cacheverwaltung, dem Ausführen von R-Diensten, der Modellaktualisierung und dem serverseitigen Rendering von Berichten und Bildern. Back-End-V-Kernen wird eine festgelegte Menge Arbeitsspeicher zugewiesen, der hauptsächlich zum Hosten von Modellen verwendet wird, die auch als aktive Datasets bezeichnet werden.

Die Front-End-V-Kerne sind für den Webdienst, die Verwaltung von Dashboard und Berichtsdokumenten, die Zugriffsrechteverwaltung, Zeitplanung, APIs, Uploads und Downloads und allgemein für alles zuständig, das mit der Benutzererfahrung zusammenhängt.

Der Speicherplatz ist auf 100 TB pro Kapazitätsknoten festgelegt.

Die Ressourcen und Grenzwerte der einzelnen Premium-SKUs (und A-SKU jeweils gleicher Größe) sind in der folgenden Tabelle beschrieben:

Kapazitäts-SKUs Gesamtzahl an V-Kernen Back-End-V-Kerne Front-End-V-Kerne Arbeitsspeicher (GB) DirectQuery/Liveverbindung (pro Sekunde) Maximaler Arbeitsspeicher pro Abfrage (GB) Aktualisierungsparallelität nach Modell1
EM1/A1 1 0,5 0,5 3 3,75 1 1
EM2/A2 2 1 1 5 7,5 2 2
EM3/A3 4 2 2 10 15 2 3
P1/A4 8 4 4 25 30 6 6
P2/A5 16 8 8 50 60 6 12
P3/A6 32 16 16 100 120 10 24
P4/A72 64 32 32 200 240 10 48
P5/A82 128 64 64 400 480 10 96

1 Die Parallelisierungsgrenzen für die Modellaktualisierung gelten nur für Datasetworkloads pro Kapazität.

2 SKUs, die größer als 100 GB sind, sind nicht in allen Regionen verfügbar. Wenden Sie sich an Ihre*n Microsoft-Account Manager, um die Verwendung dieser SKUs in Regionen anzufordern, in denen sie nicht verfügbar sind.

Hinweis

Die Verwendung einer einzelnen größeren SKU (z. B. eine P2-SKU) ist möglicherweise der Kombination mehrerer kleinerer SKUs (z. B. zwei P1-SKUs) vorzuziehen. Mit P2 können Sie z. B. größere Modelle verwenden und erzielen eine bessere Parallelität.

Kapazitätsworkloads

Kapazitätsworkloads sind Dienste, die Benutzern zur Verfügung gestellt werden. Standardmäßig unterstützen Premium- und Azure-Kapazitäten nur die Workload für die Ausführung von Power BI-Abfragen. Die Dataset-Workload kann nicht deaktiviert werden. Zusätzliche Workloads können für KI (Cognitive Services), Dataflows und paginierte Berichte aktiviert werden. Diese Workloads werden nur in Premium-Abonnements unterstützt.

Jede zusätzliche Workload ermöglicht das Konfigurieren des maximalen Arbeitsspeichers (als Prozentsatz der gesamten Arbeitsspeicherkapazität), der von der Workload verwendet werden kann. Die Standardwerte für den maximalen Arbeitsspeicher werden nach SKU bestimmt. Sie können die verfügbaren Ressourcen Ihrer Kapazität maximieren, indem Sie diese zusätzlichen Workloads nur bei Bedarf aktivieren. Sie können Arbeitsspeichereinstellungen erst ändern, wenn Sie festgestellt haben, dass die Standardeinstellungen Ihre Anforderungen an Kapazitätsressourcen nicht erfüllen. Workloads können von Kapazitätsadministratoren für eine Kapazität aktiviert und konfiguriert werden. Dafür nutzen die Administratoren Kapazitätseinstellungen im Verwaltungsportal oder die Kapazitäts-REST-APIs.

Aktivieren von Workloads

Weitere Informationen finden Sie unter Konfigurieren von Workloads in einer Premium-Kapazität.

Funktiosweise von Kapazitäten

Der Power BI-Dienst nutzt die Kapazitätsressourcen jederzeit optimal, ohne die der Kapazität auferlegten Grenzwerte zu überschreiten.

