Die DesktopdateienWindows-Bereitstellungsdienste unter neuen Gesichtspunkten

Wes Miller

Ich habe bereits in mehreren vor kurzem veröffentlichten Artikeln Bereitstellungstechnologien für Windows Vista und die nächste Version von Windows Server mit dem Codenamen „Longhorn“ besprochen. Da die Softwareentwicklung nie stillsteht, sollen in diesem Artikel neue Funktionen der Windows-Bereitstellungsdienste betrachtet werden, die in

Windows Server® „Longhorn“ enthalten sind. Darüber hinaus werden Fragen zu ImageX, WDS und Windows® PE beantwortet, die in den letzten Monaten von Lesern gestellt oder in verschiedenen Diskussionsforen erörtert wurden.

Neue Features und Verbesserungen

Laut der ersten Planungsphase von WDS sollte die als Add-On zu Windows Server 2003 enthaltene Bereitstellungsfunktion der Version ähneln, die zu einem späteren Zeitpunkt mit Windows Server „Longhorn“ ausgeliefert würde. Das WDS-Entwicklungsteam für Windows Server „Longhorn“ hat jedoch intensiv an drei neuen Schlüsselfeatures für WDS gearbeitet, die exklusiv auf der Longhorn-Plattform zur Verfügung stehen sollen.

Bei diesen neuen Features handelt es sich um die Multicastbereitstellung, verbesserte TFTP-Downloadleistung und Netzwerkstartunterstützung für Extensible Firmware Interface (EFI) für x64-Systeme. Es handelt sich hierbei um wichtige Features, die WDS-Benutzern und -Administratoren eine Reihe von Vorteilen bieten. Im Folgenden werden die einzelnen Features besprochen. Ein wichtiger Hinweis: Es ist nicht geplant, diese Features in eine zukünftige Version von WDS für Windows Server 2003 zu integrieren.

Multicast

Lange vor meiner Tätigkeit im Windows-Team war Multicast bereits eines der am häufigsten diskutierten und angeforderten Features für Remoteinstallationsdienste (Remote Installation Services, RIS) und sogar für die Windows-Bereitstellung allgemein. Kunden, die bereits Bereitstellungssoftware von Drittanbietern verwendet hatten, waren sich des Potenzials der Multicastbereitstellung bewusst. Multicast war zu dem Zeitpunkt bei Microsoft nur in einigen wenigen Bereitstellungstechnologien für bestimmte Szenarios implementiert, beispielsweise in den automatisierten Bereitstellungsdiensten (Automated Deployment Services, ADS). Diese standen jedoch nicht für die OEM- und Unternehmensbereitstellung zur Verfügung. In Gesprächen mit OEM- und Unternehmenskunden wurde die Multicast-Bereitstellung jedoch häufig gewünscht.

Der Hauptvorteil von Multicast besteht darin, dass mehrere Computer eine Meldung gleichzeitig empfangen können. Der Absender (in diesem Fall der WDS-Server) sendet die zu übermittelnden Informationen jedoch nur einmal. Jeder Client muss dann die gesamte Kommunikation abhören, um sie zu empfangen. Da alle Clients gleichzeitig eine bestimmte Netzwerkadresse abhören, entsteht ein doppelter Vorteil: Erhöhte Bereitstellungsgeschwindigkeit, da das Netzwerk nicht so stark durch mehrere Clients überlastet ist, die die gleiche Aufgabe durchführen, sowie eine reduzierte Netzwerkauslastung, da jeder Client einen einzigen Datenstrom abhört.

Der Nachteil bestand in der Vergangenheit in der Infrastruktur von Multicast. Denken Sie an das Spiel „Stille Post“, das viele von uns als Kinder gespielt haben. Sie erinnern sich sicherlich, wie es funktioniert:

  1. Sie flüstern Ihrem Nachbarn eine Nachricht zu.
  2. Ihr Nachbar hört die Nachricht
  3. und sagt sie seinem Nachbarn weiter.
  4. Das geht so weiter, bis alle Mitspieler einmal dran waren.

