Installieren und Durchführen eines Upgrades für Azure Backup Server

Gilt für: MABS v3. (MABS v2 wird nicht mehr unterstützt. Wenn Sie eine frühere Version als MABS v3 verwenden, führen Sie ein Upgrade auf die neueste Version durch.)

In diesem Artikel wird das Vorbereiten Ihrer Umgebung für die Sicherung von Workloads per Microsoft Azure Backup Server (MABS) beschrieben. Mit Azure Backup Server können Sie Anwendungsworkloads wie Hyper-V-VMs, Microsoft SQL Server, SharePoint Server, Microsoft Exchange und Windows-Clients über eine zentrale Konsole schützen.

Hinweis

Azure Backup Server kann jetzt virtuelle VMware-Computer schützen und umfasst zudem verbesserte Sicherheitsfunktionen. Installieren Sie das Produkt entsprechend den Anweisungen in den nachfolgenden Abschnitten, und wenden Sie den aktuellen Azure Backup-Agent an. Weitere Informationen zum Sichern von VMware-Servern mit Azure Backup Server finden Sie im Artikel Sichern eines VMware-Servers in Azure. Weitere Informationen zu den Sicherheitsfunktionen finden Sie unter Sicherheitsfeatures für den Schutz von Hybridsicherungen mit Azure Backup.

Bei Bereitstellung von MABS auf einem virtuellen Azure-Computer können VMs in Azure gesichert werden, aber sie müssen sich in der gleichen Domäne befinden, um den Sicherungsvorgang zu ermöglichen. Der Prozess zum Sichern eines virtuellen Azure-Computers entspricht dem lokalen Sichern von VMs, für das Bereitstellen von MABS in Azure gelten jedoch einige Einschränkungen. Weitere Informationen zu den Einschränkungen finden Sie unter Installieren von DPM – DPM als virtueller Azure-Computer.

Hinweis

Azure verfügt über zwei Bereitstellungsmodelle zum Erstellen und Verwenden von Ressourcen: das Resource Manager-Modell und das klassische Bereitstellungsmodell. Dieser Artikel enthält die Informationen und Verfahren für die Wiederherstellung virtueller Computer, die über das Resource Manager-Bereitstellungsmodell bereitgestellt werden.

Azure Backup Server erbt einen Großteil der Funktionalität für die Workloadsicherung von Data Protection Manager (DPM). Dieser Artikel enthält Links zur DPM-Dokumentation mit einer Beschreibung der gemeinsamen Funktionen. Obwohl Azure Backup Server viel Funktionalität mit DPM gemeinsam hat, führt Azure Backup Server weder Sicherungen auf Band durch, noch wird der Dienst in System Center integriert.

Auswahl der Installationsplattform

Der erste Schritt zur Inbetriebnahme von Azure Backup Server ist die Einrichtung eines Computers mit Windows Server. Der Server kann sich unter Azure oder am lokalen Standort befinden.

  • Zum Schutz lokaler Workloads muss sich der MABS-Server in Ihrer lokalen Umgebung befinden und mit einer Domäne verbunden sein.
  • Zum Schutz von Workloads auf virtuellen Azure-Computern muss sich der MABS-Server in Azure befinden, als Azure-VM ausgeführt werden und mit einer Domäne verbunden sein.

Verwenden eines Servers in Azure

Beim Auswählen eines Servers zum Ausführen von Azure Backup Server sollten Sie mit einem Katalogimage von Windows Server 2016 Datacenter oder Windows Server 2019 Datacenter zu beginnen. Der Artikel Erstellen Ihres ersten virtuellen Windows-Computers im Azure-Portal enthält ein Tutorial zu den ersten Schritten für den empfohlenen virtuellen Computer in Azure. Dies gilt auch, wenn Sie Azure noch nie verwendet haben. Die empfohlenen Mindestanforderungen für den virtuellen Servercomputer (VM) lauten: Standard_A4_v2 mit vier Kernen und 8 GB RAM.

Beim Schützen von Workloads mit Azure Backup Server sind viele Feinheiten zu beachten. Die Schutzmatrix für MABS hilft, diese Nuancen zu erklären. Lesen Sie sich den Artikel ganz durch, bevor Sie den Computer bereitstellen.