Kapazitätsvorgänge werden entweder als interaktiv oder im Hintergrund klassifiziert. Zu den interaktiven Vorgängen gehören Renderinganforderungen und das Reagieren auf Benutzerinteraktionen (Filtern, Q&A-Abfragen usw.). Zu den Hintergrundvorgängen gehören die Aktualisierung von Datenflüssen und Importmodellen sowie das Cachen von Dashboardabfragen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass interaktive Vorgänge immer Vorrang vor Hintergrundvorgängen haben, um die bestmögliche Benutzererfahrung sicherzustellen. Wenn nicht genügend Ressourcen vorhanden sind, werden Hintergrundvorgänge einer Warteschlange hinzugefügt, bis Ressourcen verfügbar sind. Hintergrundvorgänge können ebenso wie Datasetaktualisierungen vom Power BI-Dienst während der Ausführung angehalten, einer Warteschlange hinzugefügt und später erneut ausgeführt werden.

Importmodelle müssen vollständig in den Arbeitsspeicher geladen werden, damit sie abgefragt oder aktualisiert werden können. Der Power BI-Dienst verwaltet die Arbeitsspeicherauslastung angemessen mithilfe von ausgereiften Algorithmen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu einer Überlastung der Kapazität kommen, wenn nicht genügend Ressourcen für die Echtzeitanforderungen der Kunden verfügbar sind. Eine Kapazität kann zwar viele Importmodelle im persistenten Speicher (bis zu 100 TB pro Premium-Kapazität) speichern. Allerdings befinden sich nicht notwendigerweise alle Modelle gleichzeitig im Arbeitsspeicher, da sonst die Größe der arbeitsspeicherinternen Datasets der Modelle das Arbeitsspeicherlimit der Kapazität überschreiten kann. Zusätzlich zu dem zum Laden der Datasets erforderlichen Arbeitsspeicher wird für die Ausführung von Abfragen und Aktualisierungsvorgängen weiterer Arbeitsspeicher benötigt.

Aus diesem Grund werden Importmodelle nach Bedarf in den Arbeitsspeicher geladen und aus diesem entfernt. Ein Importmodell wird geladen, wenn es abgefragt wird (interaktiver Vorgang) oder wenn es aktualisiert werden soll (Hintergrundvorgang).

Das Entfernen eines Modells aus dem Arbeitsspeicher wird als Entfernung bezeichnet. Dies ist ein Vorgang, den Power BI – je nach Größe der Modelle – schnell ausführen kann. Wenn in der Kapazität genügend Arbeitsspeicher vorhanden ist und sich das Modell nicht im Leerlauf befindet (es also aktiv verwendet wird), kann das Modell im Arbeitsspeicher verbleiben und muss nicht entfernt werden. Wenn Power BI feststellt, dass nicht genügend Arbeitsspeicher zum Laden eines Modells vorhanden ist, versucht der Power BI-Dienst, Arbeitsspeicher freizugeben, indem er inaktive Modelle entfernt. Inaktive Modelle sind in der Regel Modelle, die für interaktive Vorgänge geladen wurden, die in den letzten drei Minuten nicht verwendet wurden. Wenn keine inaktiven Modelle zum Entfernen vorhanden sind, versucht der Power BI-Dienst, Modelle zu entfernen, die für Hintergrundoperationen geladen wurden. Als letztes Mittel lässt er nach 30 Sekunden erfolgloser Versuche den interaktiven Vorgang fehlschlagen. In diesem Fall wird der Berichtsbenutzer über den Fehlschlag informiert und gleichzeitig ermutigt, es in Kürze noch einmal zu versuchen. In einigen Fällen können Modelle aufgrund von Dienstvorgängen aus dem Arbeitsspeicher entladen werden.

An dieser Stelle ist der Hinweis wichtig, dass die Entfernung von Datasets ein normales Verhalten in der Kapazität darstellt. Die Kapazität versucht, die Arbeitsspeicherauslastung auszugleichen, indem der arbeitsspeicherinterne Lebenszyklus von Modellen auf für Benutzer transparente Weise verwaltet wird. Eine hohe Entfernungsrate bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Kapazität unzureichend mit Ressourcen ausgestattet ist. Eine solche Rate kann jedoch zu einem Problem werden, wenn sich die Leistung von Abfragen oder Aktualisierungen aufgrund des Aufwands beim wiederholten Laden und Entfernen von Modellen innerhalb kurzer Zeit verschlechtert.

