Einrichten eines virtuellen Hyper-V-Fibre Channels im VMM-Speicherfabric

Wichtig

Diese Version von Virtual Machine Manager (VMM) hat das Supportende erreicht. Sie sollten ein Upgrade auf VMM 2019 durchführen.

Dieser Artikel enthält Informationen zum Einrichten eines virtuellen Hyper-V-Fibre Channels im Speicherfabric von System Center – Virtual Machine Manager (VMM).

Ein virtueller Fibre Channel bietet Hyper-V-VMs mit direkter Konnektivität zu Fibre Channel-basiertem Speicher. Hyper-V bietet Fibre Channel-Ports innerhalb der Gastbetriebssysteme, sodass Sie Anwendungen und Arbeitsauslastungen virtualisieren können, die Abhängigkeiten auf Fibre Channel-Speicher haben. Außerdem können Sie Gastbetriebssysteme über Fibre Channel clustern.

Vorbereitung

  • VMM unterstützt die folgenden virtuellen Fibre Channel-Bereitstellungen:
    • Einzelnes Speicherarray, das mit einem einzelnen Fabric (bestehend aus einem oder mehreren Switches) verbunden ist, das wiederum mit einem einzelnen virtuellen SAN (vSAN) verbunden ist. Ein vSAN ist eine benannte Gruppe physischer Fibre Channel-Hostbusadapter-Ports (HBA-Ports) auf einem Hostcomputer, mit dem eine VM eine Verbindung herstellt wird, um auf Fibre Channel-Speichergeräte zuzugreifen.
    • Einzelnes Speicherarray, das mit mehreren Fabrics (bestehend aus einem oder mehreren Switches pro Fabric) verbunden ist, die wiederum mit einem einzelnen vSAN verbunden sind.
    • Mehrere Speicherarrays, die mit einem einzelnen Fabric (bestehend aus einem oder mehreren Switches) verbunden sind, das wiederum mit einem einzelnen vSAN verbunden ist.
    • Mehrere Speicherarrays, die mit mehreren Fabrics (bestehend aus einem oder mehreren Switches pro Fabric) verbunden sind, die wiederum mit mehreren vSANs verbunden sind. Diese Konfiguration umfasst doppelt redundante Pfade zu den Speicherarrays.

Sie benötigen Folgendes:

  • Für jeden Hostcomputer können ein oder mehrere vSANs erstellt werden. Ein vSAN kann nur HBAs aus einem einzigen Fabric enthalten.
  • Auf den Speicherarrays, Switches und HBAs müssen die aktuellen Firmware- und Treiberversionen installiert sein.
  • Stellen Sie sicher, dass die Speicherarrays logische Einheiten (LUs) darstellen können.
  • Aktivieren Sie NPIV für die Fibre Channel-Switches und HBAs.
  • Auf den Hyper-V-Hosts muss mindestens Windows Server 2012 ausgeführt werden.
  • Stellen Sie sicher, dass ein SMI-S-Anbieter installiert ist. Fibre Channel-Fabrics und SAN-Geräte werden von VMM mithilfe des SMI-S-Anbieters verwaltet. Denken Sie daran, den SMI-S-Anbieter nicht auf dem VMM-Server, sondern auf einem Server zu installieren, mit dem der VMM-Server über einen FQDN oder eine IP-Adresse eine Verbindung herstellen kann.

Bereitstellen eines virtuellen Fibre Channels

Das müssen Sie tun:

  1. Ermitteln und klassifizieren Sie Fibre Channel-Fabrics.
  2. Erstellen Sie für jeden Hostcomputer vSANs, indem Sie Host-HBA-Ports gruppieren.
  3. Erstellen Sie eine VM, die auf den virtuellen Fibre Channel-Speicher zugreifen kann.
  4. Erstellen Sie Zonen, die jeden Host- oder VM-vHBA (virtueller Hostbusadapter) mit einem Speicherarray verbinden. Zonen werden verwendet, um eine Verbindung zwischen einem Fibre Channel-Array und einer Hostcomputer-VM herzustellen.
  5. Erstellen Sie LUNs, und registrieren Sie diese für eine Host-, VM- oder Dienstebene.
  6. Erstellen Sie eine Dienstvorlage, und fügen Sie dieser VM-Vorlagen hinzu. Geben Sie für jeden vHBA dynamische oder statische WWN-Zuweisungen an, und wählen Sie die Klassifizierung aus. Erstellen Sie für den Zugriff auf den virtuellen Fibre Channel-Speicher eine Dienstebene basierend auf der Dienstvorlage, und stellen Sie die Ebene bereit. Verbinden Sie ein Fibre Channel-Array über eine Zone mit der Ebene, fügen Sie einen Datenträger hinzu, erstellen Sie eine LUN, und registrieren Sie die LUN bei der Ebene.

