Peer-to-Peer-Netzwerkszenarien

Peer-to-Peer-Netzwerke ermöglichen oder erweitern die folgenden Szenarios:

Echtzeitkommunikation

  • Serverlose Sofortnachrichten

    Echtzeitkommunikation (Real-Time Communications, RTC) existiert bereits. Computerbenutzer können heute bereits mit Freunden und Kollegen chatten sowie Sprach- oder Videounterhaltungen führen. Allerdings sind viele vorhandene Programme und deren Kommunikationsprotokolle auf Server angewiesen, um zu funktionieren. Wenn Sie einem drahtlosen Ad-hoc-Netzwerk oder einem isolierten Netzwerk angehören, können Sie diese RTC-Funktionen nicht verwenden. Die Peer-to-Peer-Technologie ermöglicht die Erweiterung der RTC-Funktionen auf diese Netzwerkumgebungen.

  • Echtzeitzuordnung und -spiele

    Ähnlich wie bei der Kommunikation können auch Spiele heute bereits in Echtzeit gespielt werden. Eine Vielzahl webbasierter Spielewebsites widmet sich den Interessen der Online-Spielergemeinschaft. Sie bieten die Möglichkeit, andere Spieler mit ähnlichen Interessen zu finden und mit ihnen gemeinsam zu spielen. Das Problem besteht darin, dass die Spielewebsites nur online funktionieren. Sie sollen passionierte Spieler ansprechen, die sich mit den Besten der Welt messen möchten. Auf den Websites werden Statistiken verfolgt und bereitgestellt, die dies ermöglichen sollen. Über diese Websites kann ein Spieler jedoch kein Ad-hoc-Spiel mit Freunden in unterschiedlichen Netzwerkumgebungen einrichten. Peer-to-Peer-Netzwerke können diese Funktion bereitstellen.

Zusammenarbeit

  • Projektarbeitsbereiche zur Lösung eines Problems

    Anwendungen für einen freigegebenen Arbeitsbereich ermöglichen die Erstellung von Ad-hoc-Arbeitsgruppen. Deren Besitzer können den gemeinsamen Arbeitsbereich mit den Tools und Inhalten füllen, die die Gruppe zur Lösung des Problems benötigt. Dazu zählen z.B. Diskussionsforen, Produktivitätstools und Dateien.

  • Freigabe von Dateien

    Eine Teilmenge der Freigabe von Projektarbeitsbereichen ist die Möglichkeit, Dateien mit anderen zu teilen. Diese Funktion ist zwar mit der aktuellen Version von Windows bereits vorhanden. Doch sie kann mit Peer-to-Peer-Netzwerken erweitert werden, in denen Dateiinhalte auf einfache und benutzerfreundliche Weise verfügbar gemacht werden können. Diese einfache Zugriffsmöglichkeit auf die Fülle von Inhalten am Rand des Internets oder in Ad-Hoc-Computerumgebungen steigert den Nutzen des Bereichs Network Computing erheblich.

  • Freigabe von Erlebnissen

    Drahtlose Verbindungen werden immer weiter verbreitet. Dadurch können Sie über ein Peer-to-Peer-Netzwerk in einer Peergruppe Ihre Erfahrungen und Erlebnisse (wie z.B. einen Sonnenuntergang, ein Rockkonzert oder ein Urlaubserlebnis) online in dem Moment teilen, in dem sie geschehen.

Inhaltsverteilung

  • Textnachrichten

    Über Peer-to-Peer-Netzwerke können textbasierte Informationen in Form von Dateien oder Nachrichten an eine große Benutzergruppe verbreitet werden. Ein Beispiel hierfür ist eine Nachrichtenliste.

  • Audio und Video

    Über Peer-to-Peer-Netzwerke können auch Audio- oder Videoinformationen, wie beispielsweise ein Konzert oder eine Betriebsversammlung, an eine große Benutzergruppe verbreitet werden. Bisher müssen dazu Server mit hoher Kapazität konfiguriert werden, um die Last zu erfassen und an Hunderte oder Tausende von Benutzern zu verteilen. Bei Peer-to-Peer-Netzwerken erhalten nur einige wenige Peers die Inhalte tatsächlich von den zentralen Servern. Diese Peers leiten die Informationen dann an einige weitere Personen weiter, die sie wiederum weiterleiten und so weiter. Dadurch wird die Last der Inhaltsverteilung auf die Peers in der Cloud verteilt. Wenn ein Peer den Inhalt erhalten möchte, sucht er den nächstgelegenen verteilenden Peer, um den Inhalt von ihm abzurufen.

  • Verteilung von Produktupdates

    Peer-to-Peer-Netzwerke eignen sich auch zur effizienten Verteilung von Software, wie z.B. Produktupdates (Sicherheitsupdates und Service Packs). Ein Peer mit einer Verbindung zu einem Softwareverteilungsserver kann das Produktupdate abrufen und es an die anderen Gruppenmitglieder weitergeben.

Verteilte Verarbeitung

  • Aufteilung und Verteilung einer Aufgabe

    Eine umfangreiche Computingaufgabe kann zuerst in einzelne kleinere Aufgaben aufgeteilt werden, die für die Computerressourcen eines Peers geeignet sind. Die Aufteilung der umfangreichen Aufgabe kann von einem Peer durchgeführt werden. Anschließend können die einzelnen Aufgaben über das Peer-to-Peer-Netzwerk an die verschiedenen Peers in der Gruppe verteilt werden. Jeder Peer führt sein Computing aus und meldet das Ergebnis an einen zentralen Akkumulationspunkt zurück.

  • Aggregation von Computerressourcen

    Peer-to-Peer-Netzwerke können für die verteilte Verarbeitung auch verwendet werden, um Programme bei jedem Peer zu Leerlaufzeiten auszuführen. Diese Programme sind Teil einer größeren Computingaufgabe, die von einem zentralen Server koordiniert wird. Durch die Aggregation der Prozessoren von mehreren Computern kann ein Peer-to-Peer-Netzwerk eine Gruppe von Peercomputern in einen großen parallelen Prozessor für umfangreiche Aufgaben umwandeln.

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