P2V: Konvertieren physischer Computer in virtuelle Maschinen in VMM

Letzte Aktualisierung: Juni 2013

Betrifft: Virtual Machine Manager 2008, Virtual Machine Manager 2008 R2, Virtual Machine Manager 2008 R2 SP1

Microsoft System Center Virtual Machine Manager (VMM) ermöglicht die Konvertierung physischer Computer in virtuelle Maschinen unter Einsatz der Physical-to-Virtual-Konvertierung (P2V). VMM vereinfacht die P2V-Konvertierung durch einen aufgabenbasierten Assistenten, der den Konvertierungsablauf größtenteils automatisiert. Da die P2V-Konvertierung vollständig skriptgesteuert abläuft, können Sie umfangreiche P2V-Konvertierungen über die Befehlszeile der Windows PowerShell ausführen.

Hinweis

Die mit VMM durchgeführten P2V-Konvertierungen entsprechen der bestmöglichen Leistung. Microsoft garantiert nicht, dass alle potenziellen Kombinationen physischer Hardware in eine virtuelle Maschine konvertiert werden können.

Diagramm möglicher P2V- und V2V-Pfade

Konvertierbare physische Computer

Die Anforderungen an den physischen Quellcomputer hängen davon ab, ob Sie eine P2V-Online- oder eine P2V-Offlinekonvertierung ausführen.

Unterschiede zwischen Online- und Offlinekonvertierung

In der nachfolgenden Tabelle sind einige Unterschiede zwischen P2V-Online- und P2V-Offlinekonvertierung aufgeführt.

Kategorie P2V-Onlinekonvertierung P2V-Offlinekonvertierung

Verfügbarkeit des Quellcomputers

Der Quellcomputer steht während der Konvertierung weiterhin für den normalen Betrieb zur Verfügung.

Der Quellcomputer wird während der Konvertierung offline geschaltet.

Prozess

VMM erstellt eine Kopie der lokalen NTFS-Volumes und der Daten von Anwendungen, die VSS unterstützen. VMM nutzt den Volumeschattenkopie-Dienst (Volume Shadow Copy Service, VSS) zur Gewährleistung einer konsistenten Datensicherung, während der Server weiterhin Benutzeranforderungen bedient. Auf der Basis dieses schreibgeschützten Snapshots wird eine virtuelle Festplatte erstellt.

Der Quellcomputer wird in Windows Preinstallation Environment (Windows PE) neu gestartet, daraufhin klont VMM das Volume in eine virtuelle Festplatte. Abschließend startet VMM den Quellcomputer im ursprünglichen Betriebssystem.

Kompatibilität

Die P2V-Onlinekonvertierung ist die Standardkonvertierung für Betriebssysteme auf den meisten physischen Computern.

Für Windows 2000 Server steht nur die P2V-Offlinekonvertierung zur Verfügung. Sie ist die einzige Methode für eine zuverlässige Migration von FAT-Volumes und wird für die Konvertierung von Domänencontrollern empfohlen.

Vorteile

Der Quellcomputer steht während der gesamten Konvertierung zur Verfügung.

Die P2V-Offlinekonvertierung bietet die zuverlässigste Datenkonsistenz und ist in einigen Situationen die einzig verfügbare Option (siehe oben).

Hinweis

Bei beiden Konvertierungsmethoden wird auf dem physischen Quellcomputer, der konvertiert werden soll, vorübergehend ein Agent installiert.

Anforderungen für die Quellmaschine

Für eine P2V-Konvertierung gelten für den Quellcomputer folgende Voraussetzungen:

  • mindestes 512 MB Arbeitsspeicher

  • Volumes werden nur bis zu einer Größe von 2040 GB unterstützt.

  • ACPI-BIOS (Advanced Configuration and Power Interface) – Vista WinPE kann bei Verwendung eines anderen BIOS nicht installiert werden.

  • VMM und der Hostcomputer müssen auf die Quellmaschine zugreifen können.