Ermitteln und klassifizieren von Fibre Channel-Fabrics

  1. Klicken Sie auf FabricSpeicherRessourcen hinzufügenSpeichergeräte.
  2. Wählen Sie unter Assistent zum Hinzufügen von SpeichergerätenAnbietertyp auswählen die Option Von einem SMI-S-Anbieter ermitteltes und verwaltetes Fibre Channel-Fabric aus.
  3. Geben Sie unter Suchbereich angeben die IP-Adresse oder den FQDN sowie die Portnummer des Anbieters an.
  4. Wenn Sie SMI-S verwenden, geben Sie an, ob der Anbieter SMI-S CIM-XML oder SMI-S WMI verwendet, und fügen Sie die Werte für IP-Adresse/FQDN und Port hinzu, mit denen die Verbindung mit dem Anbieter auf dem Remoteserver hergestellt wird. Wenn Sie CIM-XML verwenden, können Sie SSL aktivieren.
  5. Geben Sie ein Konto für die Verbindung mit dem Anbieter an.
  6. Auf der Seite Informationen sammeln ermittelt und importiert VMM automatisch die Informationen zum Fibre Channel-Fabric. Verläuft der Ermittlungsvorgang erfolgreich, werden auf der Seite der ermittelte Fabricname sowie die Switches und WWNNs (World Wide Node Names) des Fabrics aufgeführt. Wenn der Vorgang erfolgreich abgeschlossen wurde, klicken Sie auf Weiter. Klicken Sie andernfalls auf Anbieter überprüfen, um ihn erneut auszuführen.
  7. Beachten Sie Folgendes, wenn Sie die Option zum Verwenden einer SSL-Verbindung für einen SMI-S-Anbieter ausgewählt haben:
    • Während der Ermittlung wird das Dialogfeld Zertifikat importieren angezeigt. Überprüfen Sie die Einstellungen, und klicken Sie auf Importieren. Der allgemeine Name (Common Name, CN) des Zertifikats wird standardmäßig überprüft. Bei der Speicherermittlung kann ein Fehler auftreten, wenn kein CN vorhanden ist, oder der CN nicht übereinstimmt.
    • Wenn durch den CN bei der Ermittlung ein Fehler auftritt, deaktivieren Sie die CN-Überprüfung in der Registrierung des VMM-Servers. Wechseln Sie in der Registrierung zu HKEY_LOCAL_MACHINE/SOFTWARE/Microsoft/Storage Management/ , und erstellen Sie einen neuen DWORD-Wert: DisableHttpsCommonNameCheck. Legen Sie den Wert auf 1 fest.
  8. Führen Sie auf der Seite Fibre Channel-Fabrics für jedes Speicherfabric, das klassifiziert werden soll, folgende Schritte aus:
    1. Aktivieren Sie in der Spalte Speichergerät das Kontrollkästchen neben dem Fibre Channel-Fabric, das von VMM verwaltet werden soll.
    2. Wählen Sie in der Spalte Klassifizierung die Klassifizierung aus, die Sie dem Fabric zuweisen möchten. Bei der Fabric-Klassifizierung und der Speicherklassifizierung handelt es sich trotz ähnlichen Konzepts um separate Aufgaben.
  9. Bestätigen Sie auf der Seite Zusammenfassung die Einstellungen, und klicken Sie dann auf Fertig stellen.

Erstellen von vSANs und Zuweisen von HBAs

Sie können vSANs erstellen und diesen HBAs zuweisen. Für jeden Hostcomputer können ein oder mehrere vSANs erstellt werden. Ein vSAN kann nur HBAs enthalten, die aus demselben Fabric stammen.

Virtuelle Hostbusadapter repräsentieren die Virtualisierung von Fibre Channel-HBAs und werden von VMs verwendet, um Verbindungen mit vSANs herzustellen. Jeder vHBA verfügt über einen WWNN (World Wide Node Name), der sich vom WWNN des Host-HBA unterscheidet. Mithilfe von NPIV (N_Port ID Virtualization) kann ein Hostcomputer-HBA mehreren vHBAs zugeordnet werden. HBA-Ports, die einem vSAN zugewiesen sind, können nach Bedarf hinzugefügt oder entfernt werden.

