Leitfaden für die Installation von SQL Server unter Linux

Gilt für:yesSQL Server (alle unterstützten Versionen) – Linux

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie SQL Server 2017 (14.x) und SQL Server 2019 (15.x) unter Linux installieren, aktualisieren und deinstallieren.

Informationen zu weiteren Bereitstellungsszenarios finden Sie unter:

Dieser Leitfaden umfasst mehrere Bereitstellungsszenarios. Eine ausführliche Installationsanleitung mit allen erforderlichen Schritten finden Sie in den jeweiligen Schnellstarts:

Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter Häufig gestellte Fragen zu SQL Server für Linux.

Unterstützte Plattformen

SQL Server wird unter Red Hat Enterprise Linux (RHEL), SUSE Linux Enterprise Server (SLES) und Ubuntu unterstützt. Es wird auch als Docker-Image unterstützt, das in der Docker-Engine unter Linux oder in Docker für Windows/Mac ausgeführt werden kann.

Plattform Unterstützte Version(en) Herunterladen
Red Hat Enterprise Linux 7.7 – 7.9, 8.0 – 8.5 RHEL herunterladen
SUSE Linux Enterprise Server v12 SP3 – SP5 SLES v12 herunterladen
Ubuntu 16.04, 18.04 Ubuntu 18.04 herunterladen
Docker-Engine ab 1.8 Docker herunterladen
Plattform Dateisystem Installationshandbuch Herunterladen
Red Hat Enterprise Linux-Server 7.7 – 7.9 oder 8.0 – 8.5 XFS oder EXT4 Installationshandbuch RHEL 8.0 herunterladen
SUSE Enterprise Linux Server v12 (SP3 bis SP5) oder v15 XFS oder EXT4 Installationshandbuch SLES v15 herunterladen
Ubuntu 16.04 LTS, 18.04 LTS, 20.04 LTS XFS oder EXT4 Installationshandbuch Ubuntu 20.04 herunterladen
Docker-Engine 1.8+ für Windows, Mac oder Linux Installationshandbuch Docker herunterladen

Tipp

Weitere Informationen finden Sie in den Systemanforderungen für SQL Server für Linux. Die neuesten Richtlinien zur Unterstützung für SQL Server 2017 finden Sie unter Technical support policy for Microsoft SQL Server (Richtlinien für die technische Unterstützung von Microsoft SQL Server).

Microsoft unterstützt auch die Bereitstellung und Verwaltung von SQL Server-Containern mit OpenShift und Kubernetes.

Hinweis

SQL Server wird unter Linux für die oben aufgeführten Verteilungen getestet und unterstützt. Wenn Sie SQL Server unter einem nicht unterstützten Betriebssystem installieren möchten, finden Sie Informationen zu den Auswirkungen auf die Unterstützung unter Technical support policy for Microsoft SQL Server (Richtlinie für den technischen Support für Microsoft SQL Server) im Abschnitt Supportrichtlinie.

Systemanforderungen

Für SQL Server gelten die folgenden Systemanforderungen unter Linux:

Anforderung
Memory 2 GB
Dateisystem XFS oder EXT4 (andere Dateisysteme wie z. B. BTRFS werden nicht unterstützt)
Speicherplatz 6 GB
Prozessorgeschwindigkeit 2 GHz
Prozessorkerne 2 Kerne
Prozessortyp Nur x64-kompatibel

Wenn Sie NFS-Remotefreigaben (Network File System) in der Produktion verwenden, beachten Sie die folgenden Anforderungen für die Unterstützung:

  • Verwenden Sie NFS in der Version 4.2 oder höher. Ältere NFS-Versionen unterstützen nicht die erforderlichen Features, wie das Erstellen von Fallocate- oder Sparsedateien, die häufig in modernen Dateisystemen enthalten sind.
  • Verwenden Sie nur die Verzeichnisse vom Typ /var/opt/mssql in der NFS-Bereitstellung. Andere Dateien, wie z. B. die SQL Server-Systembinärdateien, werden nicht unterstützt.
  • Stellen Sie sicher, dass NFS-Clients beim Einbinden der Remotefreigabe die Option „NOLOCK“ verwenden.

Konfigurieren von Quellrepositorys

Beim Installieren oder Aktualisieren von SQL Server erhalten Sie die aktuelle SQL Server-Version aus Ihrem konfigurierten Microsoft-Repository. In den Schnellstarts wird das Update des CU-Repositorys für SQL Server verwendet. Sie können stattdessen jedoch ein GDR-Repository konfigurieren. Weitere Informationen zu Repositorys und deren Konfiguration finden Sie unter Configure repositories for SQL Server on Linux (Konfigurieren von Repository für SQL Server unter Linux).

