Erstellen eines Speicherkontos mit dem Azure-Portal

In dieser Lerneinheit erstellen Sie über das Azure-Portal ein Speicherkonto für eine fiktive Web-App, mit der Benutzer Informationen zu Surfspots in Südkalifornien finden können.

Benutzer können in dieser Web-App Fotos und Videos von den Surfbedingungen an Stränden hochladen. Andere Personen können sich diese Inhalte ansehen und sich dann für einen geeigneten Strand zum Surfen entscheiden. Sie verfolgen im Hinblick auf die Features und das Design die folgenden Ziele:

  • Videoinhalte müssen schnell geladen werden.
  • Die Website muss mit unerwarteten Lastspitzen beim Upload umgehen können.
  • Veraltete Inhalte müssen entfernt werden, wenn sich die Surfbedingungen ändern. Hierdurch wird sichergestellt, dass auf der Website immer die aktuellen Bedingungen angezeigt werden.

Zur Erfüllung dieser Anforderungen treffen Sie die Entscheidung, hochgeladenen Inhalt in einer Azure-Warteschlange für die Verarbeitung zu puffern und dann zur dauerhaften Speicherung in einen Azure-Blob zu übertragen. Sie benötigen nun ein Speicherkonto, das sowohl Warteschlangen als auch Blobs aufnehmen kann, und müssen gleichzeitig Inhalte mit niedriger Latenz übertragen.

Hinweis

Aktivieren Sie die Sandbox, bevor Sie fortfahren.

Erstellen eines Speicherkontos über das Azure-Portal

  1. Melden Sie sich beim Azure-Portal mit dem gleichen Konto an, über das Sie die Sandbox aktiviert haben.

  2. Klicken Sie oben links im Azure-Portal auf Ressource erstellen.

  3. Klicken Sie im angezeigten Auswahlbereich auf Speicher.

  4. Klicken Sie rechts in diesem Bereich auf Speicherkonto.

    Screenshot des Azure-Portals mit dem Bereich „Ressourcengruppe erstellen“, der Kategorie „Speicher“ und der hervorgehobenen Option „Speicherkonto“

Konfigurieren der grundlegenden Optionen

Mit der kostenlosen Sandbox können Sie in einem Teilgebiet der globalen Azure-Regionen Ressourcen erstellen. Wählen Sie eine Region aus der folgenden Liste aus, wenn Sie Ressourcen erstellen:

  • USA, Westen 2
  • South Central US
  • Central US
  • East US
  • West Europe
  • Southeast Asia
  • Japan East
  • Brazil South
  • Australia Southeast
  • Central India

Führen Sie unter PROJEKTDETAILS die folgenden Aktionen aus:

  1. Wählen Sie in der Dropdownliste Abonnement das Concierge-Abonnement aus.

  2. Wählen Sie in der Dropdownliste die vorhandene Ressourcengruppe („[Name der Sandboxressourcengruppe]“) aus.

    Hinweis

    Diese kostenlose Ressourcengruppe wurde von Microsoft zum Lernen zur Verfügung gestellt. Wenn Sie ein Konto für eine reale Anwendung erstellen, müssen Sie eine neue Ressourcengruppe in Ihrem Abonnement erstellen, um alle Ressourcen für die App zu speichern.

Führen Sie unter INSTANCE DETAILS (INSTANZDETAILS) die folgenden Aktionen aus:

  1. Geben Sie den Speicherkontonamen ein. Dieser Name wird zum Generieren der öffentlichen URL verwendet, mit der auf Kontodaten zugegriffen wird. Der Name muss unter allen vorhandenen Speicherkontonamen in Azure eindeutig sein. Namen müssen 3 bis 24 Zeichen lang sein und dürfen nur Kleinbuchstaben und Ziffern enthalten.

  2. Wählen Sie in der Liste oben einen Standort in Ihrer Nähe aus.

  3. Wählen Sie für die Option Leistung den Eintrag Standard aus. Damit wird der Typ des Datenträgerspeichers festgelegt, auf dem Daten innerhalb des Speicherkontos abgelegt werden. Bei Auswahl von „Standard“ werden herkömmliche Festplatten verwendet. Bei „Premium“ werden SSD-Datenträger (Solid State Drive) genutzt, die einen schnelleren Zugriff ermöglichen. Beachten Sie aber, dass für Premium nur Seitenblobs unterstützt werden. Sie benötigen für Ihre Videos aber Blockblobs und eine Warteschlange für die Pufferung. Beides ist nur für die Option Standard verfügbar.

  4. Wählen Sie als Kontoart den Eintrag StorageV2 (general purpose v2) (StorageV2 (universell, Version 2)) aus. Dies ermöglicht den Zugriff auf die neuesten Features und Preise. Blobspeicherkonten verfügen bei Auswahl dieser Kontoart über weitere Optionen. Sie benötigen sowohl Blobs als auch eine Warteschlange. Die Option Blobspeicher kann daher nicht verwendet werden. Für diese Anwendung ergäben sich beim Auswählen der Kontoart Storage (general purpose v1) (Storage (universell, Version 1)) keine Vorteile, da hierdurch die Anzahl von verfügbaren Features beschränkt würde. Außerdem wäre es unwahrscheinlich, dass Sie so die Kosten für die erwartete Workload reduzieren können.