Aktualisierungen von Importmodellen sind immer speicherintensiv, da die Modelle in den Arbeitsspeicher geladen werden müssen. Außerdem ist für die Verarbeitung zusätzlicher Zwischenspeicher erforderlich. Eine vollständige Aktualisierung kann etwa doppelt so viel Arbeitsspeicher benötigen wie das Modell, weil Power BI eine vorhandene Momentaufnahme des Modells im Arbeitsspeicher beibehält, bis der Verarbeitungsvorgang abgeschlossen ist. So kann das Modell auch dann abgefragt werden, wenn es gerade verarbeitet wird. Abfragen können an die vorhandene Momentaufnahme des Modells gesendet werden, bis die Aktualisierung abgeschlossen ist und die neuen Modelldaten verfügbar sind.

Bei inkrementellen Aktualisierungen wird nicht das gesamte Modell, sondern nur einzelne Partitionen aktualisiert. Solche Aktualisierungen sind in der Regel schneller und benötigen weniger Arbeitsspeicher, sodass die Ressourcenauslastung der Kapazität deutlich reduziert wird. Modellaktualisierungen können außerdem CPU-intensiv sein, insbesondere bei Modellen mit komplexen Power Query-Transformationen oder berechneten Tabellen oder Spalten, die komplex sind oder auf großen Datenmengen basieren.

Für Aktualisierungen muss das Modell wie für Abfragen in den Arbeitsspeicher geladen werden. Bei unzureichendem Arbeitsspeicher versucht der Power BI-Dienst, inaktive Modelle zu entfernen. Wenn dies nicht möglich ist (weil alle Modelle aktiv sind), wird der Aktualisierungsauftrag in die Warteschlange eingereiht. Aktualisierungen sind in der Regel CPU-intensiv, sogar mehr als Abfragen. Aus diesem Grund wird ein Limit für gleichzeitige Aktualisierungen erzwungen, das als 1,5-Faches der Anzahl virtueller Back-End-Kernen berechnet wird. Wenn zu viele gleichzeitige Aktualisierungen vorliegen, wird eine geplante Aktualisierung in die Warteschlange eingereiht, bis ein Slot verfügbar ist. Daher dauert ein solcher Vorgang länger. Für Aktualisierungen bei Bedarf, wie sie etwa durch Benutzeranforderung oder einen API-Aufruf ausgelöst werden, werden drei erneute Versuche unternommen. Wenn dann immer noch nicht genügend Ressourcen verfügbar sind, schlägt die Aktualisierung fehl.

Regionsunterstützung

Beim Erstellen einer neuen Kapazität können globale Administratoren und Power BI-Dienstadministratoren eine Region angeben, in der Arbeitsbereiche, die der Kapazität zugewiesen werden, sich befinden sollen. Dies wird als Multi-Geo bezeichnet. Mithilfe von Multi-Geo können Organisationen Anforderungen an die Datenresidenz erfüllen, indem sie Inhalte in Rechenzentren in einer bestimmten Region bereitstellen, auch wenn es sich dabei um eine andere Region als die des Microsoft 365-Abonnements handelt. Weitere Informationen finden Sie unter Multi-Geo-Unterstützung für Power BI Premium.

Kapazitätsmanagement

Das Verwalten von Premium-Kapazitäten umfasst das Erstellen oder Löschen von Kapazitäten, das Zuweisen von Administratoren, das Zuweisen von Arbeitsbereichen, das Konfigurieren von Workloads, das Überwachen und das Vornehmen von Anpassungen zum Optimieren der Kapazitätsleistung.

Globale Administratoren und Power BI-Dienstadministratoren können Premium-Kapazitäten aus verfügbaren V-Kernen erstellen oder vorhandene Premium-Kapazitäten ändern. Wenn eine Kapazität erstellt wird, werden die Größe und die geografische Region der Kapazität angegeben, und es wird mindestens ein Kapazitätsadministrator zugewiesen.