Verwenden eines lokalen Servers

Wenn Sie den Basisserver nicht in Azure ausführen möchten, können Sie den Server auf einer Hyper-V-VM, einer VMware-VM oder einem physischen Host ausführen. Die empfohlenen Mindestanforderungen für die Serverhardware lauten: zwei Kerne und 8 GB RAM. In der folgenden Tabelle sind die unterstützten Betriebssysteme aufgeführt:

Betriebssystem Plattform SKU
Windows Server 2019 64-Bit Standard, Datacenter, Essentials
Windows Server 2016 und die neuesten SPs 64-Bit Standard, Datacenter, Essentials

Sie können die DPM-Speicherung deduplizieren, indem Sie die Windows Server-Deduplizierung verwenden. Lesen Sie die weiteren Informationen zur Zusammenarbeit von DPM und Deduplizierung bei Bereitstellung auf Hyper-V-VMs.

Hinweis

Azure Backup Server ist für die Ausführung auf einem dedizierten Server konzipiert, der nur zu einem Zweck verwendet wird. Auf folgenden Computern kann Azure Backup Server nicht installiert werden:

  • Einem Computer, der als Domänencontroller ausgeführt wird
  • Einem Computer, auf dem die Anwendungsserverrolle installiert ist
  • Eine Computer, der als System Center Operations Manager-Verwaltungsserver fungiert
  • Einem Computer, auf dem Exchange Server ausgeführt wird
  • Einem Computer, der einen Knoten eines Clusters darstellt

Unter Windows Server Core oder Microsoft Hyper-V Server wird die Installation von Azure Backup Server nicht unterstützt.

Binden Sie Azure Backup Server immer in eine Domäne ein. Das Verschieben eines vorhandenen Azure Backup Server-Computers in eine neue Domäne nach der Bereitstellung wird nicht unterstützt.

Unabhängig davon, ob Sie Sicherungsdaten an Azure senden oder lokal speichern, muss Azure Backup Server bei einem Recovery Services-Tresor registriert sein.

Erstellen eines Recovery Services-Tresors

Ein Recovery Services-Tresor ist eine Verwaltungsentität, unter der die im Laufe der Zeit erstellten Wiederherstellungspunkte gespeichert werden. Darüber hinaus verfügt er über eine Benutzeroberfläche zum Durchführen von sicherungsbezogenen Vorgängen. Hierzu gehören das Erstellen von bedarfsgesteuerten Sicherungen, Durchführen von Wiederherstellungen und Erstellen von Sicherungsrichtlinien.

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um einen Recovery Services-Tresor zu erstellen:

  1. Melden Sie sich bei Ihrem Abonnement im Azure-Portal an.

  2. Suchen Sie im Azure-Portal nach Backup Center, und navigieren Sie zum Dashboard Backup Center.

    Auswählen von „Backup Center“

  3. Wählen Sie auf der Registerkarte Übersicht die Option +Tresor aus.

    Erstellen eines Tresors

  4. Wählen Sie Recovery Services-Tresor aus, und klicken Sie auf Weiter.

    Auswählen des Recovery Services-Tresors

  5. Das Dialogfeld Recovery Services-Tresor wird geöffnet. Legen Sie Werte für Name, Abonnement, Ressourcengruppe und Speicherort fest.

    Konfigurieren des Recovery Services-Tresors

    • Name: Geben Sie einen Anzeigenamen ein, über den der Tresor identifiziert wird. Der Name muss für das Azure-Abonnement eindeutig sein. Geben Sie einen Namen ein, der mindestens zwei, aber nicht mehr als 50 Zeichen enthält. Der Name muss mit einem Buchstaben beginnen und darf nur Buchstaben, Zahlen und Bindestriche enthalten.

    • Abonnement: Wählen Sie das zu verwendende Abonnement aus. Wenn Sie nur in einem Abonnement Mitglied sind, wird dessen Name angezeigt. Falls Sie nicht sicher sind, welches Abonnement geeignet ist, können Sie das Standardabonnement bzw. das vorgeschlagene Abonnement verwenden. Es sind nur dann mehrere Auswahlmöglichkeiten verfügbar, wenn Ihr Geschäfts-, Schul- oder Unikonto mehreren Azure-Abonnements zugeordnet ist.

    • Ressourcengruppe: Verwenden Sie eine vorhandene Ressourcengruppe, oder erstellen Sie eine neue Ressourcengruppe. Um eine Liste der verfügbaren Ressourcengruppen in Ihrem Abonnement anzuzeigen, wählen Sie Vorhandene verwenden und dann eine Ressource in der Dropdownliste aus. Wählen Sie zum Erstellen einer neuen Ressourcengruppe Neu erstellen aus, und geben Sie den Namen ein. Weitere Informationen zu Ressourcengruppen finden Sie unter Azure Resource Manager – Übersicht.

    • Standort: Wählen Sie die geografische Region für den Tresor aus. Um einen Tresor zum Schutz von Datenquellen zu erstellen, muss sich dieser in derselben Region wie die Datenquelle befinden.