  • Darf sich nicht in einem Umkreisnetzwerk befinden. Ein Umkreisnetzwerk, auch überwachtes Subnetz genannt, ist eine Gruppe von Geräten und Subnetzen, die zwischen einem Intranet und dem Internet angeordnet wurden, um das Intranet vor unbefugten Internetbenutzern zu schützen. Der Quellcomputer für eine P2V-Konvertierung kann sich in jeder anderen Netzwerktopologie befinden, in der vom VMM-Server zur vorübergehenden Installation eines Agents eine Verbindung mit dem Quellcomputer hergestellt und Windows Management Instrumentation (WMI)-Aufrufe an den Quellcomputer gemacht werden können.

Wichtig

Bevor Sie eine virtuelle VMware-Maschine in eine virtuelle Hyper-V- oder Virtual Server-Maschine konvertieren, müssen Sie VMware Tools auf dem Gastbetriebssystem der virtuellen Maschine deinstallieren.

In der folgenden Tabelle werden die Windows-Betriebssysteme aufgeführt, für die P2V-Konvertierungen in VMM 2008 und in VMM 2008 R2 unterstützt werden.

Hinweis

Unterstützung für Windows 2000 Server und Windows XP SP2 wurde am 13. Juli 2010 eingestellt. Seit diesem Datum werden Integrationsdienste für diese Betriebssysteme nicht mehr aktualisiert, und Support für Probleme, die sich aus dem Einsatz dieser Betriebssysteme in virtuellen Maschinen ergeben, ist nicht mehr verfügbar. Weitere Informationen zum Ende der Supportleistungen finden Sie unter Support for Windows 2000 and Windows XP Service Pack 2 (SP2) Ends on July 13, 2010 (Unterstützung für Windows 2000 und Windows XP Service Pack 2 (SP2) endet am 13. Juli 2010) (http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkID=196755).

Unterstützte Betriebssysteme für P2V-Konvertierungen in VMM 2008 und VMM 2008 R2

Betriebssystem VMM 2008 VMM 2008 R2

Windows XP Professional mit Service Pack 3 (SP3)

Ja

Ja

Windows XP 64-Bit Edition SP3

Ja

Ja

Windows Server 2003 Standard Edition (32-Bit x86)

Ja (SP1 oder höher erforderlich)

Ja (SP2 oder höher erforderlich)

Windows Server 2003 Enterprise Edition (32-Bit x86)

Ja (SP1 oder höher erforderlich)

Ja (SP2 oder höher erforderlich)

Windows Server 2003 Datacenter Edition (32-Bit x86)

Ja (SP1 oder höher erforderlich)

Ja (SP2 oder höher erforderlich)

Windows Server 2003 x64 Standard Edition

Ja (SP1 oder höher erforderlich)

Ja (SP2 oder höher erforderlich)

Windows Server 2003 Enterprise x64 Edition

Ja (SP1 oder höher erforderlich)

Ja (SP2 oder höher erforderlich)

Windows Server 2003 Datacenter x64 Edition

Ja (SP1 oder höher erforderlich)

Ja (SP2 oder höher erforderlich)

Windows Server 2003 Web Edition

Ja

Ja

Windows Small Business Server 2003

Ja

Ja

Windows Vista mit Service Pack 1 (SP1)

Ja

Ja

Windows Vista 64-Bit Edition mit Service Pack 1 (SP1)

Ja

Ja

Windows Server 2008 Standard 32-Bit

Ja

Ja

Windows Server 2008 Enterprise 32-Bit

Ja

Ja

Windows Server 2008 Datacenter 32-Bit

Ja

Ja

Windows Server 2008 Standard 64-Bit Edition

Ja

Ja

Windows Server 2008 Enterprise 64-Bit Edition

Ja

Ja

Windows Server 2008 Datacenter 64-Bit Edition

Ja

Ja

Windows Web Server 2008

Ja

Ja

Windows 7

Nein

Ja

Windows 7 64-Bit Edition

Nein

Ja

Windows Server 2008 R2 Standard 64-Bit Edition

Nein

Ja

Windows Server 2008 R2 Enterprise 64-Bit Edition

Nein

Ja

Windows Server 2008 R2 Datacenter 64-Bit Edition

Nein

Ja

Windows Web Server 2008 R2

Nein

Ja

Bei P2V-Konvertierungen gelten für die unterstützten Betriebssysteme folgende Einschränkungen:

  • In VMM werden keine P2V-Konvertierungen für Computer mit Itanium–basierten Betriebssystemen unterstützt.

