Lebenszyklus von Management Packs
Wichtig
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Management Packs von System Center – Operations Manager enthalten Überwachungseinstellungen für Anwendungen und Dienste. Im Idealfall erfahren Sie mithilfe eines Management Packs alles, was Sie über die überwachte Anwendung oder Technologie wissen wollen, und nichts, was für Sie uninteressant ist. Management Packs werden entworfen, um Überwachungsverfahren für die meisten Umgebungen nützlich zu gestalten, doch müssen sie in einem gewissen Maß getestet, optimiert und maßgeschneidert werden, um optimale Ergebnisse im Hinblick auf Ihre Unternehmensanforderungen zu erbringen.
Der Lebenszyklus eines Management Packs, der in der folgenden Tabelle beschrieben wird, stellt den empfohlenen Ansatz für die Verwendung von Management Packs dar. In den Abschnitten nach der Tabelle werden die einzelnen Stadien ausführlich erläutert.
| Phase | BESCHREIBUNG |
|---|---|
| Überprüfen und Bewerten von Management Packs in einer Vorbereitungsumgebung | Bevor Sie ein Management Pack in Ihrer Produktionsumgebung bereitstellen, sollten Sie sich mit dessen Inhalt und dem Management Pack-Handbuch vertraut machen und das Management Pack in eine Vorbereitungs- oder Testumgebung importieren. Sie können das Management Pack auch in einer virtuellen Computerumgebung anzeigen. |
| Optimieren der Management Pack-Einstellungen und Speichern der Änderungen in einem angepassten Management Pack | Verwenden Sie Außerkraftsetzungen, um die Management Pack-Einstellungen zu optimieren, etwa mithilfe von Monitoren, Regeln, Objektermittlungen und Attributen, um die Anforderungen Ihres Unternehmens besser zu erfüllen. Die erstellten Außerkraftsetzungen müssen im Management Pack gespeichert werden. |
| Bereitstellen von Management Packs in einer Produktionsumgebung | Exportieren Sie das Management Pack mit Außerkraftsetzungen, die dem Management Pack zugeordnet sind, das Sie bereitstellen werden, und importieren Sie die Management Packs in Ihre Produktionsumgebung. |
| Warten von Management Packs | Nach der Bereitstellung müssen Management Packs ggf. erneut optimiert werden, beispielsweise unter folgenden Umständen: Umgebungsänderungen, wie neue Hardware oder neues Betriebssystem Einführen einer neuen Anwendung in der Produktionsumgebung Aktualisieren einer Anwendungsversion Verfügbarkeit einer neuen oder aktualisierten Version des Management Packs Richtlinienänderungen, die eine vermehrte oder verminderte Überwachung auf der Basis der Geschäftsanforderungen nach sich ziehen |
Überprüfen und Bewerten
Jedem Management Pack liegt i. d. R. das entsprechende Management Pack-Handbuch bei, das bei der Installation in demselben Ordner abgelegt wird wie das Management Pack selbst. Im Management Pack-Handbuch sind Anweisungen zur Installation und Konfiguration des Management Packs sowie relevante Informationen etwa zu den Objekten, die vom Management Pack ermittelt werden, und zum Integritätsrollup enthalten. Sie können diese Informationen als Hilfsmittel beim Anpassen des Management Packs für Ihre eigenen Zwecke verwenden. Ziehen Sie vor dem Import eines Management Packs das dazugehörige Handbuch zu Rate.
Ein Tool zur Überprüfung des Inhalts von versiegelten Management Packs ist der MPViewer, mit dem die folgenden Inhalte eines Management Packs angezeigt werden können: Regeln, Monitore, Ansichten, Tasks, Konsolentasks und Berichte. Im MPViewer werden auch die Wissensquellen in Verbindung mit den jeweiligen Management Pack-Elementen angezeigt. Sie können MPViewer auf jedem beliebigen Computer installieren und verwenden, auf dem die Operations Manager-Betriebskonsole installiert ist.
Wenn Sie über ein neues Management Pack verfügen, müssen Sie dieses in eine Vorbereitungsumgebung importieren. In Operations Manager empfiehlt es sich, eine Produktions- und eine separate Vorbereitungsimplementierung zu haben. Erstere wird zur Überwachung der Produktionsanwendungen eingesetzt wird, letztere weist nur minimale Interaktion mit der Produktionsumgebung auf. Die Verwaltungsgruppe der Vorbereitungsumgebung wird für das Testen und Optimieren der Management Pack-Funktionalität vor dessen Bereitstellung in der Produktionsumgebung verwendet.