      Wichtig

      Wenn Sie den Speicherort der Datenquelle nicht kennen, schließen Sie das Dialogfeld. Navigieren Sie zur Liste Ihrer Ressourcen im Portal. Falls Sie über Datenquellen in mehreren Regionen verfügen, erstellen Sie für jede Region einen Recovery Services-Tresor. Erstellen Sie den Tresor am ersten Speicherort, bevor Sie den Tresor für einen anderen Speicherort erstellen. Das Angeben von Speicherkonten zum Speichern der Sicherungsdaten ist nicht erforderlich. Der Recovery Services-Tresor und Azure Backup führen diesen Schritt automatisch aus.

  6. Wählen Sie nach dem Angeben der Werte die Option Überprüfen + erstellen aus.

    Screenshot, der die Schaltfläche „Überprüfen und erstellen“ im Prozess zum Erstellen eines Recovery Services-Tresors zeigt.

  7. Wenn Sie den Recovery Services-Tresor erstellen möchten, wählen Sie Erstellen aus.

    Erstellen des Recovery Services-Tresors

    Es kann einige Zeit dauern, denn Recovery Services-Tresor zu erstellen. Verfolgen Sie die Statusbenachrichtigungen im Benachrichtigungsbereich in der oberen rechten Ecke im Portal. Nach Abschluss des Erstellungsvorgangs wird der Tresor in der Liste mit den Recovery Services-Tresoren angezeigt. Sollte der Tresor nicht angezeigt werden, wählen Sie Aktualisieren.

    Aktualisieren der Liste der Sicherungstresore

Wichtig

Es wird dringend empfohlen, vor dem Konfigurieren von Sicherungen im Tresor die Standardeinstellungen für Speicherreplikationstyp und Sicherheitseinstellungen zu überprüfen. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Festlegen der Speicherredundanz.

Festlegen der Speicherreplikation

Bei der Speicherreplikation haben Sie die Wahl zwischen georedundantem Speicher und lokal redundantem Speicher. Recovery Services-Tresore verwenden standardmäßig georedundanten Speicher. Behalten Sie den georedundanten Speicher bei, wenn es sich hierbei um Ihren primären Tresor handelt. Wählen Sie lokal redundanten Speicher, wenn Sie eine günstigere und weniger langfristige Option wünschen. Weitere Informationen zu den Optionen für georedundanten, lokal redundanten und zonenredundanten Speicher finden Sie in der Übersicht über die Azure Storage-Replikation.

So bearbeiten Sie die Einstellung für die Speicherreplikation:

  1. Wählen Sie im Bereich Recovery Services-Tresore den neuen Tresor aus. Wählen Sie im Abschnitt Einstellungen die Option Eigenschaften aus.

  2. Wählen Sie in Eigenschaften unter Sicherungskonfiguration die Option Aktualisieren aus.

  3. Wählen Sie den Speicherreplikationstyp und dann Speichern aus.

    Speicherkonfiguration für neuen Tresor festlegen

Softwarepaket

Herunterladen des Softwarepakets

  1. Melden Sie sich beim Azure-Portal an.

  2. Falls Sie bereits einen Recovery Services-Tresor geöffnet haben, fahren Sie mit Schritt 3 fort. Wenn Sie keinen Recovery Services-Tresor geöffnet haben, sich aber im Azure-Portal befinden, wählen Sie im Hauptmenü Durchsuchen aus.

    • Geben Sie in der Liste mit den Ressourcen Recovery Services ein.

    • Wenn Sie mit der Eingabe beginnen, wird die Liste anhand Ihrer Eingaben gefiltert. Wählen Sie Recovery Services-Tresore, wenn der Eintrag angezeigt wird.

      Erstellen eines Recovery Services-Tresors – Schritt 1

      Die Liste mit den Recovery Services-Tresoren wird angezeigt.

    • Wählen Sie in der Liste mit den Recovery Services-Tresoren einen Tresor aus.

      Das ausgewählte Tresor-Dashboard wird geöffnet.

      Tresordashboard

  3. Der Bereich Einstellungen wird standardmäßig geöffnet. Wenn er geschlossen ist, wählen Sie Einstellungen aus, um den Einstellungenbereich zu öffnen.

    Einstellungenbereich

  4. Wählen Sie Sicherung aus, um den Assistenten für Erste Schritte zu öffnen.

    Erste Schritte zur Sicherung

    Beim Öffnen des Bereichs Erste Schritte mit der Sicherung wird automatisch Sicherungsziele ausgewählt.