  • Die P2V-Konvertierung wird auf Quellcomputern unter Windows NT Server 4.0 nicht unterstützt. Sie können jedoch das Microsoft Virtual Server 2005 Migration Toolkit (VSMT) oder Lösungen von Drittanbietern zum Konvertieren von Computern unter Windows NT Server 4.0 verwenden.

  • In VMM 2008 R2 wird die Konvertierung eines physischen Computers, auf dem Windows Server 2003 SP1 ausgeführt wird, in eine von Hyper-V verwaltete virtuelle Maschine nicht unterstützt. In Hyper-V werden auf Computern, auf denen Windows Server 2003 SP1 ausgeführt wird, keine Integrationskomponenten unterstützt. Aus diesem Grund gibt es keine Maussteuerung, wenn Sie mithilfe des Remotedesktopprotokolls (RDP) eine Verbindung mit der virtuellen Maschine herstellen. Aktualisieren Sie zur Vermeidung dieses Problems das Betriebssystem auf Windows Server 2003 SP2, bevor Sie den physischen Computer konvertieren. Alternativ können Sie den Computer mithilfe von VMM 2008 konvertieren und dann die virtuelle Maschine in VMM 2008 R2 bereitstellen.

Anforderungen für den Zielhostserver

In VMM ist ein Host ein physischer Computer, auf dem eine oder mehrere virtuelle Maschinen bereitgestellt werden können. Die P2V-Konvertierung erfordert einen Host, auf dem das Abbild des Quellcomputers platziert wird.

Anforderungen für den Hostserver:

  • Der Zielhost kann während einer P2V-Konvertierung Windows Server 2008 mit Hyper-V, Windows Server 2008 R2 mit Hyper-V oder Virtual Server R2 SP1 (oder höher) ausführen.

  • Der Zielhost darf sich nicht in einem Umkreisnetzwerk befinden.

  • Wie bei jeder Erstellung oder Migration einer virtuellen Maschine muss der Zielhost für eine P2V-Konvertierung – zusätzlich zu dem für das Hostbetriebssystem reservierten Arbeitsspeicher – über ausreichend Arbeitsspeicher für die virtuelle Maschine verfügen. Standardmäßig müssen für das Hostbetriebssystem in VMM 2008 256 MB oder in VMM 2008 R2 512 MB Arbeitsspeicher reserviert werden. Verfügt der Host zusätzlich zu dem für den Host reservierten Arbeitsspeicher nicht über genügend Arbeitsspeicher für die virtuelle Maschine, tritt im Assistenten zum Konvertieren des physischen Servers ein Platzierungsfehler auf.

Auswahl der zu konvertierenden Computer

Für eine erfolgreiche P2V-Konvertierung müssen Sie geeignete physische Arbeitslasten zur Konsolidierung in der virtualisierten Umgebung bestimmen. Anhand der Erläuterungen in diesem Abschnitt können Sie feststellen, welche Computer für die Konvertierung geeignet sind.

Identifizieren von Virtualisierungskandidaten

Wenn Sie Microsoft System Center Operations Manager 2007 bereitgestellt haben, können Sie mithilfe von VMM die für die Konsolidierung geeigneten physischen Server auf der Basis einer direkten Analyse der Leistungsindikatoren des Zielcomputers oder historischer Leistungsdaten in der Operations Manager-Datenbank bestimmen.