Um die von einem Management Pack gesammelten Daten exakt zu messen, müssen Sie den Agent den Anforderungen Ihrer Produktionsumgebung aussetzen. Die Hardware des Managementservers in der Vorbereitungsumgebung sollte der Hardware entsprechen, die in der Produktionsumgebung eingesetzt wird. Auch im Hinblick auf die importierten Management Packs muss zwischen der Verwaltungsgruppe der Vorbereitungsumgebung und der Produktionsumgebung Übereinstimmung herrschen. Um die Interoperabilität zu testen, muss die Vorbereitungsumgebung zudem über die gleichen Serverrollen wie die Produktionsumgebung verfügen, nur in geringerem Umfang.
Sie können einen Operations Manager-Agent mehreren Verwaltungsgruppen zuweisen. Dieser Vorgang wird als Mehrfachvernetzungbezeichnet. Wenn Sie eine repräsentative Untermenge an Agents in Ihrer Produktionsumgebung und Ihrer Vorbereitungsumgebung mehrfachvernetzen, sollten Sie alle wesentlichen Informationen für die Optimierung des Management Packs aus der Vorbereitungsumgebung ableiten können. Weitere Informationen zur Mehrfachvernetzung von Agents finden Sie unter Konfigurieren von Windows-Agents.
Optimieren und Anpassen
Sie können Außerkraftsetzungen verwenden, um die Einstellungen eines Überwachungsobjekts in Operations Manager zu verfeinern. Zu diesen Einstellungen gehören z. B. Monitore, Regeln, Objektermittlungen und Attribute. Zum Speichern der vorgenommenen Anpassungen empfiehlt es sich, ein Management Pack zu erstellen.
Um die Konfiguration der Überwachung Ihrer IT-Dienste zu optimieren, die abhängig von der Komplexität ein oder mehrere Management Packs einbeziehen können, sollten Sie den Dienstbesitzer oder fachlichen Ansprechpartner, einen Vertreter des Service Desks und einen Vertreter der Betriebsteammitglieder einbeziehen, die die Warnungen und Ereignisse überwachen und Maßnahmen ergreifen, wenn etwas Aufmerksamkeit erfordert, und das für die Operations Manager-Infrastruktur verantwortliche Technikteam. Je nach Art des Diensts, der durch die Management Packs überwacht wird, können Sie auch die Netzwerk- und Sicherheitsteamvertreter hinzuziehen. Die Verantwortlichen für die Operations Manager-Infrastruktur verfügen möglicherweise nicht über die dienstspezifischen Kenntnisse und Erfahrungen, die erforderlich sind, um die Management Packs ohne Hilfe eines Experten effizient zu optimieren.
Beginnen Sie mit der Überprüfung der häufigsten Warnungen, um die Überwachungsgenauigkeit zu verbessern, indem Sie sich auf häufig auftretende Warnungen konzentrieren. Identifizieren Sie Folgendes und legen Sie basierend auf den Auswirkungen Prioritäten fest:
- Anzahl und Prozentsatz der Warnungen, die durch bestehende/bekannte Probleme ausgelöst werden
- Anzahl und Prozentsatz wiederholter oder doppelter Warnungen. Diese könnten auf die Notwendigkeit zusätzlicher Optimierung hinweisen, oder ein mögliches Problem muss näher untersucht werden.
- Anzahl und Prozentsatz der Warnungen, die auf Leistungs- oder Verfügbarkeitsprobleme hinweisen
- Verhältnis zwischen Warnungen und generierten Tickets
- Warnungen, deren Auflösungsstatus in einen Zustand gesetzt wurde, der darauf hinweist, dass der Workflow eine große Anzahl von Warnungen generiert, und mittels Untersuchung nach Vorgängen oder Ebene-2-Unterstützung als fehlerhaft bestimmt wird
Nutzen Sie die folgenden Berichte, um festzustellen, ob zusätzliche Optimierungen erforderlich ist:
- Bericht Allgemeine Warnungen
- Warnungsbericht
- Datenvolumen nach Management Pack
Die folgenden Berichte sind wichtig, um zu überprüfen, dass wir den Dienst als Ganzes effizient überwachen, und Folgendes nicht vorliegt:
- Ständiges Ändern der Konfiguration aufgrund zu häufig ausgeführter Ermittlungsregeln, oder weil Eigenschaften/Attribute erfasst werden, die sich häufig ändern.
- Zu häufige Erfassung von Leistungsdaten bzw. Erfassung von Leistungsdaten, die nicht erfasst werden müssen, da die Organisation sie nicht in einem Bericht, einer Sicht oder einem Dashboard verwendet.