    Backup-goals-default-opened

  5. Wählen Sie im Bereich Sicherungsziel im Menü Wo wird Ihre Workload ausgeführt? die Option Lokal aus.

    lokal und Workloads als Ziele

    Wählen Sie im Dropdownmenü Was möchten Sie sichern? die Workloads aus, die Sie mithilfe von Azure Backup Server schützen möchten, und wählen Sie anschließend OK aus.

    Der Assistent Erste Schritte mit der Sicherung ändert die Option Infrastruktur vorbereiten, sodass Workloads in Azure gesichert werden.

    Hinweis

    Falls Sie nur Dateien und Ordner sichern möchten, empfiehlt es sich, den Azure Backup-Agent zu verwenden und gemäß der Anleitung im Artikel Einführung: Sichern von Dateien und Ordnern in einer Resource Manager-Bereitstellung vorzugehen. Falls Sie nicht nur Dateien und Ordner schützen möchten oder beabsichtigen, die Schutzanforderungen zukünftig zu erweitern, wählen Sie diese Workloads aus.

    Ändern des Erste-Schritte-Assistenten

  6. Wählen Sie im Bereich Infrastruktur vorbereiten, der geöffnet wird, die Downloadlinks aus, um Azure Backup Server zu installieren und Tresoranmeldedaten herunterzuladen. Bei der Registrierung von Azure Backup Server beim Recovery Services-Tresor verwenden Sie die Anmeldeinformationen des Tresors. Mit den Links gelangen Sie zum Download Center, in dem Sie das Softwarepaket herunterladen können.

    Vorbereiten der Infrastruktur für Azure Backup Server

  7. Wählen Sie alle Dateien und dann Weiter aus. Laden Sie alle Dateien herunter, die von der Microsoft Azure Backup-Downloadseite eingehen, und speichern Sie alle Dateien in dem gleichen Ordner.

    Download Center 1

    Da die Downloadgröße aller Dateien zusammen mehr als 3 GB beträgt, dauert es über einen Downloadlink mit 10 MBit/s bis zu 60 Minuten, bis der Download abgeschlossen ist.

Extrahieren des Softwarepakets

Nachdem Sie alle Dateien heruntergeladen haben, wählen Sie MicrosoftAzureBackupInstaller.exe aus. Der Setup-Assistent von Microsoft Azure Backup wird gestartet, um die Setupdateien an einem Speicherort Ihrer Wahl zu extrahieren. Fahren Sie mit dem Assistenten fort, und wählen Sie die Schaltfläche Extrahieren aus, um den Extrahierungsprozess zu starten.

Warnung

Zum Extrahieren der Setupdateien sind mindestens 4 GB freier Speicherplatz erforderlich.

Setup zum Extrahieren von Dateien für die Installation

Aktivieren Sie nach Abschluss der Extrahierung das Kontrollkästchen, um die gerade extrahierte Datei setup.exe zu starten und mit der Installation von Microsoft Azure Backup Server zu beginnen. Wählen Sie dann die Schaltfläche Fertig stellen aus.

Installieren des Softwarepakets

  1. Wählen Sie Microsoft Azure Backup aus, um den Setup-Assistenten zu starten.

    Setup-Assistent von Microsoft Azure Backup

  2. Wählen Sie auf dem Begrüßungsbildschirm die Schaltfläche Weiter aus. Sie gelangen zum Abschnitt Voraussetzungsüberprüfungen . Wählen Sie auf diesem Bildschirm Überprüfen aus, um zu ermitteln, ob die Hardware- und Softwarevoraussetzungen für Azure Backup Server erfüllt sind. Wenn alle Voraussetzungen erfolgreich erfüllt wurden, sehen Sie eine Meldung, die darauf hinweist, dass der Computer die Anforderungen erfüllt. Wählen Sie die Schaltfläche Weiter aus.

    Azure Backup Server – Willkommen und Voraussetzungsüberprüfung

  3. Zum Azure Backup Server-Installationspaket gehören die erforderlichen SQL Server-Binärdateien. Wählen Sie beim Starten einer neuen Azure Backup Server-Installation die Option Neue Instanz von SQL Server bei diesem Setup installieren aus, und wählen Sie die Schaltfläche Prüfen und installieren aus. Nachdem die erforderlichen Komponenten erfolgreich installiert wurden, wählen Sie Weiter aus.

    Hinweis

    Die folgenden SQL Server-Versionen werden unterstützt: SQL Server 2014 SP1 oder höher, 2016 und 2017. Alle SQL Server-Versionen müssen Standard- oder Enterprise-Versionen (64-Bit) sein. Azure Backup Server funktioniert nicht mit einer Remoteinstanz von SQL Server. Die von Azure Backup Server verwendete Instanz muss lokal vorliegen. Falls Sie eine vorhandene SQL Server-Instanz für MABS verwenden, unterstützt das MABS-Setup nur die Verwendung von benannten Instanzen von SQL Server.