Mithilfe des Berichts über Virtualisierungskandidaten können Sie selten genutzte Computer ermitteln, indem Sie durchschnittliche Werte für eine Gruppe häufig angeforderter Leistungsindikatoren für CPU-, Arbeitsspeicher- und Datenträgernutzung zusammen mit Hardwarekonfigurationen einschließlich Prozessorgeschwindigkeit, Anzahl der Prozessoren und RAM gesamt anzeigen. Zur Nutzung des Berichts über Virtualisierungskandidaten müssen Sie das System Center VMM 2008-Management Pack bereitstellen. Weitere Informationen zur Berichterstellung finden Sie unter Konfigurieren der Berichterstellung in VMM.

Priorisieren von Virtualisierungskandidaten

Beim Identifizieren der geeignetsten Kandidaten für die P2V-Konvertierung sollten Sie diese Computertypen in der angegebenen Reihenfolge konvertieren:

  1. für das Unternehmen weniger wichtige und selten genutzte Computer; wenn Sie mit den am geringsten genutzten und für das Unternehmen weniger wichtigen Computern beginnen, können Sie sich mit dem P2V-Prozess mit einem relativ geringen Risiko vertraut machen. Webserver könnten geeignete Kandidaten sein.

  2. Computer mit veralteter oder nicht unterstützter Hardware, die ausgetauscht werden muss

  3. selten genutzte Computer, auf denen weniger wichtige, interne Anwendungen gehostet werden

  4. öfter genutzte Computer, auf denen weniger wichtige Anwendungen gehostet werden

  5. sonstige selten genutzten Computer

  6. Extrem wichtige, stark genutzte Anwendungen, etwa E-Mail-Server oder Datenbanken, sollten generell nur auf die Hyper-V-Plattform unter Windows Server 2008 (64-Bit) virtualisiert werden.

Vorgehensweise beim Ausführen einer P2V-Konvertierung

Bei einer P2V-Konvertierung werden Abbilder der Festplatten auf dem Quellcomputer in virtuelle Festplatten (VHD-Dateien) gepackt und dann entsprechend aufbereitet, sodass das Betriebssystem in der virtualisierten Umgebung auf dem Zielhost einwandfrei funktioniert.

Bevor Sie beginnen

Im Folgenden sind die Aufgaben aufgeführt, die vor Beginn der P2V-Konvertierung zu erledigen sind:

  • In der ersten Phase der P2V-Konvertierung wird die Hardwarekonfiguration auf dem Quellcomputer analysiert, um zu gewährleisten, dass der Patchcache sämtliche für die durch die Zielvirtualisierungssoftware emulierten Laufwerke erforderlichen Treiber und Systemdateien enthält. Fehlen Treiber, so werden entsprechende Fehlermeldungen mit einer Angabe dazu, wo die Treiber beschafft werden können, ausgegeben.

    Hinweis

    Mithilfe des Cmdlets Add-Patch können Sie die verfügbaren Patches für VMM manuell laden.

  • Fehlerhafte Festplattensektoren können während der P2V-Konvertierung nicht übertragen werden. Zur Vermeidung von Datenverlusten führen Sie auf dem Quellcomputer ein Tool zur Datenträgerverwaltung wie etwa Chkdsk aus, um Fehler im Dateisystem zu suchen und zu beheben.

  • Defragmentieren Sie die Festplatten des Quellcomputers, damit die Phase der Abbilderstellung möglichst wenig Zeit in Anspruch nimmt. Sorgen Sie außerdem dafür, dass zwischen Quellcomputer und Host eine schnelle Netzwerkverbindung besteht.

  • Verwenden Sie dynamische virtuelle Festplatten (Virtual Hard Disk, VHD), um Speicherplatz auf dem Zielhost einzusparen. Wenn Sie beispielsweise 5 GB Daten auf einer 40-GB-Festplatte konvertieren, erstellt VMM eine dynamisch erweiterbare 40-GB-VHD, die etwa 5 GB Speicherplatz belegt und auf 40 GB erweitert werden kann. Die tatsächliche Größe hängt von der Fragmentierung des ursprünglichen Volumes ab. Daneben ergibt sich ein gewisser Mehraufwand durch das VHD-Format.