  5. Wählen Sie für Replikation die Option Lokal redundanter Speicher (LRS). Daten in Azure-Speicherkonten werden stets repliziert, um Hochverfügbarkeit sicherzustellen. Mit dieser Option können Sie auswählen, bis zu welcher Entfernung die Replikation erfolgt, damit Ihre Anforderungen an die Dauerhaftigkeit erfüllt werden. In unserem Fall veralten die Bilder und Videos schnell und werden dann von der Website entfernt. Die Zusatzkosten für globale Redundanz würden hier also nicht zu Mehrwert führen. Wenn es durch einen Notfall zu einem Datenverlust käme, könnten Sie die Website mit neuen Benutzerinhalten neu starten.

  6. Legen Sie für die Zugriffsebene die Einstellung Hot (Heiße Ebene) fest. Diese Einstellung wird nur für den Blobspeicher verwendet. Die heiße Zugriffsebene ist ideal für häufig verwendete Daten. Die kalte Zugriffsebene eignet sich hingegen besser für selten genutzte Daten. Beachten Sie, dass dadurch nur der Standardwert festgelegt wird: Wenn Sie einen Blob erstellen, können Sie einen anderen Wert für die Daten festlegen. In unserem Fall sollen Videos schnell geladen werden. Daher muss die Hochleistungsoption für Blobs ausgewählt werden.

Auf dem folgenden Screenshot werden alle vorgenommenen Einstellungen für die Registerkarte Basics (Grundeinstellungen) angezeigt. Beachten Sie, dass für die Ressourcengruppe, das Abonnement und den Namen unterschiedliche Werte festgelegt werden.

Screenshot des Blatts „Speicherkonto erstellen“ mit ausgewählter Registerkarte Basics (Grundeinstellungen)

Konfigurieren der erweiterten Optionen

  1. Klicken Sie auf Next: Advanced > (Weiter: Erweitert >), um die Registerkarte Erweitert aufzurufen, oder klicken Sie am oberen Bildschirmrand auf die Registerkarte Erweitert.

  2. Legen Sie Sichere Übertragung erforderlich auf Aktiviert fest. Mit der Einstellung Sichere Übertragung erforderlich wird festgelegt, ob REST-APIs über HTTP auf Daten im Speicherkonto zugreifen können. Wenn diese Option Aktiviert ist, müssen alle Clients SSL (HTTPS) verwenden. In den meisten Fällen sollte diese Einstellung auf Aktiviert festgelegt sein, da die Verwendung von HTTPS für Netzwerkübertragungen als bewährte Methode betrachtet wird.

    Warnung

    Wenn diese Option aktiviert ist, werden einige zusätzliche Einschränkungen erzwungen. Unverschlüsselte Verbindungen über den Dienst Azure Files schlagen fehl. Dies gilt auch für Szenarios, in denen SMB 2.1 oder 3.0 unter Linux verwendet wird. Diese Option kann nicht zusammen mit benutzerdefinierten Domänennamen verwendet werden, da Azure Storage SSL für diese nicht unterstützt.

  3. Legen Sie für die Option Virtuelle Netzwerke die Einstellung All networks (Alle Netzwerke) fest. Mit dieser Option können Sie das Speicherkonto in einem virtuellen Azure-Netzwerk isolieren. Wir wollen in unserem Szenario einen öffentlichen Zugriff über das Internet unterstützen. Da der Inhalt öffentlich verfügbar sein soll, müssen Sie den Zugriff über öffentliche Clients zulassen.

  4. Übernehmen Sie für die Option Vorläufiges Löschen von Blobs die Einstellung Deaktiviert. Vorläufiges Löschen ermöglicht Ihnen in vielen Fällen, Ihre Daten wiederherzustellen, in denen Blobs oder Blobmomentaufnahmen versehentlich gelöscht oder überschrieben werden.

  5. Übernehmen Sie für die Option Data Lake Storage Gen2 die Einstellung Deaktiviert. Diese Option ist für Big Data-Anwendungen relevant, die allerdings in diesem Modul keine Rolle spielen.

Auf dem folgenden Screenshot werden alle vorgenommenen Einstellungen für die Registerkarte Advanced (Erweitert) angezeigt.

Screenshot des Blatts „Speicherkonto erstellen“ mit ausgewählter Registerkarte Advanced (Erweitert)

Erstellen

  1. Sie können sich die Einstellungen für Tags bei Bedarf genauer ansehen. Damit können Sie Ihrem Konto Schlüssel-Wert-Paare für die Kategorisierung zuordnen. Dieses Feature ist für alle Azure-Ressourcen verfügbar.

  2. Klicken Sie auf Überprüfen + erstellen, um die Einstellungen zu überprüfen. Dadurch wird überprüft, ob alle Pflichtfelder ausgewählt wurden. Wenn Probleme vorliegen, werden diese hier angezeigt. Klicken Sie anschließend auf Erstellen, um das Speicherkonto bereitzustellen.

Die Bereitstellung des Kontos dauert einige Minuten. Während dieser Vorgang von Azure ausgeführt wird, sehen wir uns die APIs an, die wir im Folgenden für dieses Konto verwenden werden.

Überprüfen

  1. Klicken Sie in der linken Randleiste auf den Link Speicherkonten.

  2. Suchen Sie das neue Speicherkonto in der Liste, um zu überprüfen, ob die Erstellung erfolgreich war.

Sie haben ein Speicherkonto erstellt und die zugehörigen Einstellungen an Ihre geschäftlichen Anforderungen angepasst. Beispielsweise haben Sie für das Rechenzentrum die Region „USA, Westen“ ausgewählt, weil Ihre Kunden sich in erster Linie in Südkalifornien befinden. Dieser Ablauf ist typisch: Zunächst analysieren Sie Ihre Daten und Ziele, und anschließend konfigurieren Sie die entsprechenden Optionen für das Speicherkonto.