    Azure Backup Server – SQL-Überprüfung

    Tritt ein Fehler mit der Empfehlung auf, den Computer neu zu starten, tun Sie dies, und wählen Sie Erneut prüfen aus. Konfigurieren Sie SQL bei Problemen mit der SQL-Konfiguration gemäß den SQL-Richtlinien neu, und versuchen Sie, MABS mithilfe der vorhandenen SQL-Instanz zu installieren bzw. ein Upgrade für diese durchzuführen.

    Manuelle Konfiguration

    Wenn Sie Ihre eigene Instanz von SQL verwenden, stellen Sie sicher, dass Sie builtin\Administrators zur Rolle „sysadmin“ zur Masterdatenbank hinzufügen.

    SSRS-Konfiguration mit SQL 2017

    Wenn Sie eine eigene Instanz von SQL 2017 verwenden, müssen Sie die SSRS manuell konfigurieren. Stellen Sie nach der SSRS-Konfiguration sicher, dass die SSRS-Eigenschaft IsInitialized auf True festgelegt ist. Wenn sie auf „True“ festgelegt ist, geht MABS davon aus, dass die SSRS bereits konfiguriert sind, und MABS überspringt die SSRS-Konfiguration.

    Verwenden Sie für die SSRS-Konfiguration die folgenden Werte:

    • Dienstkonto: „Integriertes Konto verwenden“ sollte „Netzwerkdienst“ lauten.
    • Webdienst-URL: „Virtuelles Verzeichnis“ sollte „ReportServer_<SQLInstanceName>“ lauten.
    • Datenbank: „DatabaseName“ sollte ReportServer$<SQLInstanceName> lauten.
    • Webportal-URL: „Virtuelles Verzeichnis“ sollte „Reports_<SQLInstanceName>“ lauten.

    Weitere Informationen zur SSRS-Konfiguration finden Sie hier.

    Hinweis

    Die Lizenzierung für SQL Server, das als Datenbank für MABS verwendet wird, wird durch Microsoft Online Services-Bestimmungen (OST) geregelt. Gemäß OST kann SQL Server, das mit MABS gebündelt ist, nur als Datenbank für MABS verwendet werden.

  4. Geben Sie einen Speicherort für die Installation der Microsoft Azure Backup-Serverdateien an, und wählen Sie Weiter aus.

    Angeben eines Speicherorts für die Installation von Dateien

    Das Scratchverzeichnis ist eine Anforderung für die Sicherung in Azure. Stellen Sie sicher, dass das Scratchverzeichnis eine Größe von mindestens 5 % der Daten aufweist, die in der Cloud gesichert werden. Für den Datenträgerschutz müssen separate Datenträger nach Abschluss der Installation konfiguriert werden. Weitere Informationen zu Speicherpools finden Sie unter Vorbereiten der Datenspeicherung.

    Die Kapazitätsanforderungen für Datenträgerspeicher variieren und hängen hauptsächlich von der Größe der geschützten Daten, der Größe des täglichen Wiederherstellungspunktes, der erwarteten Zuwachsrate der Volumedaten und der anvisierten Beibehaltungsdauer ab. Es wird empfohlen, den Datenträgerspeicher doppelt so groß wie die geschützten Daten auszulegen. Dabei wird für den täglichen Wiederherstellungspunkt eine Größe angenommen, die 10 % der Größe der geschützten Daten entspricht. Zudem wird von einer Beibehaltungsdauer von 10 Tagen ausgegangen. Ziehen Sie den DPM Capacity Planner zu Rate, um eine gute Schätzung der Größe zu erhalten.

  5. Geben Sie ein sicheres Kennwort für eingeschränkte lokale Benutzerkonten an, und wählen Sie Weiter aus.

    Angeben eines sicheres Kennworts

  6. Bestimmen Sie, ob Sie mit Microsoft Update nach Updates suchen möchten, und wählen Sie Weiter aus.

    Hinweis

    Es wird empfohlen, Windows Update an Microsoft Update umzuleiten, da Microsoft Update Sicherheit und wichtige Updates für Windows und andere Produkte wie Microsoft Azure Backup Server bietet.

    Microsoft Update-Abonnement

  7. Überprüfen Sie die Zusammenfassung der Einstellungen, und wählen Sie Installieren aus.