    Hinweis

    Die Größe einer Festplatte kann nicht verringert werden.

  • Nur P2V-Onlinekonvertierung: Sorgen Sie dafür, dass sämtliche wichtigen, auf dem Quellcomputer ausgeführten Anwendungen über VSS-kompatible Generatoren verfügen oder andernfalls beendet werden.

  • Nur P2V-Offlinekonvertierung: Halten Sie mit Windows Vista kompatible Netzwerkkarten- und Massenspeichertreiber bereit. VMM analysiert den physischen Quellcomputer, vergleicht das Ergebnis mit den in Windows PE 2.0 enthaltenen Treibern und gibt Anweisungen zum Hinzufügen von Treibern auf dem Quellcomputer aus.

Assistent zum Konvertieren des physischen Servers

  • Mit dem Assistenten zum Konvertieren des physischen Servers können Sie aus einem physischen Quellcomputer eine neue virtuelle Maschine erstellen. Weitere Informationen finden Sie unter P2V: Vorgehensweise beim Ausführen einer Konvertierung.

    Hinweis

    Im Assistenten zum Konvertieren des physischen Servers und in der Befehlszeile können IPv4- oder IPv6-Adressen anstelle der Computernamen angegeben werden.

  • Nach Abschluss der P2V-Konvertierung deinstallieren Sie sämtliche nicht benötigten herstellerspezifischen Hardwaredienstprogramme und Treiber von der virtuellen Maschine.

Hinweis

Der Assistent zur Konvertierung des physischen Servers ruft das Cmdlet New-P2V auf. Einige Konvertierungsoptionen stehen nur über die Befehlszeile zur Verfügung.

Ausführung einer P2V-Konvertierung über die Befehlszeile

Mithilfe des Cmdlets New-P2V kann eine P2V-Konvertierung über die Windows PowerShell ausgeführt werden. Zur Erstellung eines Basisskripts, das Sie anpassen können, führen Sie den Assistenten zum Konvertieren von virtuellen Maschinen in der VMM-Administratorkonsole aus, und klicken Sie auf die Schaltfläche Skript anzeigen.

Weitere Informationen zur Verwendung des Cmdlets New-P2V erhalten Sie, wenn Sie in der Windows PowerShell (Virtual Machine Manager-Befehlsshell) Get-Help New-P2V eingeben.

Verlauf einer P2V-Konvertierung

Bei der P2V-Konvertierung werden ein Abbild der Quellfestplatte erstellt und Betriebssystem sowie Treiber verändert, damit sie mit der über Hyper-V- oder Virtual Server emulierten Hardware kompatibel sind. Der Prozess der P2V-Onlinekonvertierung unterscheidet sich von dem der P2V-Offlinekonvertierung.

Onlinekonvertierung

Bei der Onlinekonvertierung ist kein Neustart des Quellcomputers erforderlich. VMM erstellt mithilfe des Volumeschattenkopie-Diensts (Volume Shadow Copy Service, VSS) ein auf Anwendungsebene konsistentes Abbild der Quellmaschine und dann eine analoge virtuelle Maschine. Die Onlinekonvertierung besteht aus fünf Schritten:

  1. Installation des Agents auf dem Quellcomputer

  2. Abruf der Hardwarekonfiguration

  3. Abbilderstellung

  4. Aufbereitung

  5. Erstellung der virtuellen Maschine

Diagramm des P2V-Onlinekonvertierungsprozesses

  1. Der über VMM auf dem Quellcomputer installierte P2V-Agent stellt die Hardware- und Softwarekonfiguration zusammen. Nach erfolgter Konvertierung wird der Agent entfernt.

    Wichtig

    Bei der Installation des VMM-Agents werden Firewallausnahmen für die Remoteverwaltung (RemoteAdmin-Dienst) und den SSL-Port (Secure Sockets Layer) erstellt. Diese Ausnahmen werden zusammen mit dem VMM-Agent nach abgeschlossener P2V-Konvertierung entfernt. Der Standardport für HTTPS ist TCP 443.