Die meisten Verwaltungsaufgaben beim Erstellen von Kapazitäten finden im Verwaltungsportal statt.

Screenshot des Power BI-Verwaltungsportal mit ausgewähltem Bereich „Mein Arbeitsbereich“

Kapazitätsadministratoren können der Kapazität Arbeitsbereiche zuweisen, Benutzerberechtigungen verwalten und weitere Administratoren zuweisen. Kapazitätsadministratoren können außerdem Workloads konfigurieren, Arbeitsspeicherzuteilungen anpassen und gegebenenfalls eine Kapazität neu starten, um im Fall einer Kapazitätsüberlastung Vorgänge zurückzusetzen.

Screenshot der Kapazitätsverwaltung im Power BI-Verwaltungsportal

Kapazitätsadministratoren können außerdem sicherstellen, dass eine Kapazität reibungslos ausgeführt wird. Sie können den Kapazitätsstatus direkt im Verwaltungsportal oder mithilfe der Premium-Kapazitäts-Metrik-App überwachen.

Weitere Informationen zum Erstellen von Kapazitäten, Zuweisen von Administratoren und Zuweisen von Arbeitsbereichen finden Sie unter Verwalten von Premium-Kapazitäten. Weitere Informationen zu Rollen finden Sie unter Administratorrollen im Zusammenhang mit Power BI.

Monitoring

Durch Überwachen von Premium-Kapazitäten erhalten Administratoren ein Verständnis der Leistung ihrer Kapazitäten. Kapazitäten können mithilfe des Verwaltungsportals und der Power BI Premium-Kapazitäts-Metrik-App überwacht werden.

Die Überwachung im Portal bietet einen schnellen Überblick mit allgemeinen Metriken, die den Mittelwert der platzierten Auslastungen und der von Ihrer Kapazität genutzten Ressourcen über die vergangenen sieben Tage ausweisen.

Screenshot der Kapazitätsintegrität im Power BI-Verwaltungsportal

Die Power BI Premium-Kapazitäts-Metrik-App stellt ausführliche Informationen zur Leistung Ihrer Kapazitäten bereit. Die App bietet ein allgemeines Dashboard und ausführlichere Berichte.

Metrik-App-Dashboard

Sie können im Dashboard der App auf eine Metrikzelle klicken, um einen tiefgreifenden Bericht zu öffnen. In Berichten stehen detaillierte Metriken und Filterfunktionen zur Verfügung, mit denen Sie Drilldowns zu den wichtigsten Informationen ausführen können, die Sie benötigen, um einen reibungslosen Betrieb Ihrer Systeme zu gewährleisten.

Regelmäßig auftretende Spitzen bei den Indikatoren der Abfragewartezeit weisen auf eine potenzielle CPU-Sättigung hin

Weitere Informationen zum Überwachen von Kapazitäten finden Sie unter Überwachen im Power BI-Verwaltungsportal und Überwachen mit der Power BI Premium-Kapazitäts-Metrik-App.

Optimieren von Kapazitäten

Die optimale Nutzung Ihrer Kapazitäten ist kritisch, um Benutzern die erforderliche Leistung und Ihnen das Erzielen des bestmöglichen Nutzens aus Ihrer Investition in Premium zuzusichern. Durch Überwachen von Schlüsselmetriken können Administratoren bestimmen, wie sich Engpässe optimal beheben lassen, und die erforderlichen Aktionen ausführen. Weitere Informationen finden Sie unter Optimieren von Premium-Kapazitäten und Premium-Kapazitätsszenarien.

Kapazitäten-REST-APIs

Die Power BI REST-APIs beinhalten eine Sammlung von Kapazitäts-APIs. Mit den APIs können Administratoren viele Aspekte Ihrer Premium-Kapazitäten programmgesteuert verwalten, darunter das Aktivieren und Deaktivieren von Workloads, das Zuweisen von Arbeitsbereichen zu einer Kapazität usw.