- Erfassung von Ereignisdaten, die keinen Wert darstellt und nur für die Problembehandlung (kurze Zeit) aktiviert ist.
- Wackliger Integritätsstatus aufgrund einer Fehlkonfiguration, eines Fehlers oder anderen Symptoms.
- Warnungsregel mit hoher Wiederholungsanzahl.
Jeder Workflow sollte mindestens anhand der folgenden Kriterien bewertet werden:
- Messbares und identifizierbares Vorkommen. Alles, was nicht dieser Kategorie entspricht, ist deaktiviert.
- Wissen wir beim Auftreten der Warnung, wie sie aufgelöst wird?
- Ausnahmen (Warnungen), die einen proaktiven Hinweis auf potenzielle Auswirkungen auf den Dienst liefern, werden NOC/Servicedesk gemeldet, neben einem Vorfall (Fehler), der auf eine Dienstunterbrechung hinweist.
- Wird die Ermittlung zu häufig ausgeführt?
- Müssen wir diese Leistungsdaten sammeln? Ist es hilfreich?
- Ist die Warnung verständlich, relevant und auf dem neuesten Stand?
- Sollte der Monitor eine automatische Auflösung durchführen, wenn das Symptom/Problem sich selbst behebt?
Optimierungsbereiche
Ermittlungshäufigkeit
Monitorschwellenwerte
Ziele
Intervalle für skriptbasierte Regeln/Monitore und Regeln zur Leistungserfassung
Parameter
Tipps
Überprüfen Sie alle neuen Warnungen für Server, die mit dem neuen Management Pack überwacht werden. Sie können die Berichte „Warnungen“ und „Häufigste Warnungen“ verwenden, um die am häufigsten auftretenden Warnungen zu ermitteln. Wenn ein Management Pack erstmals installiert wird, werden oft zahlreiche Probleme ermittelt, die zuvor nicht bekannt waren. Überwachen Sie die Warnungen, um mögliche Problembereiche zu identifizieren.
Setzen Sie den Monitor bzw. die Regel ggf. für alle Objekte einer bestimmten Klasse, Gruppe oder eines spezifischen Objekts außer Kraft.
Deaktivieren Sie den Monitor bzw. die Regel, wenn das Problem nicht schwerwiegend genug ist, um eine Warnung zu rechtfertigen, und Sie über den spezifischen überwachten Zustand nicht in Kenntnis gesetzt werden müssen.
Ändern Sie den Schwellenwert des Monitors, von dem die Warnung generiert wird, wenn der zugrunde liegende Zustand überwacht werden soll, aber die Warnung bereits generiert wird, bevor der Zustand für Ihre konkrete Umgebung tatsächlich ein Problem darstellt.
Wenn Sie Außerkraftsetzungen für ein Management Pack festlegen, speichern Sie sie in einem Management Pack mit dem Namen „ManagementPack_Außerkraftsetzung“, wobei „ManagementPack“ für den Namen des versiegelten Management Packs steht, für das die Außerkraftsetzungen gelten.
Bereitstellen
Wenn Sie mit der Leistung und den Ergebnissen des Management Packs in der Vorbereitungsumgebung zufrieden sind, können Sie dieses zusammen mit den Anpassungen in der Produktionsumgebung bereitstellen. Das Management Pack, in dem Sie die Anpassungen gespeichert haben, muss exportiert werden, damit es auf anderen Computern importiert werden kann. Weitere Informationen finden Sie unter Importieren, Exportieren und Entfernen von Management Packs. Das Management Pack, das die eingestellten Außerkraftsetzungen enthält, ist vom Original-Management Pack abhängig und kann nur in Verwaltungsgruppen importiert werden, in denen das Original installiert ist.
Verwalten
Nach der Bereitstellung eines Management Packs müssen dessen Leistung und Ergebnisse in der Produktionsumgebung in regelmäßigen Abständen bewertet werden, um sicherzustellen, dass es weiterhin den Geschäftsanforderungen entspricht. In der folgenden Liste sind typische Ereignisse beschrieben, die eventuell eine Änderung des Management Packs erforderlich machen:
Umgebungsänderungen, wie neue Hardware oder ein neues Betriebssystem
Beim Testen neuer Hardware oder eines neuen Betriebssystems zur Installation in Ihrer Produktionsumgebung sollten Sie die bestehenden Management Packs in den Testplan aufnehmen, um zu erkennen, ob vielleicht zusätzliche Optimierungen erforderlich sind. Bei einem neuen Betriebssystem müssen Sie eventuell entsprechende spezielle Management Packs neu importieren.