  2. Die Hardware- und Softwarekonfiguration wird wie folgt abgerufen:

    1. Der VMM-Agent sammelt Informationen über Hardware, Software, Dienste, Hotfixes und das Datenträgerlayout (Dateisystem, Volumetyp). Diese Informationen werden in Form einer Gerätekonfigurationsdatei im XML-Format in die VMM-Datenbank exportiert.

    2. Es wird dann geprüft, ob die Quellmaschine virtualisiert werden kann. Dabei wird geprüft, ob das Betriebssystem unterstützt wird und ob die physische Konfiguration mit der Virtualisierungssoftware kompatibel gemacht werden kann. Zudem wird geprüft, ob sämtliche erforderlichen Dateien im Patchcache enthalten sind. Eventuell fehlende Patches werden in den Ordner Patch Import auf dem VMM-Server geladen.

  3. Abbilderstellung:

    1. Für jedes ausgewählte Volume wird ein auf Anwendungsebene konsistentes VSS-Abbild erstellt. Wird ein dynamisches VHD-Format für das Ziel gewählt, werden nur Daten, nicht aber leere Bereiche erfasst.

    2. Die Daten werden unter Einsatz des intelligenten Hintergrundübertragungsdiensts (Background Intelligent Transfer Service, BITS) direkt vom Quellcomputer an den VMM-Host gestreamt.

    3. Jedes physische Volume wird in eine separate virtuelle Festplatte umgewandelt.

  4. Aufbereitung: Das Betriebssystem und die virtuellen Festplatten werden für die Erstellung der virtuellen Maschine vorbereitet.

  5. Erstellung der virtuellen Maschine:

    1. VMM erstellt die virtuelle Maschine.

    2. Virtuelle Festplatten, Netzwerkadapter, CD-ROMs und Speicher werden zugeordnet.

Offlinekonvertierung

Die P2V-Offlinekonvertierung ist im Hinblick auf Datenkonsistenz die zuverlässigste Methode, denn bei ihr wird eine exakte Kopie des Quellcomputers erstellt, während dieser nicht in Gebrauch ist. Windows 2000-Server, Domänencontroller und Volumes mit einem anderen Dateisystem als NTFS können nur offline konvertiert werden. Anders als bei der Onlinekonvertierung muss der Benutzer fehlende Treiber selbst bereitstellen, wenn Windows PE den Quellcomputer nicht unterstützt. Die Offlinekonvertierung besteht aus vier Schritten:

  1. Installation des Agents; der VMM-Agent wird von VMM auf dem Quellcomputer installiert.

  2. Der VMM-Agent installiert ein Windows PE-Abbild auf dem Quellcomputer, modifiziert den Startdatensatz und startet den Computer neu. Der Neustart erfolgt in Windows PE und nicht im Basisbetriebssystem.

  3. VMM beginnt mit dem Streamen der physischen Datenträger. Bei diesem Prozess werden keine Snapshots erstellt.

  4. Der restliche Prozess ähnelt der Aufbereitungsphase und der Erstellung der virtuellen Maschine bei der P2V-Onlinekonvertierung.

Problembehandlung bei einer P2V-Offlinekonvertierung

Erstellen Sie zur Ermöglichung einer Ablaufverfolgung bei der P2V-Offlinekonvertierung auf dem Quellcomputer eine Datei mit der "Bezeichnung scvmm_enable_winpe_tracing.txt", und speichern Sie diese im Stammverzeichnis des Startvolumes auf dem Quellcomputer. Diese Datei muss keine Daten/Informationen enthalten. Auf dem Quellcomputer wird eine Ablaufverfolgungsdatei unter dem Namen "scvmm_winpe.etl" erstellt und gespeichert. Weitere Informationen zur Problembehandlung bei P2V-Konvertierungen finden Sie unter VMM: Troubleshooting P2V Conversion Issues (Problembehandlung bei P2V-Konvertierungen)(http://go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=207409) auf der Microsoft TechNet-Wiki.