Große Datasets

Je nach der gewählten SKU unterstützt Power BI Premium das Hochladen von PBIX-Modelldateien (Power BI Desktop) bis zu einer Größe von maximal 10 GB. Wenn es geladen ist, kann das Modell anschließend in einem Arbeitsbereich veröffentlicht werden, der einer Premium-Kapazität zugewiesen ist. Das Dataset kann dann bis zu einer Größe von 12 GB aktualisiert werden.

Dimensionierungsaspekte

Große Datasets können ressourcenintensiv sein. Für mehr als ein GB große Datasets sollten Sie mindestens eine P1- oder A4-SKU verwenden. Sie können zwar große Datasets in Arbeitsbereichen veröffentlichen, die von A-SKUs (bis A3) gestützt sind, aber Sie können diese Modelle nicht aktualisieren.

Die folgende Tabelle zeigt die empfohlenen SKUs für das Hochladen oder Veröffentlichen einer PBIX-Datei im Power BI-Dienst:

SKU PBIX-Größe
P1/A4 Bis zu 3 GB
P2/A5 Bis zu 6 GB
P3/A6, P4/A7 und P5/A8 Bis zu 10 GB

Hinweis

Wenn Sie eine PPU-Kapazität verwenden, können Sie PBIX-Dateien mit einer Größe von bis zu 10 GB hochladen oder veröffentlichen.

Speicherformat für großes Datasets

Wenn Sie die Einstellung Großes Datasetspeicherformat für ein Dataset aktivieren, gelten weiterhin die Größenbeschränkungen von PBIX-Dateien für das Hochladen oder Veröffentlichen von Dateien. Die Uploadgrößenbeschränkung ist nicht vom Speicherformat für große Datasets betroffen. Wenn Datasets im Dienst veröffentlicht wurden und die inkrementelle Aktualisierung sowie das Speicherformat für große Datasets aktiviert sind, können Datasets wesentlich größer werden als diese Grenzwerte. Beim Speicherformat für große Datasets wird die Größe des Datasets nur durch die Größe der Power BI Premium-Kapazität beschränkt.

Power BI-Datasets können Daten für eine optimierte Abfrageleistung in einem stark komprimierten In-Memory-Cache speichern. Dadurch wird bei großen Datasets eine schnellere Benutzerinteraktion ermöglicht. Bisher waren Datasets in Power BI Premium nach der Komprimierung auf 10 GB beschränkt. Bei großen Modellen wird die Einschränkung entfernt, und Datasetgrößen werden nur durch die Kapazitätsgröße oder eine vom Administrator festgelegte maximale Größe beschränkt. Wenn Sie so große Datasetgrößen aktivieren, können Power BI-Datasetgrößen besser an Azure Analysis Services-Modellgrößen ausgerichtet werden.

Ihre PBIX-Dateien stellen Daten in einem stark komprimierten Zustand dar. Die Daten werden in den meisten Fällen beim Laden in den Speicher größer, ebenso wie anschließend bei jeder Datenaktualisierung.

Die geplante Aktualisierung von großen Datasets kann lange dauern und ressourcenintensiv sein. Es ist wichtig, nicht zu viele sich überschneidende Aktualisierungen zu planen. Die Konfiguration der inkrementellen Aktualisierung wird empfohlen, da sie schneller und zuverlässiger ist und weniger Ressourcen beansprucht.

Das erste Laden eines Berichts für große Datasets kann sehr lange dauern, wenn das Dataset längere Zeit nicht verwendet wurde. Der Ladevorgang wird bei Berichten mit längerer Ladezeit in einer Statusanzeige angezeigt.

Die Speicher- und Zeitkapazitäten für die einzelnen Abfragen sind bei Premium-Kapazität deutlich höher, es wird jedoch empfohlen, Visuals mit Filtern und Datenschnitten so einzuschränken, dass nur die benötigten Daten angezeigt werden.

