Einführung in BizTalk Server

Das Binden von Systemen ist erwartungsgemäß und wird zur Norm. Unternehmensabläufe werden immer serviceorientierter, und die Erstellung effektiver Geschäftsprozesse, die getrennte Systeme zu einem großen Ganzen vereinigen, wird ebenso immer mehr Realität.

Microsoft BizTalk Server ermöglicht das Verbinden verschiedener Software und das anschließende grafische erstellen und Ändern von Prozesslogik, die diese Software nutzt. BizTalk Server ermöglicht Information Workern außerdem das Überwachen von ausgeführten Prozessen, die Interaktion mit Handelspartnern und das Ausführen anderer geschäftsorientierter Aufgaben.

Wichtige neue Features in BizTalk Server sind:

  • Bessere Unterstützung für die Bereitstellung, Überwachung und Verwaltung von Anwendungen

  • Wesentlich vereinfachte Installation

  • Bessere Möglichkeiten der Geschäftsaktivitätsüberwachung (Business Activity Monitoring, BAM)

BizTalk Server verwendet auch die neuesten Releases anderer Microsoft-Technologien. Es basiert auf dem .NET Framework, und die Entwicklertools werden in Microsoft Visual Studio gehostet. Für den Speicher verwendet BizTalk Server SQL Server. BizTalk Server können auf 64-Bit-Windows-Servern ausgeführt werden, wobei der größere Arbeitsspeicher und andere Vorteile, die die Hardware bietet, genutzt werden.

Was ist BizTalk Server?

Das Kombinieren verschiedener Systeme zum Erzielen effektiver Geschäftsprozesse stellt eine große Herausforderung dar. Dementsprechend BizTalk Server umfasst eine Reihe von Technologien. Die Abbildung unten veranschaulicht die Hauptkomponenten des Produkts.

Übersicht über BizTalk Server Komponenten

Wie die Abbildung zeigt, ist das Herzstück des Produkts die- BizTalk Server Engine. Die Engine besteht aus zwei Hauptteilen:

  • Einer Nachrichtenübermittlungskomponente, welche die Kommunikation mit verschiedenen anderen Softwareprogrammen ermöglicht. Durch den Einsatz von Adaptern für verschiedene Kommunikationsarten kann die Engine eine Vielzahl von Protokollen und Datenformaten, z. B. Webdienste, und viele andere unterstützen.

  • Unterstützung für das Erzeugen und Ausführen grafisch definierter Prozesse, die als Orchestrierungen bezeichnet werden. Orchestrierungen bauen auf den Nachrichtenkomponenten der Engine auf und implementieren die Logik, die den gesamten Geschäftsprozess oder Teile von ihm steuert.

    Gemeinsam mit der Engine können mehrere andere BizTalk-Komponenten verwendet werden, z. B.:

  • Ein Geschäftsregel-Engine, die komplexe Regelsätze auswertet.

  • Ein Gruppenhub, mit dessen Hilfe Entwickler und Administratoren die Engine und die ausgeführten Orchestrierungen verwalten und überwachen können.

  • Eine Funktion für Einmaliges Anmelden für Unternehmen (SSO), welche die Möglichkeit bietet, Authentifizierungsinformationen zwischen Windows- und Nicht-Windows-Systemen zuzuordnen.

    Zusätzlich zu dieser Grundlage BizTalk Server umfasst Geschäftsaktivitätsüberwachung, mit dem Information Worker einen laufenden Geschäftsprozess überwachen. Die Informationen werden in eher geschäftlicher als technischer Hinsicht präsentiert, und geschäftlich orientierte Benutzer können bestimmen, welche Informationen angezeigt werden sollen.

Verbinden verschiedener Systeme

Die große Mehrzahl moderner Geschäftsprozesse hängt zumindest teilweise von Software ab. Während einige dieser Prozesse von einer einzelnen Anwendung unterstützt werden, sind viele andere von verschiedenartigen Softwaresystemen abhängig. In vielen Fällen wurde diese Software zu verschiedenen Zeitpunkten, auf unterschiedlichen Plattformen und mithilfe verschiedener Technologien entwickelt. Für die Automatisierung dieser Geschäftsprozesse müssen verschiedenartige Systeme miteinander verbunden werden.

Die Bewältigung dieser Herausforderung hat viele Namen, u. a. Geschäftsprozessautomatisierung, Geschäftsprozessmanagement. Ungeachtet des Namens sind für die Anwendungsintegration zwei Szenarien am wichtigsten. Das eine ist das Verbinden von Anwendungen innerhalb einer einzelnen Organisation, das gemeinhin als Integration von Unternehmensanwendungen (Enterprise Application Integration, EAI) bezeichnet wird. Das andere Szenario, das als B2B-Integration (Business-to-Business) bezeichnet wird, dient zum Verbinden von Anwendungen in verschiedenen Organisationen .

Die nachfolgende Abbildung zeigt ein einfaches Beispiel dafür, wie mit der BizTalk Server-Engine ein EAI-Problem angegangen werden kann. In diesem Szenario bemerkt eine Lagerverwaltungsanwendung, die ggf. auf einem IBM-Großrechner ausgeführt wird, dass der Bestand eines Artikels niedrig ist, und löst deshalb eine Anforderung zur Nachbestellung dieses Artikels aus. Diese Anforderung wird an eine BizTalk Server-Orchestrierung (Schritt 1) gesendet, die anschließend eine Anforderung an die ERP-Anwendung dieser Organisation auslöst, in der eine Bestellung verlangt wird (Schritt 2). Die ERP-Anwendung, die ggf. auf einem UNIX-System ausgeführt wird, sendet die angeforderte Bestellung zurück (Schritt 3), und die BizTalk Server-Orchestrierung informiert anschließend eine Ausführungsanwendung, die ggf. mit .NET Framework für Windows entwickelt wurde, dass der Artikel bestellt werden soll (Schritt 4).

In der BizTalk-Engine implementierte Unternehmensanwendung (EAI).

In diesem Beispiel kommuniziert jede Anwendung mit einem anderen Protokoll. Demzufolge muss die Nachrichtenübermittlungskomponente der BizTalk Server-Engine mit jeder Anwendung in ihrem systemeigenen Kommunikationsstil kommunizieren können. Beachten Sie ferner, dass sich keine einzelne Anwendung des vollständigen Geschäftsprozesses bewusst ist. Die Logik, die für die Koordination der gesamten beteiligten Software erforderlich ist, ist in der BizTalk Server-Orchestrierung implementiert.

Das Verbinden von Anwendungen innerhalb einer Organisation ist wichtig, doch das organisationsübergreifende Verbinden von Anwendungen kann einen mindestens ebenso großen Nutzen haben. Die folgende Abbildung zeigt ein einfaches Beispiel dieser Art der Integration zwischen Unternehmen (B2B). In diesem Fall führt die Einkaufsorganisation oben in der Abbildung eine BizTalk Server-Orchestrierung aus, die mit zwei Lieferanten interagiert. Lieferant A nutzt auch BizTalk Server und stellt dadurch einen indirekten Zugang zu seiner Lieferanwendung bereit. Lieferant B verwendet eine Integrationsplattform eines anderen Anbieters und stellt über beispielsweise Webdienste eine Verbindung zur BizTalk Server-Orchestrierung der Einkaufsorganisation her.

B2B-Integrationsdiagramm

Weitere Informationen

Grundlegendes zu BizTalk Server