Das Problem besteht beim Multicast darin, dass Sie die Nachricht nur an vier Personen weitersagen können, wenn sich alle vier Personen im Raum befinden und gleichzeitig zuhören. Wenn eine fünfte Person den Raum betritt, müssen Sie für diese die gesamte Nachricht wiederholen, es sei denn, sie weiß, dass sie sofort zuhören muss.

Multicast funktioniert in der Regel genauso. Sie senden ein binäres Abbild (in der Regel ein sektorbasiertes Datenträgerabbild). Alle Empfängerclients müssen normalerweise in einer Warteschlange warten, wenn sie nicht sofort bei der ersten Übertragung des Abbilds bereit sind. Noch ärgerlicher ist es, wenn Clients aufgrund von Netzwerk- oder Leistungsproblemen zu viele Daten verlieren. In diesem Fall müssen sie entweder die Kommunikationswarteschlange ganz verlassen (da nicht sichergestellt werden kann, dass sie das gesamte Datenträgerabbild empfangen haben), oder die ganze Gruppe muss die Geschwindigkeit herabsetzen, damit die Bedürfnisse des Clients berücksichtigt werden, bei dem es Probleme gibt. In einem Szenario, in dem Sie Hunderte von Systemen gleichzeitig bereitstellen, muss beim Entwerfen eines Multicastsystems unbedingt sichergestellt werden, dass alle Clients gleichzeitig starten und dass sich die Geschwindigkeitsprobleme eines Clients nicht nachteilig auf die anderen Clients auswirken.

Das WDS-Team hat grundlegende Änderungen vorgenommen und stellt jetzt ein neues Multicastmodul bereit, das die Vorteile der dateibasierten Infrastruktur des Windows Imaging-Formats (WIM) nutzt und damit einzigartige Funktionen bietet. Sie können die gleichen Multicast-Bereitstellungsszenarios durchführen wie mit den meisten Multicastanwendungen von Drittanbietern, doch die Multicastlösung für WDS bietet noch viel mehr.

Erstens können sich Clientcomputer jederzeit der Übertragung anschließen. Der Multicastbroadcast ist ein „Roundrobin“-Broadcast von Dateidatenströmen, die so lange übertragen werden, bis alle Clientcomputer sie empfangen haben. Aus diesem Grund spielt es keine Rolle, wann die Clients online gehen. Sie hören den WDS-Server ab, und wenn der Server den Abbilddateibroadcast abgeschlossen hat, fängt er noch einmal von vorne an. Wenn ein Client eine Datei verpasst, hört er so lange ab, bis sie ihn wieder erreicht (wie bei einem Karussell).

Zweitens wurde das Protokoll völlig neu konzipiert und enthält jetzt Features für Überlastungssteuerung und Flusssteuerung. Das bedeutet, dass ein reibungsloser Ablauf in Produktionsnetzwerken ohne Störung vorhandener Netzwerkkommunikation gewährleistet werden kann. Viele Netzwerkadministratoren befürchten, dass das Netzwerk durch Multicastlösungen mit Datenverkehr überflutet wird (dies trifft tatsächlich auf einige Multicastlösungen zu), obwohl ja eigentlich die Kommunikation effizienter gestaltet werden soll.

Drittens funktioniert diese Lösung unabhängig von WDS und Active Directory®. Daher benötigen Sie für die Nutzung weder Active Directory noch eine aktive WDS-Implementierung. ImageX-Multicast kann unabhängig durchgeführt werden und ist für viele weitere Szenarios geeignet. Der Multicastclient ist eine Befehlszeilenanwendung, die unter Windows Server „Longhorn“ (und der zugehörigen Version von Windows PE), Windows Vista™, Windows XP Service Pack 2 (SP2) oder Windows Server 2003 SP2 (vor kurzem veröffentlicht) ausgeführt werden kann.

Die WDS MMC und die WDSUtil-Anwendung enthalten neue Verwaltungsaufgaben zum Einrichten und Konfigurieren von Multicast. In der Benutzeroberfläche des WDS-Clients wird jetzt angegeben, dass Multicast verwendet wird.