Einführen einer neuen Anwendung in der Produktionsumgebung
Eine neue Anwendung macht möglicherweise ein neues Management Pack oder Anpassungen an bestehenden Management Packs erforderlich.
Aktualisieren einer Anwendungsversion
Wenn in Unternehmen Anwendungen auf eine neue Version aufgerüstet werden müssen, wird diese Aktualisierung in der Regel entweder phasenweise durchgeführt, sodass bis zum kompletten Abschluss der Aktualisierung die Anwendung im Netzwerk in beiden Versionen vorliegt, oder alle Installationen der Anwendung werden gleichzeitig aufgerüstet. Nachdem die Management Packs mit der neuen Version getestet und gegebenenfalls angepasst wurden, müssen Sie bei der Bereitstellung der Management Packs genauso vorgehen, wie bei der Bereitstellung der Aktualisierungen. Wenn beide Anwendungsversionen parallel in Verwendung sein werden, müssen Sie die geeigneten Management Packs für beide Versionen installieren. Wird die Aufrüstung für alle Installationen in einem Durchgang erledigt, müssen Sie das Management Pack für die alte Anwendungsversion entfernen und das für die neue installieren.
Verfügbarkeit einer neuen oder aktualisierten Version des Management Packs
Neue oder aktualisierte Versionen von Management Packs müssen in der Vorbereitungsumgebung überprüft und optimiert werden.
Richtlinienänderungen
Laufende Änderungen in Bezug auf den Geschäftsablauf oder das Unternehmen können Anpassungen an Management Packs erforderlich machen, um die Überwachung zu verstärken oder zu reduzieren.
Bewährte Methoden für das Änderungsmanagement
Die folgenden Methoden zur Verwaltung von Operations Manager-Management Packs haben sich in der Praxis besonders bewährt:
Pflegen eines Archivs der Management Pack-Versionen, um Änderungen ggf. rückgängig machen zu können. Eine effiziente Methode zur Archivpflege ist die Nutzung von Software zur Versionskontrolle, z.B. Microsoft Team Foundation Server oder SharePoint Server. Alternativ kann eine Dateifreigabe im Netzwerk mit eigenen Ordnern für jede Management Pack-Version verwendet werden.
Wenn Sie Außerkraftsetzungen für ein Management Pack speichern, geben Sie dem daraus resultierenden Management Pack die Bezeichnung ManagementPack_Außerkraftsetzung, wobei ManagementPack der Name des versiegelten Management Packs ist, für das die Außerkraftsetzungen gelten. Beispielsweise würden Außerkraftsetzungen im Management Pack „Microsoft.SQLServer.2012.Monitoring.mp“ unter „Microsoft.SQLServer.2012.Monitoring_Overrides.xml“ gespeichert werden. Weitere Informationen finden Sie unter Erstellen von Management Packs für Außerkraftsetzungen.
Geben Sie beim Aktualisieren eines Management Packs der entsprechenden _Außerkraftsetzungen.xml-Datei eine neue Versionsnummer. Hierfür müssen Sie einen XML-Editor verwenden. Wenn Sie Änderungen an einer _Außerkraftsetzungen.xml-Datei vornehmen, ohne das Versionsattribut zu ändern, können Sie die Datei zwar importieren, doch werden die darin enthaltenen Einstellungen nicht übernommen.
Dokumentieren Sie die Außerkraftsetzungen, die Sie an Management Packs vornehmen. Wenn Sie eine Außerkraftsetzung einrichten, fügen Sie eine Erläuterung der Aktion sowie den Grund dafür in das Beschreibungsfeld ein, indem Sie auf Bearbeiten im Bereich „Details“ des Dialogfelds „Außerkraftsetzungseigenschaften“ klicken. Außerdem ist es empfehlenswert, alle an Management Packs vorgenommenen Änderungen in einem Tabellenblatt oder einer anderen Form zu dokumentieren.
Nächste Schritte
Informationen zum Erstellen eines benutzerdefinierten, beschreibbaren Management Packs zum Speichern Ihrer Außerkraftsetzungen finden Sie unter How to Create a Management Pack for Overrides (Erstellen von Management Packs für Außerkraftsetzungen).
Um zu verstehen, was ein Operations Manager-Management Pack ist, und wie es Sie bei der proaktiven Überwachung Ihrer Dienste und Anwendungen unterstützt, lesen Sie Was ist ein Operations Manager-Management Pack?.
Gängige Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang mit Management Packs in Ihrer Verwaltungsgruppe finden Sie unter Importieren, Exportieren und Entfernen eines Operations Manager-Management Packs.