Installieren von SQL Server

Sie können SQL Server 2017 oder SQL Server 2019 unter Linux über die Befehlszeile installieren. Eine ausführliche Anleitung mit den einzelnen Schritten finden Sie jeweils unter den folgenden Schnellstarts:

Plattform Installationsschnellstarts
Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 2017 | 2019
SUSE Linux Enterprise Server (SLES) 2017 | 2019
Ubuntu 2017 | 2019
Docker 2017 | 2019

Sie können SQL Server für Linux auch auf einem virtuellen Azure-Computer ausführen. Weitere Informationen finden Sie unter Bereitstellen eines virtuellen SQL Server-Computers über das Azure-Portal.

Nach der Installation sollten Sie zusätzliche Konfigurationsänderungen vornehmen, um eine optimale Leistung zu erzielen. Weitere Informationen finden Sie unter Bewährte Methoden für die Leistung und Konfigurationsrichtlinien für SQL Server für Linux.

Update oder Upgrade von SQL Server

Wenn Sie das Paket mssql-server auf die neueste Version aktualisieren möchten, verwenden Sie je nach Plattform einen der folgenden Befehle:

Plattform Befehl(e) für das Paketupdate
RHEL sudo yum update mssql-server
SLES sudo zypper update mssql-server
Ubuntu sudo apt-get update
sudo apt-get install mssql-server

Mit diesen Befehlen laden Sie das neueste Paket herunter, und die Binärdateien unter /opt/mssql/ werden ersetzt. Benutzergenerierte Datenbanken und Systemdatenbanken sind von diesem Vorgang nicht betroffen.

Zum Upgraden von SQL Server ändern Sie zunächst Ihr konfiguriertes Repository in die gewünschte SQL Server-Version. Verwenden Sie dann denselben update-Befehl, um Ihre Version von SQL Server upzugraden. Dies ist nur möglich, wenn der Upgradepfad zwischen den Repositorys unterstützt wird.

Zurücksetzen von SQL Server

Wenn Sie SQL Server auf eine frühere Version zurücksetzen oder herabstufen möchten, führen Sie die folgenden Schritte aus:

  1. Ermitteln Sie die Versionsnummer des SQL Server-Pakets, auf das Sie herabstufen möchten. Eine Liste der Paketnummern finden Sie in den Versionshinweisen.

  2. Führen Sie ein Downgrade auf eine frühere Version von SQL Server aus. Ersetzen Sie <version_number> in den folgenden Befehlen durch die in Schritt 1 ermittelte Versionsnummer von SQL Server.

    Plattform Befehl(e) für das Paketupdate
    RHEL sudo yum downgrade mssql-server-<version_number>.x86_64
    SLES sudo zypper install --oldpackage mssql-server=<version_number>
    Ubuntu sudo apt-get install mssql-server=<version_number>
    sudo systemctl start mssql-server

Hinweis

Sie können nur auf eine Version innerhalb derselben Hauptversion, z. B. SQL Server 2019, herabstufen.

Überprüfen der installierten Version von SQL Server

Gehen Sie zum Überprüfen Ihrer aktuellen Version und Edition von SQL Server unter Linux folgendermaßen vor:

  1. Installieren Sie die SQL Server-Befehlszeilentools, falls diese noch nicht installiert sind.

  2. Führen Sie mit sqlcmd einen Transact-SQL-Befehl aus, der Ihre Version und Edition von SQL Server anzeigt.

    sqlcmd -S localhost -U SA -Q 'select @@VERSION'
    

Deinstallieren von SQL Server

Wenn Sie das Paket mssql-server unter Linux entfernen möchten, verwenden Sie je nach Plattform einen der folgenden Befehle:

Plattform Befehl(e) zum Entfernen eines Pakets
RHEL sudo yum remove mssql-server
SLES sudo zypper remove mssql-server
Ubuntu sudo apt-get remove mssql-server

Durch Entfernen des Pakets werden die generierten Datenbankdateien nicht automatisch gelöscht. Wenn Sie die Datenbankdateien löschen möchten, verwenden Sie den folgenden Befehl:

sudo rm -rf /var/opt/mssql/

Unbeaufsichtigtes Installieren

Gehen Sie für eine unbeaufsichtigte Installation folgendermaßen vor:

  • Führen Sie die ersten Schritte der Schnellstarts aus, mit denen die Repositorys registriert und SQL Server installiert wird.
  • Legen Sie beim Ausführen von mssql-conf setupUmgebungsvariablen fest, und verwenden Sie die Option -n (keine Aufforderung).