    Zusammenfassung der Einstellungen

  8. Die Installation erfolgt in mehreren Phasen. In der ersten Phase wird der Microsoft Azure Recovery Services-Agent auf dem Server installiert. Der Assistent überprüft auch das Vorhandensein der Internetverbindung. Ist eine Internetverbindung verfügbar, können Sie die Installation fortsetzen. Wenn nicht, müssen Sie die Proxydetails bereitstellen, um eine Verbindung mit dem Internet herzustellen.

    Der nächste Schritt ist die Konfiguration des Microsoft Azure Recovery Services-Agents. Im Rahmen der Konfiguration müssen Sie Ihre Tresoranmeldeinformationen angeben, um den Computer beim Recovery Services-Tresor zu registrieren. Sie geben auch eine Passphrase zum Verschlüsseln bzw. Entschlüsseln von Daten an, die zwischen Azure und Ihrem lokalen Standort ausgetauscht werden. Sie können eine automatische Passphrase generieren oder eine eigene Passphrase mit mindestens 16 Zeichen angeben. Fahren Sie mit dem Assistenten fort, bis der Agent konfiguriert wurde.

    Server-Assistent registrieren

  9. Nach Abschluss der Registrierung von Microsoft Azure Backup Server fährt der übergreifende Setup-Assistent mit der Installation und Konfiguration von SQL Server und der Azure Backup Server-Komponenten fort. Nachdem die Installation der SQL Server-Komponenten abgeschlossen ist, werden die Azure Backup Server-Komponenten installiert.

    Fortschritt beim Azure Backup Server-Setup

Wenn der Installationsschritt abgeschlossen ist, wurden auch die Desktopsymbole des Produkts bereits erstellt. Doppelklicken Sie einfach auf das Symbol, um das Produkt zu starten.

Hinzufügen von Backup Storage

Die erste Sicherungskopie wird in einem Speicherbereich vorgehalten, der dem Azure Backup Server-Computer zugeordnet ist. Weitere Informationen zum Hinzufügen von Datenträgern finden Sie unter Konfigurieren von Speicherpools und Datenträgerspeicher.

Hinweis

Sie müssen auch dann Backup Storage hinzufügen, wenn Sie Daten an Azure senden möchten. Bei der aktuellen Architektur von Azure Backup Server enthält der Azure Backup-Tresor die zweite Kopie der Daten, und der lokale Speicher enthält die erste (obligatorische) Sicherungskopie.

Installieren und Aktualisieren des Data Protection Manager-Schutz-Agents

MABS verwendet den System Center Data Protection Manager-Schutz-Agent. Die Schritte zum Installieren des Schutz-Agents auf Ihren Schutzservern werden hier aufgeführt.

In den folgenden Abschnitten wird beschrieben, wie Schutz-Agents für Clientcomputer aktualisiert werden.

  1. Wählen Sie in der Backup Server-Administratorkonsole Verwaltung > Agents aus.

  2. Wählen Sie im Anzeigebereich die Clientcomputer aus, für die Sie den Schutz-Agent aktualisieren möchten.

    Hinweis

    Die Spalte Agent-Updates gibt an, wann ein Update des Schutz-Agents für jeden geschützten Computer verfügbar ist. Im Bereich Aktionen ist die Aktion Aktualisieren nur verfügbar, wenn ein geschützter Computer ausgewählt ist und Updates verfügbar sind.

  3. Zum Installieren aktualisierter Schutz-Agents auf den ausgewählten Computern wählen Sie im Bereich Aktionen den Befehl Aktualisieren aus.

  4. Für einen Clientcomputer, der nicht mit dem Netzwerk verbunden ist, enthält die Spalte Agent-Status so lange den Status Update ausstehend, bis der Computer mit dem Netzwerk verbunden wird.

    Sobald ein Clientcomputer mit dem Netzwerk verbunden ist, enthält die Spalte Agent-Updates für den Clientcomputer den Status Wird aktualisiert.

Verschieben von MABS auf einen neuen Server

Im Folgenden werden die Schritte aufgeführt, wenn Sie MABS auf einen neuen Server verschieben und gleichzeitig den Speicher beibehalten müssen. Dies kann nur dann erreicht werden, wenn sich alle Daten in Modern Backup Storage befinden.

Wichtig

  • Der neue Servername muss den gleichen Namen wie für die ursprüngliche Azure Backup Server-Instanz aufweisen. Der Name der neuen Azure Backup Server-Instanz kann nicht geändert werden, wenn Sie die Wiederherstellungspunkte über den vorherigen Speicherpool und die MABS-Datenbank (DPMDB) speichern möchten.
  • Sie benötigen eine Sicherung der MABS-Datenbank (DPMDB). Sie müssen die Datenbank wiederherstellen.
  1. Wählen Sie im Anzeigebereich die Clientcomputer aus, für die Sie den Schutz-Agent aktualisieren möchten.