  1. Klicken Sie auf Fabric, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den entsprechenden Host, und klicken Sie dann auf EigenschaftenHardwareNeues virtuelles SAN.
  2. Geben Sie unter Neues virtuelles SAN einen Namen und optional eine Beschreibung an. Aktivieren Sie unter Fibre Channel-Adapter die Kontrollkästchen neben den Fibre Channel-Adaptern (HBAs), die Sie dem vSAN zuweisen möchten. Klicken Sie auf OK.
  3. Wenn Sie vSAN-Portzuweisungen ändern möchten, aktivieren bzw. deaktivieren Sie die HBA-Ports unter EigenschaftenHardwareVirtuelles FC-SANDetails des Fibre Channel-Adapters.
  4. Wenn Sie einen neuen vHBA hinzufügen und einem vSAN zuweisen möchten, klicken Sie auf Eigenschaften > Hardwarekonfiguration > Neu > Fibre Channel-Adapter. Wählen Sie unter Name des virtuellen SANs ein vSAN aus, um es zuzuweisen. Geben Sie an, ob Sie die Porteinstellungen für den vHBA statisch oder dynamisch zuweisen möchten.
  5. Wenn Sie die globalen Standardporteinstellungen für vHBAs ändern möchten, klicken Sie auf Eigenschaften > Hardware > Globale Einstellungen, und ändern Sie die Einstellungen unter Details des Fibre Channel-Adapters. Beachten Sie, dass sich das Ändern dieser Einstellungen nicht auf bereits erstellte vHBA-Ports auswirkt. Wenn Sie eine neue Einstellung auf einen vorhandenen vHBA-Port anwenden möchten, müssen Sie den Port neu erstellen, indem Sie ihn entfernen und dann wieder hinzufügen.

Erstellen einer VM-Vorlage

vHBAs werden von VMs zum Herstellen einer Verbindung mit vSANs verwendet. Damit von vHBAs Verbindungen mit vSANs hergestellt werden können, müssen sie zunächst dem Hardwareprofil einer VM-Vorlage hinzugefügt werden.

  1. Erstellen Sie mithilfe des Assistenten zum Erstellen virtueller Maschinen eine neue VM, und fügen Sie dann auf der Seite Hardware konfigurieren der VM-Vorlage einen neuen Fibre Channel-Adapter (vHBA) hinzu. Geben Sie für jeden erstellten vHBA dynamische oder statische WWPN-Zuweisungen an, und wählen Sie die Fabric-Klassifizierung aus.
  2. Platzieren Sie die VM mithilfe des Assistenten zum Erstellen virtueller Maschinenauf einem Zielhost, und stellen Sie sie dort bereit. Stellen Sie sicher, dass der Host über ein virtuelles SAN verfügt, das dem Speicherfabric entspricht.

Nachdem Sie die VM auf einem Host bereitgestellt haben, können Sie ein virtuelles Fibre Channel-Speicherarray über eine Zone mit der VM verbinden. Anschließend erstellen Sie eine LUN und registrieren sie (durch Aufheben der Maskierung) bei der VM.

Erstellen von Zonen

Zonen werden verwendet, um eine Verbindung zwischen einem Fibre Channel-Array und einem Host oder einer VM herzustellen. Die Zielports des Speicherarrays werden den HBA-Ports auf dem Host bzw. den Ports des virtuellen HBA (vHBA) für die VM zugeordnet. Sie können Zonen für einen Host, für eine VM oder für beides erstellen. Bei Hyper-V-Failoverclustern ist für jeden Host im Cluster eine Zone erforderlich. Beachten Sie dabei Folgendes:

  • Zonen sind in Zonensätze gruppiert, die gemeinsame Fibre Channel-Fabric-Geräte verwenden. Wenn alle Zonen in einem Zonensatz nach Bedarf hinzugefügt, geändert oder entfernt wurden, muss der Zonensatz aktiviert werden. Beim Aktivieren eines Zonensatzes werden Informationen zu jeder Zone abwärts an die Fibre Channel-Switches im ausgewählten Fabric übertragen.
  • Kommunikation ist nur zwischen Mitgliedern derselben Zone möglich.
  • Sie müssen neue Zonen erstellen und den Zonensatz aktivieren. Das Aktivieren eines Zonensatzes kann zu einer gewissen Ausfallzeit im Fabric führen, da Informationen an alle Switches verteilt werden.
  • Wenn Sie einem Hyper-V-Cluster ein Speicherarray hinzufügen möchten, müssen Sie zunächst eine Zonenzuweisung zwischen dem Array und den einzelnen Hostcomputern ausführen. Wenn Sie einem Gastcluster ein Array hinzufügen möchten, müssen Sie zunächst eine Zonenzuweisung zwischen dem Array und den einzelnen VMs ausführen.