Die WDS-Verwaltungstools ermöglichen Administratoren, den Übertragungsfortschritt an Clients in Echtzeit zu überwachen (neben dem Entfernen von Clients aus einer Übertragung). Die Verwaltungstools bieten zudem eine vollständige Protokollierung und Berichterstattung. Aus diesem Grund können Administratoren nun Installationen protokollieren, was in RIS nicht möglich war.

Die Ankündigung von Multicast in WDS für Windows Server „Longhorn“ ist wirklich hochinteressant. Es ist fantastisch, dass es dem Team gelang, diesen häufig geäußerten Kundenwunsch auf eine Weise zu erfüllen, die OEM- sowie Unternehmenskunden gleichermaßen zufriedenstellen wird.

Verbesserte TFTP-Downloadleistung

Trivial File Transfer Protocol (TFTP) ist eine zentrale Komponente des Pre-boot eXecution Environment (PXE) und stellt das Rückgrat von RIS und nun auch von WDS dar. TFTP wurde nicht wegen Netzwerkeffizienz oder Stabilität ausgewählt, sondern aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein äußerst kleines Protokoll handelt (statusfrei, nicht sicher und UDP-basiert). Daher ist es für eine Kapselung in einer Start-ROM geeignet, die für Systeme zum PXE-Start vom Netzwerk erforderlich ist.

Der TFTP-Daemon (TFTPD) wurde für Windows Server „Longhorn“ vollständig neu geschrieben, sodass die TFTP-Downloadzeiten erheblich reduziert wurden. (Diese Verbesserung ist von großer Bedeutung, da nun die gesamte WDS-Bereitstellung auf einem Windows PE-Start vom RAM-Abbild basiert.) Dies ist eine gute Nachricht für Kunden, die eine bessere Leistung für den Download von Windows PE von RIS oder WDS auf Windows Server 2003 wünschen.

Da sich die PC-Welt allmählich vom weit verbreiteten BIOS (dem Backbone der heutigen x86-PCs) zum EFI bewegt, wurde WDS bereits für die neu verfügbaren x64-Serversysteme konzipiert, die mit EFI anstatt mit BIOS starten. Die enthaltene Funktionalität ermöglicht x64-Clientsystemen einen PXE-Start von einem WDS-Server.

Frage

Angesichts der vorliegenden WDS-Aktualisierung sollen im restlichen Teil dieses Artikels einige Fragen beantwortet werden, die ich per E-Mail erhalten habe oder die vor kurzem online diskutiert wurden. Ich hoffe, dies entspricht dem Wunsch der Leser.

F: Ist es möglich, WDS in einer anderen Umgebung als DHCP zu verwenden? Mein Netzwerk lässt keinen DHCP- oder PXE-Datenverkehr zu.

A: Ja, Sie können WDS natürlich in einer anderen Umgebung als DHCP verwenden. Diese Lösung ist jedoch nicht optimal, da Sie für jede zu unterstützende Installation eine einmalige CD mit einer eindeutigen IP-Adresse erstellen müssen. Es empfiehlt sich daher, für die Installation DVDs zu verwenden. Wenn Sie die Installation über WDS ohne DHCP durchführen müssen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Erstellen Sie ein WDS-Ermittlungsabbild mit einem statisch definierten Server (als Verweis auf den bestimmten WDS-Server, von dem die Installation durchgeführt wird).
  2. Lassen Sie DHCP-Datenverkehr an Port 4011 auf diesem WDS-Zielserver zu. Auch wenn Sie DHCP nicht verwenden, müssen Sie dies zulassen, da auf diese Weise WDS-Clients einen Handshake mit dem Server durchführen.
  3. Erstellen Sie einmalige Windows PE-Medien mit einer statischen IP-Adresse anstatt DHCP.

Diese Lösung ist allerdings mühsam, weil die Clientmedien einmalig sein müssen, um IP-Adressenkonflikte zu vermeiden. Zudem müssen Sie auf einen bestimmten WDS-Server auf Ihrem Netzwerk verweisen. Da PXE (basiert selbst auf DHCP) der Backbone von WDS ist, ist leicht zu erkennen, warum WDS viel besser funktioniert, wenn DHCP in Ihrer Umgebung zugelassen ist.

F: Ich möchte einen PXE-Start von Windows PE 2.0 von einem anderen PXE-Server als WDS durchführen. Wie kann ich das erreichen?