Inkrementelle Aktualisierung

Die inkrementelle Aktualisierung stellt einen integralen Bestandteil von Besitz und Verwaltung großer Datasets in Power BI Premium und Power BI Pro dar. Die inkrementelle Aktualisierung hat viele Vorteile, z. B. erfolgen Aktualisierungen schneller, da nur Daten mit Änderungen aktualisiert werden müssen. Aktualisierungen sind zuverlässiger, weil es nicht notwendig ist, Verbindungen mit langer Ausführungsdauer mit flüchtigen Datenquellen herzustellen. Der Ressourcenverbrauch wird reduziert, da sich der Gesamtbedarf an Arbeitsspeicher und anderen Ressourcen durch weniger zu aktualisierende Daten verringert. Die Richtlinien für die inkrementelle Aktualisierung werden in Power BI Desktop definiert und auf den Dienst angewendet. Weitere Informationen finden Sie unter Inkrementelle Aktualisierung für Datasets.

Paginierte Berichte

Paginierte Berichte, die von allen EM-, A- und P-SKUs in Premium Gen2 unterstützt werden, basieren auf der Technologie der Berichtsdefinitionssprache (Report Definition Language, RDL) in SQL Server Reporting Services. Trotz der Grundlage der RDL-Technologie sind sie nicht mit dem Power BI-Berichtsserver zu verwechseln, der eine herunterladbare Berichtsplattform darstellt, die lokal installiert werden kann und ebenfalls in Power BI Premium enthalten ist. Paginierte Berichte sind so formatiert, dass sie gut auf eine Seite passen, die gedruckt oder geteilt werden kann. Die Daten werden in einer Tabelle angezeigt, auch dann, wenn die Tabelle mehrere Seiten überspannt. Mithilfe der kostenlosen Windows Desktop-Anwendung Power BI-Berichts-Generators können Benutzer paginierte Berichte verfassen und sie im Dienst veröffentlichen.

In Power BI Premium sind paginierte Berichte eine Workload, die im Verwaltungsportal für eine Kapazität aktiviert werden muss. Kapazitätsadministratoren können sie aktivieren und dann die Menge Arbeitsspeicher als Prozentsatz der Gesamtspeicherressoucen der Kapazität angeben. Im Gegensatz zu anderen Arten von Workloads führt Premium paginierte Berichte in einem abgeschlossenen Bereich innerhalb der Kapazität aus. Der für diesen Bereich angegebene maximale Arbeitsspeicher wird unabhängig davon belegt, ob die Workload aktiv ist oder nicht. Der Standardwert beträgt 20 %.

Für Dataflows einzigartige Premium-Features

Dataflows werden für Power BI Pro- oder Premium pro Benutzer (PPU)und Power BI Premium-Benutzer unterstützt. Einige Features sind nur mit einer Power BI Premium Abonnement-oder einer Premium pro Benutzer-Lizenz (PPU) verfügbar. In diesem Artikel werden nur die Premium pro Benutzer (PPU) und Premium-Features und deren Verwendungszwecke beschrieben.

Weitere Informationen finden Sie unter Premium-Features, die für Dataflows einzigartig sind.

Bereitstellungspipelines

Mit dem Tool für die Bereitstellungspipelines können BI-Ersteller den Lebenszyklus von organisationsbezogenen Inhalten verwalten. Das Tool ist für Ersteller in einem Unternehmen mit Premium-Kapazität effizient und wiederverwendbar. Mithilfe von Bereitstellungspipelines können Entwickler Power BI-Inhalte im Power BI-Diesnt entwickeln und testen, bevor diese von Benutzern verwendet werden. Zu den Inhaltstypen zählen Berichte, paginierte Berichte, Dashboards und Datasets.

Weitere Informationen finden Sie unter Einführung in Bereitstellungspipelines.

Power BI-Berichtsserver

Der in Power BI Premium enthaltene Power BI-Berichtsserver ist ein lokaler Berichtsserver mit einem Webportal. Sie können eine lokale BI-Umgebung erstellen und Berichte hinter der Firewall Ihrer Organisation verteilen. Der Berichtsserver bietet den Benutzern Zugriff auf komplexe interaktive Berichte und die Berichterstellungsfunktionen von SQL Server Reporting Services für Unternehmen. Benutzer können visuelle Daten untersuchen und schnell Muster erkennen, um bessere Entscheidungen treffen zu können. Report Server bietet Governance zu Ihren Bedingungen. Falls und wenn die Zeit dafür kommt, macht Power BI-Berichtsserver die Migration in die Cloud einfach, wo Ihre Organisation den gesamten Funktionsumfang von Power BI Premium in vollem Umfang nutzen kann.

