Einführung in Windows Forms

Veröffentlicht: 08. Feb 2002 | Aktualisiert: 14. Jun 2004

Auf dieser Seite

 Einführung in Windows Forms
 Erstellen einer Windows Forms-AnwendungWindows
 Exakter Formularentwurf
 Leistungsstarke Grafiken
 Geringere Gesamtkosten
 Schlussfolgerung

Einführung in Windows Forms

Windows Forms ist ein neues Formularpaket, mit dem Entwickler Windows-basierte Anwendungen erstellen können, die die neuen, noch leistungsfähigeren Benutzeroberflächenfeatures des Betriebssystems Microsoft Windows optimal nutzen. Windows Forms ist Teil der neuen Microsoft .NET Framework-Struktur und nutzt viele neue Technologien, darunter einen allgemeinen Anwendungsrahmen, eine verwaltete Ausführungsumgebung, integrierte Sicherheit und objektorientierte Entwurfsprinzipien. Darüber hinaus bietet Windows Forms volle Unterstützung für eine schnelle und problemlose Verbindungsherstellung zu XML-Webdiensten und zum Erstellen von umfangreichen Datenbankanwendungen, die auf dem ADO.NET-Datenmodell basieren. Mit der neuen gemeinsam genutzten Entwicklungsumgebung in Visual Studio können Entwickler Windows Forms mithilfe einer beliebigen Sprache erstellen, die die .NET-Plattform unterstützt, darunter auch Microsoft Visual Basic ® und C#.

 

Erstellen einer Windows Forms-AnwendungWindows

Forms-Anwendungen werden ähnlich wie bisher Visual Basic-basierte Formulare erstellt (obwohl Sie mit Windows Forms nicht nur in Visual Basic, sondern in allen von Visual Studio unterstützten Sprachen das gleiche Maß an Funktionalität erhalten). In der folgenden Abbildung sehen Sie, dass die Entwurfsoberfläche eine visuelle Darstellung des Formulars mit leistungsstarken Steuerelementen ermöglicht. Zum Bearbeiten von Quellcode kann der Entwickler einfach durch Doppelklicken auf ein Steuerelement den Quellcode-Editor anzeigen. Damit erhält er schnell Zugriff auf das vollständige Ereignismodell für das Steuerelement und das Formular.

Erstellen von Windows-Formularen

Abbildung 1. Erstellen von Windows-Formularen

Visuelle VererbungVisuelle Vererbung ist eines der wichtigsten neuen Features in Windows Forms. Es verbessert die Produktivität des Entwicklers und erleichtert die Wiederverwendung von Code. Eine Organisation kann z. B. ein Standardbasisformular definieren, das Elemente wie ein Firmenlogo und eventuell eine allgemeine Symbolleiste enthält. Dieses Formular kann vom Entwickler mithilfe von Vererbung übernommen und dann entsprechend den Anforderungen bestimmter Anwendungen erweitert werden, wobei gleichzeitig die Verwendung einer allgemeinen und konsistenten Benutzeroberfläche im gesamten Unternehmen ermöglicht wird. Der Autor des Basisformulars kann festlegen, welche Elemente erweitert werden dürfen und welche unverändert bleiben müssen. Damit stellt er sicher, dass das Formular wie gewünscht wieder verwendet wird.

 

Exakter Formularentwurf

Entwickler können den Entwurf des Erscheinungsbildes und der Funktionalität ihrer Windows Forms-Anwendungen besser steuern und produktiver gestalten als je zuvor. Features wie der Menü-Designer und Funktionen zum Verankern und Andocken von Steuerelementen sowie viele neue Steuerelemente bieten mehr Flexibilität und Genauigkeit und ermöglichen dem Entwickler dadurch das Erstellen komplexer Windows-basierter Benutzeroberflächen.

Mit dem Menü-Designer können Entwickler schnell und problemlos Menüs zu einem Formular hinzufügen, diese ändern und ihr Erscheinungsbild überprüfen, ohne die Anwendung auszuführen. Steuerelemente auf Formularen können mithilfe des Verankerns von Steuerelementen (Control Anchoring) effizienter genutzt werden. Dieses Feature ermöglicht die automatische Größenanpassung von Steuerelementen, wenn ein Benutzer die Größe eines Formulars ändert. Durch das Andocken von Steuerelementen (Control Docking) können Steuerelemente an beliebigen Seiten des Formulars angedockt werden. Dies erhöht die Layoutflexibilität.