A: Der Knowledge Base-Artikel unter support.microsoft.com/kb/926172 enthält Informationen zum Ausführen von Windows PE 2.0 von einem Server, der kein WDS PXE-Server ist. Beachten Sie jedoch, dass die Unterstützung durch Microsoft hierfür begrenzt ist.

F: Was ist BDD? Ist das Windows Automated Installation Kit (WAIK) ein Teil davon?

A: BDD (eigentlich Business Desktop Deployment Solution Accelerator) ist ein Anleitungsframework für die Verwendung von Windows-Bereitstellungstools (z. B. das WAIK) auf überschaubare und reproduzierbare Art und Weise. Das WAIK ist nicht direkt ein Teil von BDD. BDD fasst aber alle notwendigen Tools einschließlich des WAIK zusammen, damit Sie sie installieren können, falls dies nicht bereits geschehen ist. Folglich enthält BDD das WAIK zwar nicht, benötigt es aber, um ordnungsgemäß zu funktionieren. Weitere Informationen zu BDD erhalten Sie unter microsoft.com/desktopdeployment.

F: Wo erhalte ich WDS für mein Windows Server 2003-System?

A: WDS steht als Teil des WAIK-Downloads im WDS-Verzeichnis zur Verfügung (siehe go.microsoft.com/fwlink/?LinkId=85377).

F: Wie kann ich Windows PE 2.0 so konfigurieren, dass der Start mit einer statischen IP-Adresse durchgeführt und eine DNS-Konfiguration unterstützt wird?

A: Konfigurieren Sie eine statische IP mithilfe des unattend.xml-Beispiels in Abbildung 1. Speichern Sie es im Stammverzeichnis Ihrer CD, Ihres USB-Flashlaufwerks oder auf anderen startbaren Medien, von denen es übernommen werden kann. Wenn Sie zudem DNS-Unterstützung benötigen, müssen Sie den folgenden Befehl ausführen:

Figure 1 Abbildung 1 unattend.xml

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<unattend xmlns="urn:schemas-microsoft-com:unattend">
 <settings pass="windowsPE">
  <component 
   name="Microsoft-Windows-TCPIP" 
   processorArchitecture="x86" 
   publicKeyToken="31bf3856ad364e35" 
   language="neutral" 
   versionScope="nonSxS" 
   xmlns:wcm="http://schemas.microsoft.com/WMIConfig/2002/State" 
   xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance">
   <Interfaces>
    <Interface wcm:action="add">
     <Ipv4Settings>
      <DhcpEnabled>false</DhcpEnabled>
     </Ipv4Settings>
     <UnicastIpAddresses>
      <IpAddress wcm:action="add" wcm:keyValue="1">
       192.168.0.1</IpAddress>
     </UnicastIpAddresses>
     <Identifier>Local Area Connection</Identifier>
    </Interface>
   </Interfaces>
  </component>
 </settings>
<cpi:offlineImage 
 cpi:source="wim:c:/simtest/winpe.wim#Microsoft Windows Vista PE (X86)" 
 xmlns:cpi="urn:schemas-microsoft-com:cpi" />
</unattend>

net start "DNS Client"
netsh interface ipv4 add dnsserver "Local Area Connection" 192.168.2.10 index=1

F: Ist es möglich, Windows PE von einem Fibre Channel-Controller zu starten?

A: Ja, sofern der Fibre Channel-HBA die Registrierung des Startvolumes über Int13 unterstützt, damit es im BIOS als startbares Volume für Windows PE erscheint. Außerdem muss der Treiber für den Fibre Channel-Controller hinzugefügt werden. Dies erfolgt genau wie bei jedem anderen integrierten Speichercontrollertreiber.

F: Windows PE 2.0 startet immer von einer RAMDisk. Einige meiner Systeme verfügen nicht über genügend Arbeitsspeicher für einen derartigen Start. Kann ich Windows PE 2.0 ohne eine RAMDisk starten?