Weitere Informationen finden Sie unter Power BI-Berichtsserver.

Unbegrenztes Teilen von Inhalten

Mit P Premium-SKUs kann jeder Benutzer – innerhalb und außerhalb Ihrer Organisation – Ihre Power BI-Inhalte wie paginierte und interaktive Berichte anzeigen, ohne Einzellizenzen erwerben zu müssen. Die P-SKUs ermöglichen es Benutzern der kostenlosen Power BI-Edition, Power BI-Apps und freigegebene Inhalte im Power BI-Dienst zu nutzen. EM Premium-SKUs unterstützen kein unbegrenztes Freigeben von Inhalten, Sie unterstützen jedoch die Einbettung in Anwendungen.

Teilen von Inhalten

Premium ermöglicht das weiträumige Verteilen von Inhalten durch Pro-Benutzer ohne dass Pro- oder Premium pro Benutzer (PPU)-Lizenzen für die Empfänger erforderlich sind, die die Inhalte anzeigen. Für Inhalts Ersteller sind pro-oder Premium pro Benutzer-Lizenzen (PPU) erforderlich. Ersteller stellen Verbindungen mit Datenquellen her, modellieren Daten und erstellen Berichte und Dashboards, die als Arbeitsbereichs-Apps verpackt werden. Benutzer ohne Pro-Lizenz oder Premium pro Benutzer haben dennoch Zugriff auf einen Arbeitsbereich, der zur Power BI Premium-Kapazität gehört, sofern Sie nur die Rolle eines Viewers haben. Für andere Rollen ist eine Pro- oder PPU-Lizenz erforderlich.

Weitere Informationen finden Sie unter Power BI-Lizenzierung.

Analysis Services in Power BI Premium

Hinter den Kulissen stützen sich Power BI Premium-Arbeitsbereiche und -Datasets auf die im Unternehmenseinsatz bewährte Microsoft Analysis Services VertiPaq-Engine. Analysis Services bietet Programmierbarkeit und Unterstützung für Clientanwendungen und Tools in Form von Clientbibliotheken und APIs, die das XMLA-Protokoll als offenen Standard unterstützen. Standardmäßig unterstützen Workloads für Power BI Premium-Kapazitätsdatasets schreibgeschützte Vorgänge aus Clientanwendungen von Microsoft und Drittanbietern sowie Tools über XMLA-Endpunkte. Kapazitätsadministratoren können sich auch dafür entscheiden, Lese-/Schreibvorgänge über den Endpunkt zu deaktivieren bzw. zuzulassen.

Bei Lesezugriff können Microsoft-Tools wie SQL Server Management Studio (SSMS) und SQL Server Profiler sowie Apps von Drittanbietern wie DAX Studio und Anwendungen zur Datenvisualisierung mithilfe von XMLA, DAX, MDX, DMVs und Trace-Ereignissen Verbindungen mit Premium-Datasets herstellen und diese abfragen. Bei Lese-/Schreibzugriff können Tools zur Unternehmensdatenmodellierung wie Visual Studio mit der Analysis Services-Projekterweiterung oder dem Editor für Open-Source-Tabellen als Dataset in einem Premium-Arbeitsbereich bereitgestellt werden. Und mit Tools wie SSMS können Administratoren die Tabular Model Scripting Language (TMSL) verwenden, um Metadatenänderungen und erweiterte Datenaktualisierungsszenarios zu schreiben.

Achtung

Die XMLA-Endpunkt- und Drittanbieter-Tools ermöglichen Organisationen das Erstellen von Perspektiven. Power BI berücksichtigt bei der Erstellung von Berichten auf der Grundlage von Live Connect-Modellen oder -Berichten keine Perspektiven. Stattdessen verweist Power BI nach der Veröffentlichung im Power BI-Dienst auf das Hauptmodell und zeigt alle Elemente im Datenmodell an. Wenn Ihr Azure Analysis Services-Modell Perspektiven verwendet, sollten Sie diese Modelle nicht zu Power BI Premium verschieben oder migrieren.

Weitere Informationen finden Sie unter Konnektivität mit Datasets mithilfe des XMLA-Endpunkts.

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