Menü-Editor für direkte Bearbeitung

Abbildung 2. Verankern von Steuerelementen

Vorhandene ActiveX ® -Steuerelemente können weiter in jedem beliebigen Formular genutzt werden. So gehen Investitionen in vorhandene Technologien nicht verloren.

Neue Steuerelemente wie Linkbezeichnung, Taskleistensymbol und Seitenansicht bieten dem Entwickler zusätzliche allgemeine Funktionen. Linkbezeichnung ermöglicht HTML-ähnliche Verknüpfungen zu einem bestimmten URL. Text, der mithilfe dieses Steuerelements angezeigt wird, wird unterstrichen dargestellt. Der Cursor wird in Form einer Hand angezeigt, sobald die Maus über den Text bewegt wird. Wenn auf diese Hand geklickt wird, wird ein Aktionsereignis ausgelöst. Mithilfe von Taskleistensymbol können Entwickler Anwendungen erstellen, die in der Windows-Taskleiste (vergleichbar mit dem Dienst-Manager von Microsoft SQL ServerT) ausgeführt werden. Windows Forms unterstützt außerdem eine Druckumgebung, die das Drucken vereinfacht. Sie enthält z. B. ein Druckvorschaufenster mit dem Steuerelement Seitenansicht.

Entwickler können mit Windows Forms Anwendungen erstellen, die eine extrem breite Zielgruppe unterstützen. Windows Forms-Steuerelemente implementieren Microsoft Active Accessibility ® -Programmierschnittstellen, mit denen auf einfache Weise Anwendungen erstellt werden können, die Eingabehilfen (z. B. Anwendungen, die Bildschirmtext vorlesen) unterstützen.

 

Leistungsstarke Grafiken

Windows Forms-Anwendungen nutzen GDI+ und bieten damit eine umfassendere Grafiksteuerung und Unterstützung für noch mehr Grafikformate. Entwickler können problemlos auf die erweiterten Grafikfeatures von Windows 2000 (darunter Alphablending, Bearbeitung der Gradientenkonsistenz, Doppelpufferung des OnPaint-Ereignisses sowie transparente und überlappende Fenster) zugreifen. Mit diesen Features können noch leistungsstärkere und komplexere Grafikanwendungen mit der vom Benutzer geforderten Leistung entwickelt werden.

 

Geringere Gesamtkosten

Windows Forms bietet mehr als die Möglichkeit, leistungsstarke Windows-basierte Anwendungen zu entwickeln. Der Entwickler profitiert zusätzlich zu dieser Entwicklungsfunktionalität von den herausragenden Bereitstellungsfunktionen und einem integrierten Anwendungssicherheitsmodell. Windows Forms nutzt die Versionenkennzeichnungs- und Bereitstellungsfeatures der Microsoft .NET-Plattform und reduziert damit die Kosten für die Bereitstellung und erhöht die Zuverlässigkeit einer Anwendung über deren gesamte Lebensdauer. Dies trägt bedeutend zu einer Reduzierung der Gesamtkosten für in Windows Forms geschriebene Anwendungen bei.

Eine Windows Forms-Anwendung muss nicht direkt auf dem Desktop des Benutzers bereitgestellt werden. Der Benutzer kann die Anwendung ganz einfach durch Eingeben eines URLs in einem Browser aufrufen. Die Anwendung wird dann auf den Clientcomputer gedownloadet, in einer sicheren Umgebung ausgeführt und zum Schluss wieder entfernt.

Organisationen, die Anwendungen dennoch direkt auf einzelnen Desktops bereitstellen möchten, müssen keinen umständlichen und ressourcenintensiven Installationsprozess ausführen. In diesen Fällen kann die Anwendung einfach auf den betreffenden Desktopcomputer kopiert und sofort ausgeführt werden. Windows Forms-Anwendungen stehen Endbenutzern flexibel zur Verfügung und erfüllen damit generelle Geschäftsanforderungen.

 

Schlussfolgerung

Mit Windows Forms erhält der Entwickler eine umfassende Reihe von Technologien zum Erstellen Windows-basierter Anwendungen. Nicht nur neue Steuerelemente und Features zum Optimieren der Benutzeroberfläche sind enthalten, sondern darüber hinaus werden flexible Bereitstellungsfunktionen und integrierte Sicherheit geboten. Die Entwicklung von Windows-basierten Anwendungen wird mit Windows Forms produktiver denn je.