Im folgenden Beispiel wird die Developer Edition von SQL Server mit der Umgebungsvariablen MSSQL_PID konfiguriert. Zudem werden die Lizenzbedingungen akzeptiert (ACCEPT_EULA) und das SA-Benutzerkennwort festgelegt (MSSQL_SA_PASSWORD). Mit dem Parameter -n wird eine unangekündigte Installation durchgeführt, bei der die Konfigurationswerte aus den Umgebungsvariablen abgerufen werden.

sudo MSSQL_PID=Developer ACCEPT_EULA=Y MSSQL_SA_PASSWORD='<YourStrong!Passw0rd>' /opt/mssql/bin/mssql-conf -n setup

Sie können auch ein Skript für weitere Aktionen erstellen. So können beispielsweise weitere SQL Server-Pakete installiert werden.

Ein ausführliches Beispielskript finden Sie in den folgenden Beispielen:

Offlineinstallation

Wenn Ihr Linux-Computer keinen Zugriff auf die Onlinerepositorys hat, die in den Schnellstarts verwendet werden, können Sie die Paketdateien direkt herunterladen. Diese Pakete befinden sich im Microsoft-Repository https://packages.microsoft.com.

Tipp

Wenn Sie die Installation mithilfe der Schritte in den Schnellstarts erfolgreich abgeschlossen haben, müssen Sie das oder die SQL Server-Pakete nicht herunterladen oder manuell installieren. Dieser Abschnitt betrifft nur das Offlineszenario.

  1. Laden Sie das Paket für die Datenbank-Engine für Ihre Plattform herunter: Downloadlinks für die Pakete finden Sie in den Versionshinweisen im Abschnitt zu den Paketdetails.

  2. Verschieben Sie das heruntergeladene Paket auf Ihren Linux-Computer: Wenn Sie einen anderen Computer zum Herunterladen der Pakete verwendet haben, stellt der Befehl scp eine Möglichkeit dar, die Pakete auf Ihren Linux-Computer zu verschieben.

  3. Installieren Sie das Paket für die Datenbank-Engine: Verwenden Sie je nach Plattform einen der folgenden Befehle. Ersetzen Sie den Dateinamen des Pakets in diesem Beispiel durch den genauen Namen des Pakets, das Sie heruntergeladen haben.

    Plattform Befehl zur Paketinstallation
    RHEL sudo yum localinstall mssql-server_versionnumber.x86_64.rpm
    SLES sudo zypper install mssql-server_versionnumber.x86_64.rpm
    Ubuntu sudo dpkg -i mssql-server_versionnumber_amd64.deb

    Hinweis

    Sie können zur Installation der RPM-Pakete (RHEL und SLES) auch den Befehl rpm -ivh verwenden. Mit den Befehlen in der vorherigen Tabelle werden jedoch automatisch Abhängigkeiten installiert, sofern sie in genehmigten Repositorys verfügbar sind.

  4. Lösen Sie fehlende Abhängigkeiten auf: Zu diesem Zeitpunkt fehlen möglicherweise Abhängigkeiten. Falls nicht, können Sie diesen Schritt überspringen. Wenn Sie unter Ubuntu Zugriff auf genehmigte Repositorys mit diesen Abhängigkeiten haben, ist die einfachste Lösung die Verwendung des Befehls apt-get -f install. Mit diesem Befehl wird auch die Installation von SQL Server abgeschlossen. Verwenden Sie zum manuellen Überprüfen von Abhängigkeiten je nach Plattform einen der folgenden Befehle:

    Plattform Befehl zum Auflisten von Abhängigkeiten
    RHEL rpm -qpR mssql-server_versionnumber.x86_64.rpm
    SLES rpm -qpR mssql-server_versionnumber.x86_64.rpm
    Ubuntu dpkg -I mssql-server_versionnumber_amd64.deb

    Wenn Sie die fehlenden Abhängigkeiten aufgelöst haben, versuchen Sie erneut, das Paket „mssql-server“ zu installieren.

  5. Schließen Sie das Setup von SQL Server ab: Verwenden Sie dazu den Befehl mssql-conf.

    sudo /opt/mssql/bin/mssql-conf setup
    

Lizenzierung und Preise

Die SQL Server-Lizenzierung für Linux und Windows ist identisch. Weitere Informationen zur Lizenzierung und den Preisen von SQL Server finden Sie unter Lizenzierung von SQL Server.

Optionale SQL Server-Funktionen

Nach der Installation können Sie optionale SQL Server-Funktionen installieren oder aktivieren, wie etwa:

Hilfe erhalten

Tipp

Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie unter Häufig gestellte Fragen zu SQL Server für Linux.