Richten Sie Zonen wie folgt ein:

  1. Klicken Sie auf VMs und DiensteDienste, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die entsprechende VM, und klicken Sie auf EigenschaftenSpeicherHinzufügenFibre Channel-Array hinzufügen.
  2. Geben Sie unter Fibre Channel-Array hinzufügen > Eigenschaften > Neue Zone erstellen einen Zonennamen an, wählen Sie ein Speicherarray aus, und wählen Sie unter Fabric einen Switch aus. Wählen Sie unter Zielports des Speicherarrays die entsprechenden WWPM-Ports aus. Wählen Sie unter Initiatorports der virtuellen Maschine die entsprechenden WWPM-Ports aus. Klicken Sie dann auf Erstellen. Klicken Sie auf Aliase anzeigen, um die verfügbare Zonenaliase anzuzeigen.
  3. Zum Aktivieren des Zonensatzes klicken Sie auf FabricName, wählen Sie den nicht aktiven Zonensatz aus, und klicken Sie auf Zonensatz aktivieren.
  4. Sie können die Zonensätze für ein Fabric anzeigen, indem Sie unter FabricFibre Channel-FabricName mit der rechten Maustaste auf das entsprechende Fabric klicken und EigenschaftenZonensätze auswählen.
  5. Wenn Sie die Zoneneinstellungen für ein Speicherarray ändern möchten, klicken Sie unter VMs und Dienste auf den entsprechenden Host, klicken Sie auf >>>>>>>>, wählen Sie das entsprechende Array aus, und bearbeiten Sie die Zoneneinstellungen.

Erstellen und Registrieren von LUNs

Damit von einem Hostcomputer, einer VM- oder einer Computerdienstebene auf Speicherarrayressourcen zugegriffen werden kann, müssen LUNs erstellt und dann für den Host, die VM oder die Ebene registriert werden (Aufheben der Maskierung).

  1. Klicken Sie auf Fabric > Speicher > Klassifizierungen und Pools. Klicken Sie unter Name auf das entsprechende Speichergerät und dann auf Logische Einheit erstellen.
  2. Wählen Sie unter Logische Einheit erstellen einen Speicherpool aus, und geben Sie einen Namen, eine Beschreibung und eine LUN-Größe an. Geben Sie an, ob Sie eine LUN für die schlanke Speicherzuweisung oder eine LUN fester Größe erstellen möchten.
  3. Um die LUN zu registrieren, klicken Sie unter VMs und Dienste mit der rechten Maustaste auf die entsprechende VM, und klicken Sie dann auf EigenschaftenHinzufügenDatenträger hinzufügen.
  4. Wählen Sie unter Logische Einheit erstellen einen Speicherpool, einen Namen und eine Größe aus. Klicken Sie auf OK, um die LUN zu registrieren.

Erstellen und Bereitstellen einer Dienstebene

  1. Erstellen Sie mit dem Dienstvorlagen-Designer eine Dienstvorlage, und fügen Sie ihr die entsprechenden VM-Vorlagen hinzu, die Sie zuvor erstellt haben.
  2. Fügen Sie auf der Dienstvorlagenseite Hardware konfigurieren einen neuen virtuellen Fibre Channel-Adapter (vHBA) hinzu. Geben Sie für jeden erstellten vHBA dynamische oder statische WWPN-Portzuweisungen an, und wählen Sie die Fabric-Klassifizierung aus.
  3. Erstellen Sie aus der Dienstvorlage eine Dienstebene, und weisen Sie sie einer Computerebene zu.
  4. Stellen Sie die Ebene bereit.
  5. Nach der Bereitstellung können Sie ein virtuelles Fibre Channel-Speicherarray über eine Zone mit der Dienstebene verbinden. Erstellen Sie danach eine LUN für das Array, und registrieren Sie sie (durch Aufheben der Maskierung) bei der Ebene.

Nächste Schritte

Einrichten von Speicher für Hyper-V-Hosts und -Cluster.