A: Ja. Insbesondere bei Systemen mit weniger als 256 MB RAM muss der Start möglicherweise mit einer Implementierung von Windows PE ohne RAMDisk erfolgen. Derzeit wird ein Supportartikel von Microsoft erstellt, der diese Vorgehensweise beschreibt. Einige wichtige Warnhinweise: Sie können Medien nicht wie bei einer RAMDisk austauschen. Darüber hinaus dauert der Start länger als bei einer RAMDisk-basierten Version von Windows PE 2.0.

F: Ich habe versucht, Windows PE 2004 und Windows PE 2005 (1.5 oder 1.6) von anderen Medien als von einer DVD zu starten und ein Abbild (oder andere Daten) von einer DVD zu kopieren. Ich starte nun nicht von DVD, sondern kopiere nur Daten davon, dies funktioniert jedoch nicht. Die DVD ist unter einer vollständigen Installation von Windows lesbar, aber unter Windows PE erhalte ich eine Fehlermeldung, dass das Volume beschädigt oder unlesbar ist. Kann ich diesen Fehler beheben?

A: Ja. Standardmäßig unterstützt Windows PE 1.x UDF-formatierte Medien nicht. DVDs sind definitionsgemäß entweder mit ISO Bridge-Unterstützung formatiert (ein duales Format aus ISO und UDF) oder nur mit UDF. Sie müssen der Windows PE-Installation den UDF-Treiber hinzufügen, damit dies funktioniert. Der Treiber ist bereits vorhanden, nur noch nicht installiert. Gehen Sie für die Installation folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie in Editor die txtsetup.sif-Datei im I386-Verzeichnis (oder im Falle einer Festplatteninstallation von Windows PE im MiniNT-Verzeichnis).
  2. Suchen Sie den Abschnitt mit dem Namen „[CdRomDrivers.Load]“ und die Zeile mit dem Treiber namens cdfs.sys. Fügen Sie unter dieser Zeile die Zeile „udfs = udfs.sys“ ein. Der Eintrag sollte in etwa folgendermaßen aussehen:
[CdRomDrivers.Load]
cdfs = cdfs.sys
udfs = udfs.sys

3. Suchen Sie den Abschnitt mit dem Namen „[CdRomDrivers]“ und die Zeile mit cdfs. Fügen Sie unter dieser Zeile die Zeile „udfs = "Universal Disk File System"“ hinzu. Der Eintrag sollte etwa wie folgt aussehen:

[CdRomDrivers]
cdfs = "CD-ROM File System"
udfs = "Universal Disk File System"

4. Speichern und schließen Sie die Datei „txtsetup.sif“, und erstellen Sie das Windows PE-Abbild bei Bedarf neu. Sie müssten jetzt jede beliebige UDF-formatierte DVD von Windows PE aus lesen können.

F: Ich besitze eine Anzahl älterer Systeme, auf denen ich Windows XP ausführe. XP unterstützt jedoch nicht ACPI. Kann ich auf diesen Systemen Windows PE 2.0 verwenden, um sie auf Windows Vista zu migrieren oder um Windows XP neu zu installieren?

A: Nein, dies ist nicht möglich. Windows PE 2.0 unterstützt nur ACPI-kompatible Systeme (Advanced Configuration and Power Interface) und startet auf diesen Systemen nicht. Wenn Sie Windows PE auf diesen Systemen verwenden müssen, verwenden Sie Windows PE 1.6 oder eine frühere Version.

F: Ich habe meine eigene Anwendung in Visual Studio® 2005 geschrieben und würde sie gerne unter Windows PE (1.x oder 2.0) ausführen. Funktioniert dies?

A: Das hängt davon ab, wie Ihre Anwendung geschrieben wurde. Wenn Sie nicht verwalteten C++-Code verwenden, müsste Ihre Anwendung funktionieren. Wenn Sie eine der verwalteten Codesprachen (zum Beispiel C# oder J#) verwenden oder verwalteten C++-Code schreiben, funktioniert sie nicht. Da das Microsoft® .NET-Framework (beliebige Version) nicht unter Windows PE verfügbar ist, wird verwalteter Code nicht ausgeführt.

F: Ich möchte meine eigene Anwendung für die Verwendung unter Windows PE 2.0 schreiben und benötige Hilfe. Wo kann ich Informationen erhalten?