  2. Fahren Sie den ursprünglichen Azure Backup-Server herunter, oder schalten Sie ihn offline.

  3. Setzen Sie das Computerkonto in Active Directory zurück.

  4. Installieren Sie Server 2016 auf einem neuen Computer, und vergeben Sie den gleichen Namen wie für den ursprünglichen Azure Backup-Server.

  5. Führen Sie den Domänenbeitritt durch.

  6. Installieren Sie Azure Backup Server v3 oder höher (verschieben Sie die Datenträger für den MABS-Speicherpool vom alten Server, und führen Sie den Import durch).

  7. Stellen Sie die DPMDB aus Schritt 1 wieder her.

  8. Fügen Sie den Speicher vom ursprünglichen Sicherungsserver an den neuen Server an.

  9. Stellen Sie die DPMDB über SQL wieder her.

  10. Führen Sie die Eingabeaufforderung (CMD) als Administrator auf dem neuen Server aus. Wechseln Sie zum Microsoft Azure Backup-Installationsverzeichnis und zum Ordner „Papierkorb“.

    Pfadbeispiel: C:\windows\system32>cd "c:\Program Files\Microsoft Azure Backup\DPM\DPM\bin\"

  11. Um sich mit Azure Backup zu verbinden, führen Sie DPMSYNC -SYNC aus.

    Wenn Sie dem DPM-Speicherpool neue Datenträger hinzugefügt haben, anstatt alte zu verschieben, führen Sie DPMSYNC -Reallocatereplica aus.

Netzwerkkonnektivität

Azure Backup Server muss mit dem Azure Backup-Dienst verbunden sein, um erfolgreich ausgeführt werden zu können. Verwenden Sie zum Überprüfen, ob der Computer über eine Verbindung mit Azure verfügt, das Cmdlet Get-DPMCloudConnection in der Azure Backup Server-PowerShell-Konsole. Wenn die Ausgabe des Cmdlets „TRUE“ lautet, besteht eine Verbindung, andernfalls nicht.

Gleichzeitig muss das Azure-Abonnement einen fehlerfreien Zustand aufweisen. Um den Status Ihres Abonnements zu ermitteln und es zu verwalten, melden Sie sich beim Abonnementportal an.

Nachdem Sie den Status der Azure-Verbindung und des Azure-Abonnements kennen, können Sie anhand der Tabelle unten ermitteln, welche Auswirkungen mit einer Sicherungs-/Wiederherstellungsfunktion verbunden sind.

Verbindungszustand Azure-Abonnement Sicherung in Azure Sicherung auf Datenträger Wiederherstellung von Azure Wiederherstellung von einem Datenträger
Verbunden Aktiv Zulässig Zulässig Zulässig Zulässig
Verbunden Abgelaufen Beendet Beendet Zulässig Zulässig
Verbunden Bereitstellung aufgehoben Beendet Beendet Beendet und Azure-Wiederherstellungspunkte gelöscht Beendet
Verbindung vor mehr als 15 Tagen verloren Aktiv Beendet Beendet Zulässig Zulässig
Verbindung vor mehr als 15 Tagen verloren Abgelaufen Beendet Beendet Zulässig Zulässig
Verbindung vor mehr als 15 Tagen verloren Bereitstellung aufgehoben Beendet Beendet Beendet und Azure-Wiederherstellungspunkte gelöscht Beendet

Wiederherstellung nach Verbindungsverlust

Wenn Ihr Computer über einen eingeschränkten Internetzugriff verfügt, stellen Sie sicher, dass die Firewalleinstellungen auf dem Computer oder Proxy die folgenden URLs und IP-Adressen zulassen:

  • URLs
    • www.msftncsi.com
    • *.Microsoft.com
    • *.WindowsAzure.com
    • *.microsoftonline.com
    • *.windows.net
    • www.msftconnecttest.com
  • IP-Adressen
    • 20.190.128.0/18
    • 40.126.0.0/18

Wählen Sie bei Verwendung von ExpressRoute-Microsoft-Peering die folgenden Dienste/Regionen aus:

  • Azure Active Directory (12076:5060)
  • Microsoft Azure-Region (entsprechend dem Standort Ihres Recovery Services-Tresors)
  • Azure Storage (entsprechend dem Standort Ihres Recovery Services-Tresors)

Weitere Informationen finden Sie unter ExpressRoute-Routinganforderungen.

Nach dem Wiederherstellen der Verbindung mit Azure für den Azure Backup Server-Computer wird anhand des Azure-Abonnementstatus ermittelt, welche Vorgänge durchgeführt werden können. Die obige Tabelle enthält Details zu den Vorgängen, die nach dem „Verbinden“ des Computers zulässig sind.

Behandeln von Abonnementstatus

Es ist möglich, den Status eines Azure-Abonnements von Abgelaufen oder Bereitstellung aufgehoben in Aktiv zu ändern. Dies ist aber mit Auswirkungen auf das Produktverhalten verbunden, solange der Status nicht Aktiv lautet:

  • Ein Abonnement mit dem Status Bereitstellung aufgehoben verliert für den Zeitraum der Aufhebung die Funktionalität. Beim Festlegen auf Aktiv wird die Produktfunktionalität für Sicherung/Wiederherstellung wieder aktiviert. Die Sicherungsdaten auf der lokalen Festplatte können auch abgerufen werden, sofern sie mit einer ausreichend langen Beibehaltungsdauer versehen sind. Die Sicherungsdaten in Azure gehen aber unwiederbringlich verloren, wenn das Abonnement in den Status Bereitstellung aufgehoben versetzt wird.
  • Für ein Abonnement mit dem Status Abgelaufen geht die Funktionalität nur so lange verloren, bis es wieder in den Status Aktiv versetzt wird. Alle für den Zeitraum, in dem sich das Abonnement im Status Abgelaufen befindet, geplanten Sicherungen werden nicht ausgeführt.

Durchführen eines Upgrades von MABS

Verwenden Sie die folgenden Verfahren, um ein Upgrade für MABS durchzuführen.

Durchführen eines Upgrades von MABS v2 auf v3

Hinweis

MABS v2 ist keine Voraussetzung für die Installation von MABS v3. Allerdings können Sie nur ein Upgrade von MABS v2 auf MABS v3 durchführen.

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um ein Upgrade für MABS durchzuführen:

  1. Um ein Upgrade von MABS v2 auf MABS v3 durchzuführen, führen Sie bei Bedarf ein Upgrade für Ihr Betriebssystem auf Windows Server 2016 oder Windows Server 2019 durch.

  2. Führen Sie ein Upgrade für Ihren Server durch. Die Schritte sind vergleichbar mit den Schritten zur Installation. Für die SQL-Einstellungen besteht jedoch die Option, ein Upgrade für Ihre SQL-Instanz auf SQL 2017 oder die eigene Instanz von SQL Server 2017 zu verwenden.

    Hinweis

    Beenden Sie die SQL-Instanz während des Upgradevorgangs nicht. Durch eine Beendigung würde die SQL Reporting-Instanz deinstalliert, und beim erneuten Versuch, ein Upgrade für MABS durchzuführen, würde ein Fehler auftreten.

    Wichtig

    Bei dem SQL 2017-Upgrade werden die SQL-Verschlüsselungsschlüssel gesichert und die Reporting Services deinstalliert. Nach dem Upgrade von SQL Server werden die Reporting Services (14.0.6827.4788) installiert und die Verschlüsselungsschlüssel werden wiederhergestellt.

    Informationen zur manuellen Konfiguration von SQL 2017 finden Sie in den Installationsanweisungen im Abschnitt SSRS-Konfiguration mit SQL 2017.

  3. Aktualisieren Sie die Schutz-Agents auf den geschützten Servern.

  4. Sicherungen sollten fortgesetzt werden, ohne dass Ihre Produktionsserver neugestartet werden müssen.

  5. Nun können Sie mit der Konfiguration von Schutzmaßnahmen für Ihre Daten beginnen. Wenn Sie bei bestehendem Schutz ein Upgrade auf Modern Backup Storage durchführen, können Sie auch die Volumes auswählen, in denen die Sicherungen gespeichert werden sollen, und auf unzureichend bereitgestellten Speicher prüfen. Weitere Informationen

Problembehandlung

Wenn auf dem Microsoft Azure Backup-Server während der Installationsphase (oder bei der Sicherung oder der Wiederherstellung) Fehler auftreten, verwenden Sie dieses Dokument mit Fehlercodes, um weitere Informationen zu erhalten.

Sie können auch Azure Backup – Häufig gestellte Fragen besuchen.

Nächste Schritte

Ausführliche Informationen zum Vorbereiten der Umgebung für DPM finden Sie hier. Sie finden dort auch Informationen zu den unterstützten Konfigurationen, unter denen Azure Backup Server bereitgestellt und verwendet werden kann. Sie können eine Reihe von PowerShell-Cmdlets für verschiedene Vorgänge verwenden.

In den folgenden Artikeln finden Sie zusätzliche Informationen zum Workloadschutz mit einem Microsoft Azure Backup-Server.