A: Als Einstieg ist das Whitepaper für das Windows PE-Entwicklerhandbuch zu empfehlen.

F: Ich habe Windows PE 2.0 mehrmals von einer CD gestartet, aber der Laufwerkbuchstabe (der RAMDisk) lautet immer X. Wie kann ich ermitteln, von welchem Laufwerk der Start tatsächlich durchgeführt wurde?

A: Der folgende Schlüssel in der Registrierung gibt den Laufwerkbuchstaben an, von dem Windows PE ursprünglich gestartet wurde:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\Setup\SystemPartition 

Wenn dieser Schlüssel nicht aufgefüllt wurde, weil eine Drittanbietershell innerhalb von Windows PE verwendet wurde, führen Sie den folgenden Befehl aus, um den richtigen Wert zu erhalten:

start /w wpeinit UpdateBootInfo

F: Ist es möglich, ImageX- und WIM-Dateien zum Sichern meiner Systeme zu verwenden?

A: Theoretisch ist dies möglich, ich würde es jedoch nicht empfehlen. ImageX kann gesperrte oder geöffnete Dateien nicht wie ein echtes Sicherungstool sichern. Ich empfehle die Verwendung eines echten Sicherungsprogramms, mit dem Sie geöffnete und gesperrte Dateien schützen können.

F: Ist die Bereitstellung einer WIM-Datei, die in dekomprimiertem Zustand aufgezeichnet wurde, schneller als die Bereitstellung des gleichen Volumeabbilds in komprimiertem Zustand?

A: Nein. Die Aufzeichnung dauert wegen der Komprimierung länger. Die Anwendung des Abbilds auf ein Zielsystem dauert unabhängig vom verwendeten Komprimierungstyp (keiner, XPress oder LZX) nicht viel länger. Es empfiehlt sich, die Entscheidung über die Komprimierung von der gewünschten Abbildgröße und der Zeit abhängig zu machen, die Ihnen für die Aufzeichnung zur Verfügung steht.

F: Muss ich die Festplatte partitionieren und formatieren, wenn ich darauf ein WIM-Abbild anwenden möchte?

A: Ja. Um ein sauberes Abbild eines Systems zu erhalten, müssen Sie zunächst das Volume mithilfe des Diskpart-Tools säubern (oder die Zielpartition löschen und neu erstellen). Alternativ können Sie das Volume vollständig vor der Anwendung formatieren.

Beachten Sie des Weiteren, dass Windows-Versionen vor Windows Vista einen anderen Startsektor verwenden. Wenn Sie also Windows Server 2003 oder früher mithilfe von Windows PE 2.0 bereitstellen, müssen Sie den folgenden Befehl von Windows PE aus ausführen, um einen Startsektor festzulegen, von dem Windows Server 2003 oder früher starten kann, bevor Sie mit dem Windows-Setup oder dem Anwenden eines WIM beginnen:

bootsect /nt52 sys C: /force

Schlussbemerkung

Ich hoffe, dass die neuen Informationen zu WDS und die Antworten auf diese Fragen für Sie hilfreich und interessant sind. Ich freue mich über Ihre Fragen, die ich, wann immer möglich, in dieser Rubrik beantworten werde. Bitte senden Sie Fragen weiterhin per E-Mail an die angegebene Adresse.

Windows Vista-Hardwarebewertung

Baldwin Ng

Eine gute Nachricht – Ihr Manager reagiert endlich auf einen Vorschlag, den Sie bereits vor einem Monat eingereicht haben. Offenbar hat er ernsthaft über Ihren Vorschlag zu einer unternehmensweiten Bereitstellung von Windows Vista nachgedacht und ist sich nun der Vorteile und Einsparungen bewusst, die durch die Verwaltung eines einzigen Betriebssystems erzielt werden können. Er ist jedoch noch nicht vollkommen überzeugt davon, dass es in finanzieller Hinsicht sinnvoll ist, für die Windows Vista-Installation alle PCs zu ersetzen. Er verlangt konkrete, detaillierte Informationen darüber, welche PCs sofort auf Windows Vista migrieren können und welche nach ein paar kleinen Upgrades, z. B. mit zusätzlichem System- und Festplattenspeicher, migriert werden können. Er möchte bis zum Ende der Woche eine Antwort auf diese Fragen haben. Wie gehen Sie dies am besten an? Sie benötigen die Antworten in wenigen Tagen, aber Ihre Organisation verfügt über keinerlei ausgereifte Asset Management Tools oder Netzwerkverwaltungstools. Weiter erschwert wird die Situation dadurch, dass Ihr Vorgänger Ihnen nicht genügend Information über den bereits vorhandenen Netzwerkbestand überlassen hat.

Microsoft hat gerade Windows Vista-Hardwarebewertung veröffentlicht. Dabei handelt es sich um einen Solution Accelerator, der Sie dabei unterstützt, die Bereitschaft Ihres Unternehmens für Windows Vista zu bestimmen (siehe microsoft.com/technet/wvha). Dieses Tool bewertet umgehend die PCs in einem Netzwerk und generiert ausführliche Bereitschaftsberichte über Hardware- und Gerätekompatibilität. Dies kann für ein mittelgroßes Unternehmen innerhalb weniger Stunden und ohne Installation von Software-Agents auf den PCs im Netzwerk durchgeführt werden.

Windows Vista-Hardwarebewertung baut auf der leistungsstarken Bestandserfassung und Berichtstechnologie auf, die bereits für Microsoft Assessment and Deployment Solution (ADS) entwickelt wurde, und erstellt in drei Schritten einen Satz an Bereitschaftsberichten:

1. Hardwareinventur

Durch die Verwendung der Windows-Verwaltungsinstrumentation (Windows Management Instrumentation, WMI), Active Directory® und anderer Windows-Netzwerkprotokolle, z. B. NetServerEnum, ermittelt dieses Tool Computer in einer Domäne sowie Arbeitsgruppencomputer. Nach Erstellen des Inventars werden alle Systemressourcen und Geräteinformationen in einer SQL Server™ 2005 Express-Datenbank gespeichert. Die aktuelle Version dieses Tools unterstützt die Netzwerkermittlung von bis zu 5.000 Computern. Zukünftige Versionen werden wahrscheinlich auf größere Netzwerke skaliert.

2. Kompatibilitätsanalyse

Das Tool verwendet das aktuellste Gerät und die aktuellsten BIOS-Datenbanken des Windows-Teams und analysiert die Bereitschaft jedes PCs hinsichtlich der Hardware- und Gerätekompatibilität für Windows Vista. Darüber hinaus werden die Treiberinformationen über einen regelmäßig aktualisierten Webdienst übermittelt, sodass Sie bei jedem Ausführen des Tools die neuesten Informationen erhalten.

3. Bereitschaftsberichte

Der letzte Schritt besteht in der automatischen Generierung eines Satzes an Bereitschaftsberichten in Form von Microsoft Word-Dokumenten und Excel®-Tabellen. Diese Berichte enthalten den Bereitschaftsstatus zusammen mit Upgradeempfehlungen für jeden PC.

Windows Vista-Hardwarebewertung ergänzt andere Windows Vista Solution Accelerators, einschließlich Business Desktop Deployment 2007 und Windows Vista-Sicherheitshandbuch. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage für Solution Accelerators.

Baldwin Ng ist Produktmanager im Microsoft Solution Accelerators-Team. Im Mittelpunkt seiner Tätigkeit steht die Entwicklung automatisierter Softwaretools, um Kunden und Beratern dabei zu helfen, Microsoft-Software noch schneller und effektiver einzusetzen. Sie können ihn unter Baldwin.Ng@microsoft.com erreichen.

Wes Miller ist Entwicklungsmanager bei Pluck (www.pluck.com) in Austin, Texas. Er hat bereits bei Winternals Software in Austin und bei Microsoft als Programmmanager und Produktmanager für Windows gearbeitet. Sie können ihn unter technet@getwired.com erreichen. Der Autor dankt Scott Dickens, dem Programmmanager für Windows-Bereitstellungsdienste (Windows Deployment Services, WDS) bei Microsoft, für seine Unterstützung bei der Bearbeitung dieser Veröffentlichung über die neuen WDS-Features.

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